Kickers Offenbach

OFC: Mit Worten und Taten gegen Reservisten-Frust

Wartet auf seine Chance: OFC-Verteidiger Lucas Albrecht
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Wartet auf seine Chance: OFC-Verteidiger Lucas Albrecht

„Jeder Spieler ist wichtig“, betonte Sreto Ristic, Trainer der Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, und untermauert das mit Taten. Es gibt aber auch Härtefälle - wie Lucas Albrecht.

Offenbach – Bei einem 28 Spieler umfassenden Kader sämtliche Akteure bei Laune zu halten, ist durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe. Sreto Ristic versucht es mit einem Mix aus Worten und Taten. „Wir haben klar kommuniziert, dass jeder Spieler wichtig ist“, erklärt der Trainer der Offenbacher Kickers. Die Zahlen untermauern das. Unter seiner Leitung absolvierte der OFC bisher sechs Spiele in der Fußball-Regionalliga Südwest. Insgesamt standen dabei 24 Akteure im Kader, 19 wurden eingesetzt.

Erstmals überhaupt auf der Bank saß Angelo Tramontana, der in der Rangfolge der Torhüter eigentlich als Nummer vier galt. Mit der Nominierung wollte Ristic „ein Zeichen setzen“, dass die im Training gezeigten Leistungen in beiderlei Hinsicht Einfluss auf die Zusammenstellung des Spieltagskaders haben können. Ein weiteres Beispiel ist Davud Tuma. Der offensive Flügelspieler stand im Dezember und Januar fünfmal in Folge nicht im Kader und galt als Wechselkandidat, zuletzt lief er aber dreimal hintereinander von Anfang an auf und erzielte gegen Großaspach sein erstes Saisontor.

In der Ära Ristic noch gar nicht auf dem Spielberichtsbogen standen erst vier Spieler: die lange verletzten Maurice Plunkte und Abu Bakarr Kargbo, der noch für die U19 spielberechtigte Vincent Moreno sowie Leonidas Tiliudis, der im Winter eigentlich abgegeben werden sollte.

Immer dabei, aber zuletzt nicht mehr mittendrin war Lucas Albrecht. Der 30-Jährige sitzt als die Nummer drei in der Innenverteidiger-Rangfolge stets auf der Bank, wartet aber seit nunmehr zwölf Spielen auf einen Einsatz. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es leicht fällt. Man gewöhnt sich auch nicht daran“, gibt der Hüne (1,93 Meter, 90 Kilo) zu. „Ich bin erfahren, aber es fällt mir trotzdem schwer.“ Das letzte Mal, dass er so selten eingesetzt wurde, „liegt vielleicht zehn Jahre zurück, war aber in der 2. Liga“, so der Ex-Rostocker.

Die Gründe für seinen Status als Reservist sind für Albrecht aber nachvollziehbar. Der OFC (erst 14 Gegentore in 21 Spielen) stellt schließlich die beste Abwehr der Liga. „Wir stehen sehr, sehr gut“, lobt er die Innenverteidiger-Kollegen Sebastian Zieleniecki und Malte Karbstein. „Ich hege auch keinen Groll oder hoffe, dass einer ein paar Böcke schießt.“ Albrecht geht mit der Situation in der ihm eigenen Professionalität um: „Ich muss dranbleiben und funktionieren, wenn ich Einsatzzeiten bekomme. Das erwartet man von mir.“

Von Christian Düncher

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