Kickers Offenbach

OFC nach 1:1 in Koblenz: „Noch viel Arbeit“ und eine überraschende Wahrnehmung

Offenbacher Frusterlebnis in Koblenz: Jayson Breitenbach (von links), nach der Halbzeit für Maik Vetter gekommen, Malte Karbstein, Rafael Garcia und Osarenren Okungbowa gehen nach dem 1:1 enttäuscht vom Platz.
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Offenbacher Frusterlebnis in Koblenz: Jayson Breitenbach (von links), nach der Halbzeit für Maik Vetter gekommen, Malte Karbstein, Rafael Garcia und Osarenren Okungbowa gehen nach dem 1:1 enttäuscht vom Platz.

Das 1:1 (1:1) in der Fußball-Regionalliga Südwest beim FC Rot-Weiß Koblenz wirft bei Kickers Offenbach Fragen auf. Geschäftsführer Thomas Sobotzik registriert bei den Spielern eine gewisse Verkrampftheit.

Koblenz – An Thomas Sobotziks Gesichtszügen ließ sich nach dem 1:1 beim FC Rot-Weiß Koblenz ablesen, wie es um die Gemütslage beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach stand. Nachdenklich wirkte der Geschäftsführer des OFC nach einer Vorstellung in Koblenz, die Fragen aufwirft. Nach dem vierten Spiel der Saison stehen sieben Punkte auf dem Konto. Das ist ordentlich, aber für die großen Ambitionen eben nicht wirklich viel.

„Wir sind noch nicht soweit, wie mancher nach den ersten beiden Spielen dachte“, räumte Sobotzik ein: „Ich habe eine Verkrampftheit wahrgenommen, die mich überrascht hat.“ Die spielerische Leichtigkeit, die den OFC bei den Siegen gegen Homburg (1:0) und in Elversberg (2:1) ausgezeichnet hatte, ist verflogen. Gegen kampfstarke, lauffreudige und zuweilen hart in die Zweikämpfe gehende Koblenzer hatten die Kickers über weite Strecken große Schwierigkeiten. Dass ein Aufstiegsfavorit bei einem Team antrat, das um den Klassenerhalt kämpft, war nicht zu erkennen.

„Es war das erwartet schwere Spiel“, meinte Kickers-Trainer Sreto Ristic: „Koblenz war kampfbetont, immer bereit, auf jeden Ball zu gehen. Wir dagegen sind vielen Sachen aus dem Weg gegangen.“ Dem OFC-Coach dürften die vielen Ungenauigkeiten im eigenen Spiel nicht entgangen sein, was gerade in den ersten 20 Minuten dazu führte, dass eigentlich nur Koblenz spielte.

Als der OFC dann mit seinem ersten gelungenen Angriff durch Dejan Bozics Abstaubertor (24.) in Führung gegangen war und durch Ronny Marcos (37.) sogar die Chance aufs 2:0 hatte, schien die Wende geschafft. Doch wie schon zuletzt gegen Ulm gelang es nicht, eine Führung ins Ziel zu bringen. Stattdessen „halfen“ die Kickers vor dem 1:1 (42. Minute) kräftig mit. „Das haben wir schlecht verteidigt“, meinte Sobotzik mit Blick auf die Szene nach einem vermeintlich geklärten Standard. Ekalle durfte ungehindert von rechts flanken. Im Strafraum mogelte sich der ehemalige Alzenauer Nils Fischer gegen aufgerückte Offenbacher an Maik Vetter vorbei und köpfte zum 1:1 ein. „Da waren wir unaufmerksam“, ärgerte sich Ristic.

Der OFC-Trainer hatte nach dem 1:2 gegen Ulm vier Änderungen in der Startelf vorgenommen. Für Jayson Breitenbach, Davud Tuma, Denis Huseinbasic und Elia Soriano (alle Bank) begannen Vetter, Neuzugang Rafael Garcia, Florent Bojaj und Bozic. Mehr Frische hatte er sich von diesen Wechseln versprochen. Doch davon war lange nichts zu sehen, was Ristic auch auf die Bedingungen in Koblenz schob. Der Platz sei stumpf gewesen, nicht gewässert, nicht gemäht. „Dadurch hatten wir nicht die Druckpässe, die du brauchst.“ Weil auch lange Bälle nicht funktionierten, verpufften eigene Angriffsbemühungen meist bereits im Ansatz.

Zur Pause reagierte Ristic erstmals und brachte rechts hinten Breitenbach für Vetter, mit dessen erstem Saisoneinsatz der Trainer nicht zufrieden war. Wenig später musste er notgedrungen auch seinen Linksverteidiger auswechseln. Marcos humpelte nach einem Zweikampf mit Ekalle mit Problemen am Sprunggelenk raus. Der 27-Jährige, bis dahin einer der besten Offenbacher, wird heute untersucht. Ihm droht eine längere Pause. Für ihn kam Tuma, normal links vorne zuhause, mühte sich nach Kräften. Weil die Kickers mehr zweite Bälle gewannen, übernahmen sie zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Was fehlte, waren zündende Ideen in der Offensive. Daran änderten auch die offensiven Einwechslungen von Denis Huseinbasic, Elsamed Ramaj und Christian Stark nichts. Die vor der Saison durch elf Zugänge proklamierte neue Stärke von der Bank machte in Koblenz nicht den erhofften Unterschied. Bezeichnend: In Halbzeit zwei gab Tunay Deniz einen von zwei Torschüssen in der Nachspielzeit ab.

„Wir nehmen den Punkt hier mal mit“, meinte Ristic: „Wir müssen damit leben, zufrieden sind wir damit aber nicht.“ Der OFC-Coach weiß, was auf ihn zukommt in den kommenden Tagen und Wochen. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, gab er zu. Sein grimmiger Gesichtszug verdeutlichte, wie sehr der Auftritt in Koblenz an ihm genagt hatte. (Von Jörg Moll)

FC Rot-Weiß Koblenz - Kickers Offenbach 1:1 (1:1)

FC Rot-Weiß Koblenz: Gaye - Spang, Weidenbach, Ghandour - Ekalle (57. Ceylan), Bender, Fouley, Stojanovic (76. Koljic) - Crosthwaite - Lemmer (70. Käfferbitz), Fischer (76. Atilgan)

Kickers Offenbach: Flauder (Note: 3,5) - Vetter (4,5/46. Breitenbach 4), Zieleniecki (3,5), Karbstein (3), Marcos (3/50. Tuma 3) - Okungbowa (3,5) - Hermes (4/70. Ramaj -), Deniz (4), Bojaj (4/74. Stark -), Garcia (3/70. Huseinbasic -) - Bozic (3)

Schiedsrichter: Felix Prigan (Deizisau) - Zuschauer: 720 - Tore: 0:1 Bozic (24.), 1:1 Fischer (42.) - Gelb: Fouley, Crosthwaite / Bozic (1), Okungbowa (3), Deniz (3), Breitenbach (2)

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