Aussage überrascht

Nachwuchsleistungszentrum: Stumpf hört als Leiter auf

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Reinhard Stumpf

Offenbach - Am Wochenende hatte er sich noch die U12 und die U17 der Offenbacher Kickers angesehen. Aber Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) des OFC war Reinhard Stumpf zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Beide hatten die Entscheidung noch nicht kommuniziert. Von Christian Düncher 

Das holten die Kickers gestern nach. Stumpf habe am vergangenen Freitag „gegenüber dem Präsidium seinen Rücktritt erklärt“, heißt es in einer Vereinsmitteilung. Stumpf selbst, der seit Februar ehrenamtlich tätig war und ab Januar 2019 als Festangestellter für den OFC hätte arbeiten sollen, äußert sich darin zu den Gründen. Der Ex-Profi (u.a. Kickers Offenbach, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln), dessen Lebensmittelpunkt zuletzt Saudi-Arabien war, hatte sich „trotz meiner sehr beschränkten Zeit in Deutschland“ entschieden, dem OFC zu helfen, da ihm der Verein „sehr am Herzen liegt“. Nun habe er aber erkennen müssen, „dass ich die Aufgabe unter diesen Rahmenbedingungen nicht so erfüllen kann, wie es der OFC verdient hat und wie es vor allem meinen eigenen Erwartungen entspricht“. Diese Aussage überrascht. Stumpf hatte seine Angelegenheiten in Saudi-Arabien nämlich angeblich geregelt. Zeit wäre somit künftig kein Problem mehr gewesen.

Fest steht: Die Fluktuation auf dem Posten des NLZ-Leiters ist gewaltig. Und nicht nur dort: Kreisfußballwart Jörg Wagner, der im organisatorischen Bereich geholfen hatte, arbeitet auch nicht mehr fürs NLZ. Von Markus Bonnesen, Betreuer der U19, hat man sich ebenfalls getrennt. Dafür gibt’s eine neue administrative Leiterin: Julia Steinmetz, Juristin und Ex-Arbeitskollegin von Vizepräsident Michael Relic.

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Relic, der im Februar noch euphorisch war („Er ist kein Söldner, der hier aufschlägt und dann wieder abhaut. Das passt alles“), dankte Stumpf in der Mitteilung: Er habe durch „viele neue Impulse“ einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit geleistet. Die Zwischenbilanz der Ära Stumpf kann sich in der Tat sehen lassen. Die U19 (Hessenliga) ist Tabellenführer, die U17 (Hessenliga) und U16 (Verbandsliga) liegen als Vierter und Fünfter ebenfalls noch aussichtsreich im Rennen. (cd)

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