Emotionalität auf hohem Niveau

OFC nimmt sich Bayern als Vorbild

+
Zweikampf im Derby: Offenbachs Julius Reinhardt (links) und Darmstadts Preston Zimmerman trafen bereits im Hinspiel aufeinander. Am Freitag werden sich ihre Wege wieder kreuzen.

Offenbach - Vor dem für beide Klubs so wichtigen Hessenderby am Freitagabend (19 Uhr) gegen den SV Darmstadt 98 nehmen sich die Offenbacher Kickers den FC Bayern München als Vorbild und appellieren an ihre Fans, sie zahlreich zu unterstützen. Von Christian Düncher

Manfred Bender hat als Aktiver zahlreiche Derbys absolviert. Daher weiß er um die besondere Bedeutung solcher Partien. „Wir spielen eine nicht so gute Saison. In zwei Spielen haben wir nun aber die Chance, sehr viel gutzumachen“, sagt der Geschäftsführer Sport der Offenbacher Kickers mit Blick auf die beiden Duelle mit Darmstadt 98 - am Freitag in der 3. Liga und am Montag (19 Uhr) im Halbfinale des Hessenpokals.

Doch erstmal liegt der Fokus auf dem Punktspiel. „Die Gegebenheiten sind perfekt“, meint Bender. „Freitagabend, Flutlicht, Derby - ich hoffe, wir kommen bei den Zuschauern in den fünfstelligen Bereich.“ Zumal die Begegnung Brisanz mit sich bringt. „Es könnte gut möglich sein, dass wir Darmstadt in Richtung Regionalliga schießen“, weiß Bender. Wichtiger ist aber ein anderer Aspekt: „Mit einem Sieg hätten wir zu 90 Prozent die 3. Liga sportlich gehalten. Daher ist das Spiel sehr wichtig für uns.“

„Gefühltes Endspiel“

OFC-Trainer Rico Schmitt spricht sogar von einem „gefühlten Endspiel“ – für die „Lilien“ freilich noch mehr als für die Kickers. „Die Situation bei Darmstadt 98 ist ähnlich. Da wird es erstmal nur auf eine Komponente ankommen: Kampf beziehungsweise Einsatz. Wie das in Perfektion funktioniere, habe man beim 4:0 des FC Bayern München gegen den FC Barcelona gesehen. „Das war Emotionalität auf höchstem Niveau“, schwärmt Schmitt. „Wir wollen das runterbrechen auf die 3. Liga.“ Der Trainer hofft, „dass man von Anfang an sieht und spürt, dass die Mannschaft etwas erreichen will“. Das Team sei „hochangespannt“, habe aber keine Angst und müsse auch keine haben. Denn Fehler würden durchaus verziehen. „Das hat man zuletzt ja gegen Münster gesehen“, sagt Schmitt.

OFC empfängt Lilien: Abstiegskampf im Hessenderby

OFC empfängt die Lilien: Abstiegskampf im Hessenderby

Offenbach - Kickers Offenbach empfängt am Freitag den SV Darmstadt 98 zum Hessenderby in der 3. Liga. Das Video zur Pressekonferenz vor dem Abstiegskrimi.

Zum Video

Damals waren beim letzten Heimspiel 6200 Zuschauer im Stadion. Der Kickers-Trainer wünscht sich, dass es dieses Mal mindestens 10.000 werden. Das wäre dann „fast Pokal-Feeling“, sagt Schmitt. „Und 80 Prozent werden für Offenbach sein.“ Auch Barbara Klein appellierte an die Fans, zahlreich zu kommen. „Unter Flutlicht kann man das ‘Feeling Bieberer Berg’ am besten spüren. Wir brauchen im Hessenderby gegen Darmstadt die Unterstützung aller Kickers-Fans. Es ist ein wichtiges und richtungsweisendes Spiel für unseren OFC. Deshalb bitte ich darum: Bringt alle mit, denen die Kickers etwas bedeuten - eure Familienangehörigen, Freunde und Bekannte“, sagte die OFC-Vizepräsidentin.

Bilder vom Hinspiel gegen Darmstadt 98

OFC verliert Hessenderby

Damit die Fans nicht enttäuscht werden, muss die 442 Minuten dauernde Torflaute beendet werden. „Dafür wurden wir zuletzt zurecht kritisiert. Das war mäßig bis harmlos. Der letzte Biss hat gefehlt“, gibt Schmitt zu. „Der Ball muss hinter die Linie, egal wie. Zur Not mit zwei Mann.“ Die Zuschauer sollen ja Grund zum Jubeln haben. „Wir wollen unsere Fans glücklich machen und zeigen, dass wir eine Nummer in Hessen sind. Der Bieberer Berg soll beben.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare