„Haben Nerven aber im Griff“

Platzverweis ärgert Mehic: „Müssen Lehren daraus ziehen“

+
Winterzugang Francesco Lovric (Mitte) könnte bei Kickers Offenbach Marco Rapp (rechts) ersetzen, der nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Worms vorerst fehlen wird.

Offenbach - Auch mit einem Tag Abstand war die Rote Karte gegen Marco Rapp immer noch ein Thema bei den Offenbacher Kickers. Doch viel Zeit, sich über den umstrittenen Platzverweis aufzuregen, bleibt nicht. Denn am Mittwoch geht es bereits weiter. Von Christian Düncher 

Und Rapp ist nicht der einzige Spieler, den es dann in Walldorf zu ersetzen gilt. Sead Mehic hat sich die Szene inzwischen mehrfach auf Video angesehen und sieht sich in seiner ersten Einschätzung bestätigt. „Die TV-Bilder zeigen einen kleinen Schubser, mehr war da nicht“, sagt der Sportdirektor der Offenbacher Kickers über die Aktion, die zur Roten Karte für Marco Rapp geführt hatte. Mehic hofft, dass man das beim Sportgericht genauso sieht und Rapp nicht lange gesperrt wird.

Der vierte Platzverweis in der Karriere des 26-Jährigen (zweimal Gelb-Rot, zweimal Rot) ist für die Kickers und ihn in doppelter Hinsicht ärgerlich. Erstens fiel Rapp auf eine plumpe Provokation des Wormsers Thomas Gösweiner herein, der sich bei einem Freistoß für den OFC bewusst vor den Ball gestellt hatte (ohne dafür Gelb zu sehen) und sich dann nach der Berührung durch Rapp theatralisch fallen ließ. Zweitens hatte der defensive Mittelfeldspieler der Kickers nach langer Verletzungspause gerade erst wieder seine alte Form erreicht. „Ich fand seine Leistung gegen Worms tadellos“, lobte OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. „Er hat auch wieder gute Diagonalbälle gespielt.“ So wie vor dem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Maik Vetter.

Nun wird Rapp den Kickers erst mal fehlen. Fiori hofft auf die Mindestsperre von zwei Spielen, zumal es ein leichteres Vergehen gewesen sei und Rapp zuletzt in der Saison 2014/15 des Feldes verwiesen worden war, damals in einer Partie für die Spvgg. Greuther Fürth II. Mehic ist sogar der Auffassung, dass es gar keine rot-würdige Aktion war: „Ich fand das ehrlich gesagt nicht schlimm. Da gab es ganz andere Sachen, für die der Schiedsrichter nur Gelb gezeigt hat“, kritisierte der Sportdirektor die fehlende Linie des Unparteiischen. Rapp hätte sich dennoch nicht zu dem Schubser hinreißen lassen dürfen. „Marco weiß, dass er da cleverer sein muss. Das braucht man ihm nicht mehr zu sagen“, so Mehic. „Die Sache ist ärgerlich, wir müssen unsere Lehren daraus ziehen. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir uns selbst schwächen.“

Das OFC-Zeugnis gegen Wormatia Worms

Vor Rapp waren diese Saison schon Serkan Firat (Rot), Ihab Darwiche und Daniel Endres (Gelb-Rot) des Feldes verwiesen worden. Torwart Endres hatte auch gegen Worms Gelb gesehen – wegen Ballwegschlagens. Mehic bewertete die Aktion jedoch anders: „Daniel ist dazwischen, weil der Schiedsrichter nicht gesehen hat, dass die Wormser hinter dessen Rücken einen Freistoß schnell ausgeführt hatten.“ Sorgen bereiten dem Sportdirektor die Aktionen von Rapp und Endres jedenfalls noch nicht. „Natürlich merkt man bei den Jungs die Spannung, je mehr wir auf die Zielgeraden kommen. Ich finde aber, dass sie ihre Nerven gut im Griff haben.“ Das gilt auch für Firat sowie die Verteidiger Stefano Maier, Benjamin Kirchhoff und Jan-Hendrik Marx, die bei der nächsten Gelben Karte ein Spiel zusehen müssten. „Vielleicht schaffen sie es bis zum Schluss ohne weitere Verwarnung. Falls nicht, haben wir Alternativen“, so Mehic.

Bilder: OFC empfängt Worms

Alternativen muss Trainer Oliver Reck auch für die Partie am Mittwoch (19 Uhr) in Walldorf finden. Als Rapp-Ersatz bieten sich vor allem Grgo Zivkovic und Francesco Lovric an, die im Winter für diese Position geholt worden waren. Während Zivkovic bislang nur zu vier Kurzeinsätzen kam, hat Lovric in allen sieben Partien gespielt und gute Karten, auch wenn er gegen Worms beim Gegentor zum 2:2 zu spät kam und sein bestes Spiel für den OFC als Innenverteidiger gemacht hat. Erste Alternative für den Platz links hinten ist nach Christos Stoilas’ Ausfall (Muskelverletzung) Dennis Schulte. Alexandros Theodosiadis ist offenbar noch kein Startelf-Kandidat. Semih Sentürk und Nikals Hecht-Zirpel stehen vor der Rückkehr ins Training, sind für Mittwoch aber noch kein Thema.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare