Mathias Fetsch fordert eine „gute Ordnung“

Pokalspiele in der 3. Liga

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Mathias Fetsch (vorne) kam in 20 der 21 Vorrundenspiele zum Einsatz, erzielte dabei acht Tore.

Offenbach - Mathias Fetsch ist einen Schritt zurück gegangen, um nach vorne zu kommen. Beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig kam Fetsch (24) nicht an Dennis Kruppke und Dominik Kumbela vorbei und wechselte in die 3. Liga zu Kickers Offenbach.

In der 3. Liga ist er beim OFC nicht nur Stammspieler (20 Einsätze), sondern zudem der erfolgreichste Torschütze (acht Treffer). Vor dem Rückrundenauftakt am Freitag in Bielefeld sprach Jochen Koch mit Mathias Fetsch.

Mathias Fetsch, Sie sind seit einem halben Jahr in Offenbach, kennen Sie schon die schwarze Rückrunden-Serie?

Darüber wollen wir gar nicht erst sprechen, damit sich das nicht in den Köpfen festsetzt.

Die Kickers haben in vier Jahren 3. Liga noch nie eines der beiden ersten Spiele nach der Winterpause gewonnen...

Das kann doch jetzt nur besser werden.

Sie starten mit zwei Auswärtsspielen in Bielefeld und beim VfB Stuttgart II, befürchten Sie, dass die Kickers noch einmal in den Abstiegskampf verwickelt werden?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind mit unserem Pokalsieg gegen Düsseldorf mit einem guten Gefühl in die Winterpause und hatten eine gute Vorbereitung. Jetzt müssen wir nur noch so spielen wie im Pokal.

17 Punkte Rückstand auf Platz drei und sechs Punkte Abstand zu einem Abstiegsplatz. Ist der Klassenerhalt das vorrangige Ziel?

Der Blick geht in der Tabelle natürlich eher nach unten, weil der Abstand geringer ist. Aber Abstiegskampf ist für uns kein Thema. Unsere Qualität ist besser als Platz elf.

Wie erklären Sie sich die Diskrepanz in den Leistungen zwischen 3. Liga, zuletzt vier Niederlagen in Folge, und DFB-Pokal, wo der OFC als einziger Drittligist das Viertelfinale erreicht hat?

Hauptsächlich an der Spielweise. Gegen Bundesligisten müssen wir nicht das Spiel machen. Wir können kompakt stehen und kontern. Das lag uns richtig gut. So haben wir auch gespielt, als wir unsere gute Phase in der 3. Liga hatten. Wir müssen einfach aus einer guten Ordnung kommen.

Dann könnte Arminia Bielefeld der richtige Gegner sein.

Ja sicher. Die Arminia ist oben dabei, die werden das Spiel machen. Und dann schauen wir mal, wie wir unser Spiel durchbringen.

Das heißt, mit der Pokal-Taktik in der 3. Liga punkten?

Taktisch werden wir gegenüber dem Pokal nicht viel ändern.

Befürchten Sie, dass angesichts der Pokal-Euphorie die Konzentration auf die 3. Liga verloren geht?

Wir wollen das sicher nicht. Bis zum Pokal sind noch einige Spiele. Da kann Wolfsburg für uns gar kein Thema sein.

Aber die Tendenz war bisher: Vor Pokalspielen leistete sich der OFC eine Schwächephase.

Klar ist: Wir dürfen die Liga auf keinen Fall vernachlässigen.

Nach vier Niederlagen vor der Winterpause gab es im Umfeld auch über den Trainer Diskussionen, die mit dem Pokalsieg über Düsseldorf beendet waren. Wie beurteilen Sie die Situation um Arie van Lent?

Das ist kein Thema für uns. Wir haben als Mannschaft immer gesagt, dass wir gerne mit van Lent arbeiten. Und die ganze Geschichte wurde weder vom Verein noch vom Trainer gegenüber uns thematisiert.

Der OFC hat in der Vorbereitung gegen die Zweitligisten Ingolstadt (3:3) und Kaiserslautern (3:1) nicht verloren. Wie schätzen Sie die Verfassung ihrer Mannschaft ein?

Wir haben gute Ergebnisse und gute Spiele abgeliefert und Selbstvertrauen getankt. Und wir sind alle sehr fit.

Konnten Sie ohne Trainingslager vernünftig trainieren?

Ja, sicher. Natürlich waren die Platzverhältnisse zwischenzeitlich schwierig. Aber wir haben auf Rasen und dann auf einem extra geräumten Kunstrasen sehr gut trainieren können.

Die Kickers müssen mit dem verletzten Markus Husterer und dem nach Augsburg verkauften André Hahn wichtige Spieler ersetzen. Wie wollen Sie das schaffen?

Natürlich schade, dass die beiden in der Rückrunde nicht dabei sind. Sie waren wichtige Bestandteile unserer Mannschaft. Aber wir dürfen ihnen auch nicht nachtrauern. Wir haben genug gute Spieler, um das zu kompensieren. Ich mache mir da wenig Sorgen, denn die Spieler, die hinten dran waren, sind auch heiß.

Wie beurteilen Sie die Neuzugänge Jan Washausen und Theo Vogelsang?

Vogelsang macht einen guten Eindruck, hat ein tolles Spielverständnis. Washausen kenne ich ja aus gemeinsamen Braunschweiger Zeiten bestens. Er ist ein Superverteidiger, mit einem guten Aufbauspiel, der uns sehr guttun wird.

Mussten Sie Ihn zum Wechsel nach Offenbach überreden?

Nein, der wollte unbedingt kommen. Ich musste ihn auch nicht groß informieren, er wusste schon fast alles.

Sie sind mit acht Treffern in der Liga und zwei im Pokal erfolgreichster Torschütze. Wie bewerten Sie Ihre ersten sechs Monate in Offenbach?

Ich bin persönlich zufrieden. Mir war wichtig, dass ich regelmäßig spiele. Das ist gelungen, weil ich das Vertrauen und den Rückhalt des Trainers und der Mannschaft habe. Jetzt müssen in der Rückrunde noch ein paar Siege und Tore dazukommen.

Sie haben auf zwei Positionen gespielt. Vorderste Spitze oder etwas hängend hinter Stefan Vogler. Welche Rolle behagt Ihnen mehr?

Ich komme mit beiden Rollen klar und habe keine Lieblingsposition. Es ist immer eine Frage der Abstimmung.

Mit welchen Erwartungen treten Sie in Bielefeld an?

Das wird bei eisigen Temperaturen ein hitziges Spiel. Vielleicht unterschätzen uns die Bielefelder, die ja bei uns 3:1 gewonnen haben und Vierter sind. Wir fahren da hin, um drei Punkte zu holen. Das ist machbar.

OFC-Neuzugang Mathias Fetsch

Mathias Fetsch ist einer der Neuzugänge bei Kickers Offenbach. Der OFC-Stürmer hat uns im Interview fünf Fragen beantwortet.

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