Kickers Offenbach

Nach Spiel beim FSV Frankfurt: OFC legt Protest gegen Wertung ein

Einsatz mit Folgen? Weil der FSV Frankfurt in Mischa Häuser (links) beim 0:0 in Offenbach (rechts: Maik Vetter) einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt haben soll, hat der OFC Einspruch gegen die Wertung eingelegt.
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Einsatz mit Folgen? Weil der FSV Frankfurt in Mischa Häuser (links) beim 0:0 in Offenbach (rechts: Maik Vetter) einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt haben soll, hat der OFC Einspruch gegen die Wertung eingelegt.

Der OFC legt Protest gegen die Wertung der Partie gegen den FSV Frankfurt ein. Sollte die Partie noch als Sieg für die Kickers gewertet werden, verringert sich der Rückstand auf den Tabellenführer auf sechs Punkte.

Offenbach – Kickers Offenbach lässt in der Fußball-Regionalliga nichts unversucht, um doch noch den Aufstieg zu schaffen. Vor dem Spiel beim TSV Schott Mainz (Dienstag, 20.04.2021, 19 Uhr) wurde bekannt, dass der OFC Protest gegen die Wertung der Partie gegen den FSV Frankfurt (0:0) eingelegt hat. Derweil wurde offenbar der Vertrag mit einem Leistungsträger verlängert.

Acht Punkte Rückstand bei zehn noch ausstehenden Spielen - das ist für Kickers Offenbach noch lange kein Grund, den Blick nicht weiterhin nach oben zu richten. Im Gegenteil: Der Tabellenzweite der Fußball-Regionalliga Südwest, der morgen Abend (19 Uhr) beim Viertletzten Schott Mainz gastiert, lässt kein Mittel aus, um den Aufstieg in die 3. Liga doch noch irgendwie zu schaffen. So hat der OFC Einspruch gegen die Wertung des „kleinen Mainderbys“ gegen den FSV Frankfurt (0:0) eingelegt. Das Sportgericht hat bereits beide Seiten angehört. Sollte es die Partie als Sieg für die Kickers werten, würde sich der Rückstand auf Tabellenführer SC Freiburg II auf sechs Punkte verringern, was immer noch eine ganze Menge wäre.

Kickers Offenbach: Spieler vom FSV Frankfurt wohl nicht auf dem Bericht

Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer des OFC, wollte sich nicht zu Details äußern, bestätigte bloß, dass es um den Einsatz des FSV-Spielers Mischa Häuser geht. Der 21-Jährige war in der Nachspielzeit eingewechselt worden, soll aber nicht auf dem Spielberichtsbogen gestanden haben, was zumindest auf den Ausdruck zutrifft, der im Stadion an die Medienvertreter verteilt wurde. Bis zum Anpfiff sind aber noch Nachmeldungen möglich.

Und dann ist ja noch die leise Hoffnung, dass diese Saison im Südwesten auch Platz zwei zum Aufstieg berechtigen könnte, weil in anderen Staffeln die Runde abgebrochen wurde. Der OFC plant also weiter zweigleisig. „Wir wissen noch nicht, in welcher Liga wir kommende Saison spielen“, antwortete Sobotzik auf die Frage nach der Kaderplanung. Zudem habe der Aufsichtsrat das Budget für die Spielzeit 2021/22 noch „nicht freigegeben“, stellte der 46-Jährige klar. Daher habe er „maximal Vorgespräche mit Beratern geführt“. Sobotzik verweist zudem darauf, dass man für kommende Saison einen Stamm habe und daher keine Eile geboten sei. So laufen nach Informationen unserer Zeitung zwar zwölf der 28 Verträge aus (siehe Infobox unten), darunter befinden sich kaum Stammkräfte, jedoch der dienstälteste Offenbacher Profi Maik Vetter, der seit 2014 beim OFC spielt.

Kickers Offenbach: Kaderplanung für Saison 2021/22 läuft auf Hochtouren

„Bei den Spielern mit auslaufendem Vertrag gibt es eine Tendenz, aber noch keine Entscheidung“, betonte Sobotzik. „Das gilt auch für die, die noch einen Vertrag haben.“ Gut möglich also, dass man auch Akteuren mit gültigem Arbeitspapier nahelegen wird, sich einen neuen Verein zu suchen.

„Ich lerne die Spieler immer besser kennen und für unseren Trainer gilt das natürlich auch“, sagt Sobotzik und stellt klar, dass er die Personalentscheidungen in Abstimmung mit Coach Sreto Ristic treffe, der seit dem Jahreswechsel im Amt ist. Aufgrund des extrem anspruchsvollen Programms mit insgesamt 42 Spieltagen und vielen englischen Wochen sei für Personalgespräche aber noch nicht viel Zeit gewesen.

Kickers Offenbach: Vertrag mit Zieleniecki offenbar verlängert

Zumindest in einem Fall hat es offenbar bereits eine Entscheidung gegeben. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Vertrag mit Abwehrchef Sebastian Zieleniecki bis 2024 verlängert, was Sobotzik jedoch nicht bestätigen wollte: „Zu genauen Laufzeiten sage ich nichts. Es trifft aber zu, dass er einen langfristigen Vertrag ohne Ausstiegsklausel hat.“

Klar scheint bislang lediglich zu sein, dass neben Maurice Pluntke (1. FC Bocholt) auch Ersatztorhüter Dominik Draband den OFC verlassen wird. (Sobotzik: „Wir sind mit ihm sehr zufrieden, aber hat das klare Ziel, die Nummer eins zu sein“). Ob sich an der Situation von Leonidas Tiliudis, der in der Winterpause abgegeben werden sollte, etwas geändert hat, wollte Sobotzik nicht kommentieren. Für ihn spricht, dass er unter die U23-Regel fällt, deren Einhaltung dem OFC künftig Probleme bereiten könnte, zumal Malte Karbstein die Altersgrenze überschreitet und Luka Garic Wechselambitionen nachgesagt werden. „Die U23-Regel ist sicher ein Punkt der geklärt werden muss“, gibt Sobotzik zu, den aktuell aber ganz andere Sorgen plagen.

Kickers Offenbach: Spiel gegen Schott Mainz vor der Brust

„Wir stehen vor vielen Herausforderungen“, sagt der Geschäftsführer und nennt als Beispiel die weiterhin angespannte Personalsituation. Für Zieleniecki, der seit Woche bei vier Gelben Karten steht und im Fall einer weiteren Verwarnung eine Partie pausieren müsste, stelle er „jeden Tag eine Kerze auf, weil wir nichts dahinter haben“, so Sobotzik. So wird in Mainz in Lucas Albrecht die letzte verbliebene Alternative für die Innenverteidigung weiterhin wegen Sprunggelenksproblemen fehlen. Ob er am Samstag gegen Stadtallendorf zur Verfügung steht, ist fraglich. „Wir müssen uns immer strecken“, sagt Ristic. In Mainz ist ein Sieg dennoch Pflicht, auch um die kleine Aufstiegschance zu wahren.

Den Gegner nehme man „sehr ernst“, betonte der Kickers-Trainer. Immerhin holte der TSV 25 seiner 32 Zähler zu Hause, wo auf Kunstrasen gespielt wird. „Das ist für ins im April ein Novum“, wunderte sich Ristic, dessen technisch starke Mannschaft auf diesem Geläuf aber eine starke Saisonbilanz hat: zwei Siege, 10:2 Tore. (Von Christian Düncher)

Vertragslaufzeiten der OFC-Spieler

2024: Sebastian Zieleniecki (Abwehr)

2023: Stephan Flauder (Tor), Vincent Moreno, Ronny Marcos (beide Abwehr), Flo Bojaj (Sturm)

2022: Malte Karbstein, Lucas Albrecht, Marco Fritscher (alle Abwehr), Denis Huseinbasic, Tunay Deniz, Jakob Lemmer, Marcell Sobotta, Serkan Firat (alle Mittelfeld), Mathias Fetsch, Abu-Bakarr Kargbo, Moritz Reinhard (alle Sturm)

2021: Dominik Draband, Felix Ferahyan, Angelo Tramontana (alle Tor), Maurice Pluntke, Maik Vetter, Francesco Calabrese (beide Abwehr), Leonidas Tiliudis, Charles Laprevotte, Tim Dierßen, Luka Garic, Davud Tuma (alle Mittelfeld), Elia Soriano (Sturm)

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