CDU stimmt dagegen

Hilfe für OFC beschlossen

Etwa 200 Kickers-Fans haben ihren Verein im Stadtparlament unterstützt.
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Etwa 200 Kickers-Fans haben ihren Verein im Stadtparlament unterstützt.

Offenbach - Die Offenbacher Stadtverordneten haben gestern Abend wie erwartet der städtischen Hilfe für den OFC mit breiter Mehrheit zugestimmt. Lediglich die CDU votierte gegen die Unterstützung, mit der die Stadt ihren Anteil an der Rettung der Kickers erfüllt hat. Von Matthias Dahmer

Mehr als 200 OFC-Anhänger verfolgten auf den Zuschauerrängen die fast zweistündige Debatte.

Kickers-Präsident Frank Ruhl bezeichnete in einer ersten Stellungnahme die Entscheidung als „ein klares Ergebnis, mit dem wir hochzufrieden sind“. Gleichwohl sei man noch nicht über den Berg, betonte er. Für die Nacht und heute Vormittag waren weitere Gespräche mit Banken geplant. Der OFC muss bis heute um 15.30 Uhr die Lizenzunterlagen beim DFB eingereicht haben.

Bekenntnis mit Bauchschmerzen

Das Stadtparlament folgte mit seinem Beschluss einer Magistrats-Entscheidung vom vergangenen Freitag, wonach die städtische Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) den Kickers Altschulden in Höhe von 610.000 Euro erlässt sowie einen erheblicher Teil der Stadionmiete für drei Jahre stundet.

Das auf der ersten Blick klare Bekenntnis der Politik zum Traditionsverein wurde indes nur mit Bauchschmerzen abgegeben. Die Befürworter hoben hervor, man unterstütze damit nicht die Profi GmbH, sondern wende Schaden von der SBB ab. Im Falle einer Insolvenz des OFC müsse die Stadiongesellschaft wegen des Wegfalls ihres Hauptmieters mit Verlusten von zehn bis zwölf Millionen Euro rechnen. Der Beschluss sei deshalb nicht emotionalen, sondern rein rationalen Gründen geschuldet. Zugleich wurde dem OFC bedeutet, dies sei die „allerletzte Chance“. „Der nächste Ruf nach der Stadt wird vergeblich sein“, so die Grünen.

„Gefühlte 95. Rettung der Kickers“

Lediglich die CDU, stärkste Fraktion im Parlament, fand den Mut zur unpopulären Ablehnung: Die prekäre Situation des OFC sei allein durch das Zutun der Verantwortlichen auf dem Bieberer Berg entstanden, sagte Fraktionschef Peter Freier. Mit dem Beschluss zur „gefühlten 95. Rettung der Kickers“ lüge sich die Stadt in die eigene Tasche, weil der Verein selbst die gestundete Miete nicht werde aufbringen können. Das OFC-Konzept bezeichnete Freier als „reine Vergangenheitsbewältigung“. Es stelle nicht dar, wie die Dritte Liga gesichert werden könne und sei deshalb nicht tragfähig. Die OFC-Fans quittierten die Haltung der CDU mit vereinzelten Pfui-Rufen.

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