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OFC-Rezept gegen Elversberg: Kein Netz und außergewöhnliche Leistung

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Von: Christian Düncher

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Kickers Offenbachs Tunay Deniz will auch gegen Elversberg jubeln, sofern die Geburt seines Kindes nicht dazwischen kommt.
Kickers Offenbachs Tunay Deniz will auch gegen Elversberg jubeln, sofern die Geburt seines Kindes nicht dazwischen kommt. © Harald Bremes/Imago Images

Sreto Ristic, der Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, weiß, worauf es im Topspiel gegen die SV Elversberg ankommt. Eine Idee ist allerdings nicht ernst gemeint. Sie betrifft Tunay Deniz, der auf Abruf steht.

Offenbach – Tunay Deniz ist bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach der Mann für besondere Momente. Das zeigte er zuletzt im Spiel beim FC Homburg, als er aus rund 50 Metern das 1:0-Siegtor erzielte. Dabei war sein Einsatz unklar, auch während der Partie herrschte Ungewissheit. Grund: Seine Frau ist hochschwanger. Im Falle eines Anrufs hätte sich Deniz sofort auf den Weg gemacht.

„In Homburg gab es aber kein Netz, dafür haben wir gesorgt“, scherzte Trainer Sreto Ristic, stellte aber klar: „Natürlich ist Fußball unser Beruf, aber es gibt wichtigere Sachen im Leben.“

Falls am Sonntag (14 Uhr) beim Topspiel zwischen dem Ersten (19 Spiele/41 Punkte) und dem Vierten SV Elversberg der Anruf kommt, darf Deniz freilich zu seiner Frau. Man werde aber erneut versuchen, das Netz zu blockieren, fügte Ristic augenzwinkernd an. Der Trainer betont zwar, dass man in dieser Saison bereits mehrfach Ausfälle kompensiert habe, auf Deniz würde er gegen Elversberg dennoch ungern verzichten. „Die sind seit fast drei Jahren überwiegend zusammen, zählen zu den Topteams und sind sicher auch ein Topkandidat für den Aufstieg“, lobt der Kickers-Coach. Aber auch beim Gegner, der nach der 1:2-Pleite gegen Homburg und einem spielfreien Wochenende etwas gutmachen will, ist der Respekt groß: „Die Jungs sind bereit, etwas Besonderes zu leisten. In Offenbach zu bestehen und zu gewinnen, wäre etwas Besonderes“, sagte Sportdirektor Nils-Ole Book.

Dass Elversberg corona-bedingt auf fünf Spieler verzichten muss, drei verletzt sind und einer gesperrt ist, schieben beide Klubs beiseite. Der OFC geht davon aus, dass die Akteure, die sich in Quarantäne befinden, zuletzt nicht zum Stamm zählten. Der Kader sei ohnehin gut besetzt. „Sie sind individuell und taktisch gut, arbeiten vernünftig gegen den Ball und haben die meisten Tore geschossen“, so Ristic. Um zu gewinnen, müsse man in vielen Bereichen „außergewöhnlich gut“ sein.

Mit einem Sieg wollen sich die Kickers auch von ihren Anhängern verabschieden, betont Ristic. Bei der letzten Partie des Jahres in Ulm (18. Dezember) werden corona-bedingt nur 750 Zuschauer und vermutlich keine Gästefans zugelassen sein. (Von Christian Düncher)

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