Kickers Offenbach

OFC enttäuscht nach Derby: „Riesenaufwand“, aber zu wenig Ertrag

Geringe Effektivität: Kickers Offenbachs Flügelspieler Marcell Sobotta (Mitte, im Duell mit Andu Kelati) ging im Derby gegen den FSV Frankfurt weite Wege, agierte aber insgesamt unglücklich. Rechts: Offensivmann Davud Tuma, der diesmal als Außenverteidiger spielte. „Wir wollten links mehr Tempo haben und kamen über diese Seite zu vielen Chancen“, erklärte Trainer Sreto Ristic. Am Ende stand es aber 0:0.
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Geringe Effektivität: Kickers Offenbachs Flügelspieler Marcell Sobotta (Mitte, im Duell mit Andu Kelati) ging im Derby gegen den FSV Frankfurt weite Wege, agierte aber insgesamt unglücklich. Rechts: Offensivmann Davud Tuma, der diesmal als Außenverteidiger spielte. „Wir wollten links mehr Tempo haben und kamen über diese Seite zu vielen Chancen“, erklärte Trainer Sreto Ristic. Am Ende stand es aber 0:0.

Kickers Offenbach kommt im Derby gegen den FSV Frankfurt nicht über ein torloses Remis hinaus und ist enttäuscht nach der Partie.

Offenbach – Mit Ausnahme des „Ausreißers“ in Steinbach sieht sich Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach in den Spielen mit Topteams auf Augenhöhe. Es fehlen oft nur Kleinigkeiten für einen Sieg, wie beim jüngsten 0:0 gegen den FSV Frankfurt, als viele Chancen ausgelassen wurden. Der OFC tritt damit in der Tabelle auf der Stelle, das erschwert die Personalplanung.

Marcell Sobotta steht in diesen Tagen stellvertretend für das große Manko der Offenbacher Kickers in den Topspielen: Der Offensivmann des Fußball-Regionalligisten zeigt zwar großen Einsatz, es kommt unterm Strich aber zu wenig dabei heraus. Das war vor zwei Wochen gegen Spitzenreiter SC Freiburg II (1:1) so und das wiederholte sich nun im Verfolgerduell mit dem FSV Frankfurt (0:0). Folge: Anstatt mit einem Sieg auf Platz zwei zu klettern und den Rückstand auf den Tabellenführer auf vier Zähler zu verkürzen, bleiben die Kickers Vierter - sechs Punkte hinter Rang eins.

Kickers Offenbach: Mannschaft des OFC hat sich nicht belohnt

„Es ist schade für die Mannschaft, dass sie sich für ihren Aufwand in diesen zwei Spielen nur mit zwei Punkten belohnt hat“, sagt Geschäftsführer Thomas Sobotzik, sieht die Mannschaft aber dennoch auf dem richtigen Weg: „Es ist eine Entwicklung zu erkennen. Unser Ziel ist es, immer besser zu werden.“ Optimierungsbedarf gibt es vor allem bei der Verwertung der Tormöglichkeiten. Dessen ist sich auch Sreto Ristic bewusst. „Wir müssen daran arbeiten, aus unseren Chancen auch Tore zu machen“, sagt der OFC-Trainer. „Das Ergebnis ist für uns bitter, jedoch nicht die Art und Weise, wie wir gespielt haben.“

Gegen die weiter von den Nachwehen mehrerer Coronafälle im Kader gebeutelten Bornheimer stand der OFC hinten gewohnt sicher, ließ jedoch vorne zu viel liegen. „Wir sind hinten schwer zu knacken und können gegen jeden gewinnen“, meint Vizekapitän Maik Vetter. Dafür müssten die Kickers ihre Tormöglichkeiten aber endlich besser nutzen. Elia Soriano (2) und Florent Bojaj vergaben gegen den FSV drei „hundertprozentige Chancen“, so Sobotzik. „Das hat nicht immer nur mit Pech zu tun.“ Daniel Endres parierte zwar mehrfach stark, teilweise waren es aber auch dankbare, weil unplatzierte Bälle für den Ex-Offenbacher.

„Fakt ist: Wir betreiben einen Riesenaufwand, aber gefühlt kommt zu wenig dabei heraus“, resümiert Sobotzik. Und so treten die Kickers in der Tabelle weiterhin auf der Stelle. „Das ist für einige Leute enttäuschend, aber wir haben die Entwicklung unseres Teams im Blick.“ Und diese stimmt den Geschäftsführer durchaus zuversichtlich. Mit Ausnahme des „Ausreißers“ gegen Steinbach (0:4) sei der OFC in den Topspielen mit dem Gegner jeweils „auf Augenhöhe“ gewesen. Teilweise fehlten nur Kleinigkeiten. Daran gilt es zu arbeiten. „Wir werden nun sehen, ob wir die nötige Konstanz und Effektivität reinbekommen. So lange wir ans Limit gehen, wird es von mir keinen Vorwurf geben. Wir müssen uns nun schütteln und das Positive mitnehmen.“ Zumal bereits am Samstag um 14 Uhr das nächste Spitzenspiel wartet. Dann gastiert der einen Zähler bessere SSV Ulm 1846 in Offenbach.

Kickers Offenbach: Ristic sieht Remis nicht als Rückschlag für OFC

Ristic wertet das jüngste Remis gegen den FSV Frankfurt keineswegs als Rückschlag, er sieht den OFC weiterhin gut im Rennen: „Das 0:0 ist ärgerlich, bedeutet jedoch erst mal gar nichts.“ Mittelstürmer Mathias Fetsch sieht es ähnlich: „Der Aufstieg wurde nicht heute entschieden. Wir hätten mehr verdient gehabt, letztlich war es aber ein Punkt gegen eine gute Truppe, die mit uns und einigen anderen Mannschaften oben steht. Wir dürfen jetzt nicht lange hadern, sondern müssen weitermachen. Es sind noch viele Spiele.“ 13, um es genau zu nehmen, 39 Punkte sind also noch zu vergeben. Da kann also in der Tat noch einiges passieren, allerdings nur, wenn der OFC seine Probleme in den Griff bekommt. Neben der Chancenverwertung war auch das Konterspiel arg ausbaufähig.

„Wir können aber nicht Woche für Woche sagen, dass noch viele Spiele zu absolvieren sind“, gibt Maik Vetter zu bedenken. „Irgendwann müssen wir solche Partien gewinnen.“ Am besten am Samstag gegen Ulm. Sollte der OFC verlieren, wäre der Zug nach oben wohl endgültig abgefahren. Sobotzik könnte dann immerhin planen, was angesichts der aktuellen Situation schwierig ist. „Wir stehen ja nicht im Niemandsland der Tabelle“, stellt der Geschäftsführer klar. Vertragsgespräche finden derzeit keine statt. „Das haben wir überall klar kommuniziert. Wir sondieren natürlich stets den Markt, aber die ganze Energie gilt dem Hier und Jetzt.“ (Von Christian Düncher)

Endres ist Offenbach weiter ohne Gegentor

Auswärtsspiele bei Kickers Offenbach sind für Daniel Endres weiterhin ungewohnt. Es sei ein merkwürdiges Gefühl gewesen, sich in der Gästekabine umzuziehen, „in der wir früher Yoga gemacht haben“, sagte der gebürtige Offenbacher, der 24 Jahre für den OFC gespielt hatte. Auf dem Platz fühlte er sich aber pudelwohl, rettete dem FSV Frankfurt das 0:0 und blieb somit wie bei seinem ersten Gastspiel in Offenbach vergangene Saison mit Bayern Alzenau (2:0) ohne Gegentor. „Ich habe meinen Job ganz ordentlich gemacht“, gab sich Endres bescheiden: „Der OFC hatte ein klares Chancenplus. Wir können mit dem Punkt gut leben. Mit Fans wäre es für uns schwer geworden. Die hätten den OFC nach vorne gepuscht.“ (cd)

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