Kickers Offenbach

Kickers Offenbach: Seit dem Restart nur noch Mittelmaß

Leistungsträger im Loch: Die OFC-Spieler Florent Bojaj (links) und Marcell Sobotta (rechts, bei der Partie in Koblenz) sind nicht in Topform.
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Leistungsträger im Loch: Die OFC-Spieler Florent Bojaj (links) und Marcell Sobotta (rechts, bei der Partie in Koblenz) sind nicht in Topform.

Die corona-bedingte Unterbrechung des Spielbetriebs der Fußball-Regionalliga tat Kickers Offenbach nicht gut.

Offenbach – Der neue Trainer der Offenbacher Kickers ist nach drei Spielen noch ungeschlagen, aber im Umfeld beginnt es dennoch langsam zu rumoren. Zumal der Rückstand auf die Tabellenspitze sogar größer geworden ist. Nach dem 0:0 bei Abstiegskandidat TuS Rot-Weiss Koblenz (19.) gab es im Internet reichlich Kritik - an den Spielern, an Coach Sreto Ristic sowie an Geschäftsführer Thomas Sobotzik, der Ristic geholt hat.

Der neue Coach war verpflichtet worden, um mehr aus der Mannschaft herauszuholen als Vorgänger Angelo Barletta. „Das ist fast wie bei einer Zitrone, die man ausquetscht“, hatte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik Anfang des Jahres bei der Vorstellung des 44-Jährigen gesagt. Das Problem ist jedoch, dass einige Spieler derzeit den Eindruck vermitteln, als seien sie bereits völlig ausgequetscht. Oder wie es Ristic ausdrückte: Es fehle einigen eventuell die „geistige oder körperliche Frische“. Das ist eine alarmierende Aussage, die sich allerdings durch Zahlen untermauern lässt und Fragen mit Blick auf die Trainingssteuerung in den vergangenen Monaten aufwirft.

Kickers Offenbach: OFC hat im November durchtrainiert

Während die Kickers im November, als der Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Südwest corona-bedingt pausierte, quasi durchtrainierten, um bestmöglich vorbereitet zu sein, ließen es andere Teams deutlich lockerer angehen. Teilweise auch gezwungenermaßen, da ihr Verein Kurzarbeit angemeldet hatte. Auffallend ist jedoch, dass viele dieser Mannschaften nach dem Restart wesentlich erfolgreicher waren als der OFC, der im Dezember und Januar unter Barletta (vier Spiele, vier Punkte) und Ristic (drei Spiele, fünf Punkte) nur neun von 21 möglichen Zählern holte. Das ist lediglich eine mittelmäßige Ausbeute. Zum Vergleich: Spitzenreiter FSV Frankfurt holte in dieser Phase 19 Punkte. Unter anderem waren auch Hessen Kassel und die TSG Balingen erfolgreicher.

Kurzum: Seit dem Restart läuft es nicht mehr rund bei den Kickers. Torjäger Mathias Fetsch traf in den vergangenen sieben Spielen nur einmal. Marcell Sobotta legte lediglich einen weiteren Scorerpunkt nach. Tunay Deniz wirkt - trotz zwischenzeitlicher Gelbsperre - überspielt. Und auch Florent Bojaj ist im Form-Tief. Das sind aktuell zu viele Problemzonen. Zumal von der Bank - trotz des großen Kaders - aktuell zu wenige Impulse kommen. Davud Tuma war eigentlich aus genau diesem Grund geholt worden, soll inzwischen aber ebenso wie Luigi Campagna und Leonidas Tiliudis abgegeben werden. Elia Soriano erzielte seine zwei einzigen Tore bei einem seiner drei Startelf-Einsätze, stach aber noch nicht als Joker. Moritz Reinhard ist in der Stürmer-Rangfolge ohnehin außen vor. Jakob Lemmer wurde zuletzt zwar dreimal in Folge eingewechselt und zeigte jeweils gute Ansätze, muss aber erst noch weiter herangeführt werden, nachdem er zuletzt unter Barletta auch verletzungsbedingt keine Rolle mehr gespielt hatte.

OFC: Ristic muss seinem Team noch das System vermitteln

„Wir müssen die Jungs so präparieren, dass es weitergehen kann“, sagt Ristic. Das klingt fast so, als müsse er die Spieler mental und körperlich erst wieder in eine Form bringen. Parallel arbeitet er weiter daran, dem Team sein System zu vermitteln. Beim Spiel der Kickers gegen Koblenz sei es darum gegangen, die Balance aus spielerischen Elementen und Absicherung zu finden, „um nicht in irgendwelche Konter zu laufen“, erklärte der Trainer. Was passiert, wenn man zu ungestüm anrennt, hatte der OFC ja im letzten Spiel unter Barletta in Balingen schmerzhaft erfahren, als sich in der Endphase alle nach vorne orientierten und Malte Karbstein als letzter Mann den Ball verlor - 0:1.

Mit einem Sieg hätten die Kickers damals auf Platz drei überwintert. Nun ließen sie erneut die große Chance liegen, Boden gut zu machen. Bei einem Spiel weniger liegen sie acht Punkte hinter dem FSV. Dass der Rückstand nicht größer ist, ist nur der Tatsache geschuldet, dass auch die Rivalen Punkte liegen lassen. Ristic hat also einiges zu tun. Dessen ist er sich bewusst: „Es geht nur mit Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ (Von Christian Düncher)

Tabelle seit dem Restart

1. FSV Frankfurt 7 13:4     19

2. SSV Ulm 1846 7 17:5     15

3. TSG Balingen 8 15:7     15

4. FC Gießen 8 19:10 12

5. FSV Mainz 05 II 8 10:8     12

6. SV Elversberg 7 14:8     11

7. VfB Stuttgart II 7 18:8     10

8. TSV Steinbach Haiger 6 10:8     10

9. KSV Hessen Kassel 7 10:13 10

10. Kickers Offenbach 7     9:5       9

11. TSG Hoffenheim II 7 13:13     9

12. Bahlinger SC 7 7:8        9

13. SG Großaspach 8 6:9 9

14. SC Freiburg II 6 7:6 8

15. VfR Aalen 7 6:6 8

16. TuS RW Koblenz 7 8:10 8

17. FC Astoria Walldorf 7 3:9 7

18. FC Homburg 5 4:4 6

19. FK Pirmasens 6 6:9 6

20. FC Bayern Alzenau 7 5:15 5

21. TSV Schott Mainz 8 9:25 5

22. Eintr. Stadtallendorf 7 3:15 1

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