Kickers Offenbach

OFC: Soriano krönt perfekte Woche

An der Schläfe gezeichnet von harten Zweikämpfen, aber glücklich: Elia Soriano (links) wird von Maik Vetter (verdeckt), Denis Huseinbasic, Marcell Sobotta und Florent Bojaj nach seinem ersten Treffer beglückwünscht. Rechts: Serkan Firat, der den Elfer herausgeholt hatte.
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An der Schläfe gezeichnet von harten Zweikämpfen, aber glücklich: Elia Soriano (links) wird von Maik Vetter (verdeckt), Denis Huseinbasic, Marcell Sobotta und Florent Bojaj nach seinem ersten Treffer beglückwünscht. Rechts: Serkan Firat, der den Elfer herausgeholt hatte.

Unter der Woche hatte Stürmer Elia Soriano seinen Vertrag bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach verlängert, am Samstag setzte er im Spiel beim VfR Aalen ein Zeichen und erzielte beide Tore beim 2:0-Sieg. Nun freut er sich auf sein erstes Spiel im OFC-Trikot mit Zuschauern.

Offenbach – Mit einem Veilchen am rechten Auge, aber zufrieden lächelnd stand Elia Soriano nach dem 2:0 (0:0)-Sieg beim VfR Aalen im Sonnenschein vor der Kabine. Der Stürmer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hatte eine für ihn perfekte Woche gekrönt.

Beim 6:1 gegen Astoria Walldorf hatte er getroffen, danach seinen Vertrag beim OFC um ein Jahr verlängert - und am Samstag, im letzten Auswärtsspiel der episch langen Saison, mit einem Doppelpack das Spiel bei seinem früheren Klub, für den er von Sommer 2010 bis Januar 2011 unter Vertrag stand, entschieden. In der 58. Minute war er mit einem Foulelfmeter erfolgreich. In der 64. Minute legte Soriano nach tollem Chip von Florent Bojaj aus kurzer Distanz nach. „Ich bin froh, dass ich so ein Zeichen setzen konnte“, sagte der Doppeltorschütze, der mit sieben Treffern in der internen Schützenliste auf Rang drei kletterte und sogar noch mehr Chancen hatte. Sein Kopfball in der 57. Minute ging aber knapp daneben. „Es war harte Arbeit, wir mussten viel laufen, viele Zweikämpfe führen“, räumte Soriano ein.

Trainer Sreto Ristic hatte sein Team gegenüber dem 6:1 gegen Walldorf auf drei Positionen verändert. Für Davud Tuma, Florent Bojaj und Mathias Fetsch begannen Marcell Sobotta, Tunay Deniz und Soriano. Die Kickers kontrollierten gegen aggressiv anlaufende Aalener die Partie. „Wir haben über 90 Minuten umgesetzt, was wir wollten, und verdient 2:0 gewonnen“, sagte Ristic. Vor allem habe sein Team Aalen die Lust am Spielen genommen - dank einer gewohnt aufmerksamen Defensive, in der sich Linksverteidiger Ronny Marcos trotz seiner Achillessehnenprobleme erneut zur Verfügung stellte. Chancen für Aalen entsprangen nur, wenn der OFC entweder übermütig war, wie nach Sebastian Zielenieckis Solo mit Fehlpass am Strafraum, was Torwart Stephan Flauder gegen Abruscia mit einer starken Parade ausbügelte (42.). Oder bei der Unordnung nach Malte Karbsteins Verletzung, in deren Folge Merk den Pfosten traf (68.).

Was in der ersten Hälfte fehlte, war die Präzision und die Entschlossenheit vor dem Tor. Das änderte sich im zweiten Durchgang, was auch durch einen taktischen Wechsel des OFC-Trainers forciert wurde. Für Lucas Albrecht, den eher defensiv denkenden Sechser, brachte Ristic Florent Bojaj. Tunay Deniz rückte eine Position nach hinten. Fortan lief das Offensivspiel der Kickers geschmeidiger, das Gegenpressing wurde effektiver, das Kombinationsspiel zielführender. Eine Kombination aus allem führte zum Strafstoß. Der OFC hatte im Aalener Strafraum die Kugel erorbert, Serkan Firat den Elfmeter herrausgeholt. „Das war eine klare Sache, der erste Kontakt war schon im Strafraum, der zweite dann sowieso“, sagte der Rechtsaußen. Soriano versenkte die Kugel cool im rechten Eck - und stand vier Minuten später goldrichtig.

Es war seine letzte Aktion, danach holte ihn Ristic vom Feld, brachte Toptorjäger Mathias Fetsch. Die Kickers blieben dominant, verpassten es aber, die Konter besser auszuspielen. Exemplarisch dafür stand der für den bemühten, aber glücklosen Sobotta eingewechselte Davud Tuma. In der 89. Minute sprintete er auf links los, sein Rückpass missriet aber völlig. In der Nachspielzeit legte er sich eigentlich den Ball zu weit vor. Serdar Arslan kam dennoch zu spät, foulte Tuma und flog wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz.

Soriano kühlte da längst seine Wunden aus vielen harten Zweikämpfen. Und freute sich aufs Saisonfinale am Freitag (19 Uhr) gegen Mainz 05 II - vor bis zu 3000 Fans. „Das wird ein toller Abschluss, ich habe ja noch nie in Offenbach vor Fans gespielt.“ Das Spiel soll einen Vorgeschmack geben auf das, was in der kommenden Saison möglich sein soll. „Da geht einiges“, ist Soriano sicher. Zuvor aber freut er sich auf Urlaub - und dann eine komplette Sommervorbereitung. Letztmals war ihm das vor zwei Jahren beim polnischen Erstligisten Korona Kielce vergönnt. Danach warfen den früheren Darmstädter Verletzungen, vor allem der Kreuzbandriss im Februar 2020, weit zurück. „Ich bin froh, dass er verlängert hat“, sagt Ristic: „Ich weiß um seine Qualitäten, er macht aus wenig sehr viel.“ (Von Jörg Moll)

VfR Aalen - Kickers Offenbach 0:2 (0:0)

VfR Aalen: Layer - Arh Cesen (80. Knipfer), Stanese, Arslan, Volz - Merk, Herrmann, Abruscia, Müller - Barini, Bux (66. Senger)

K. Offenbach: Flauder (Note: 2) – Vetter (3), Zieleniecki (3), Karbstein (2,5), Marcos (3/74. Garic -) – Albrecht (3,5/46. Bojaj 2,5) - Firat (2,5/65. Lemmer 3), Deniz (3), Huseinbasic (2,5), Sobotta (3/74. Tuma -) - Soriano (2/65. Fetsch 3)

Schiedsrichter: Philipp Hofheinz (Niefern-Öschelbronn) - Zuschauer: 100 - Tore: 0:1 Soriano (58./Foulelfmeter), 0:2 Soriano (64.) - Gelb: - / Huseinbasic (4) - Rot: Arslan (90.+1/Notbremse)

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