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OFC stellt Trainer Alexander Schmidt frei - Alfred Kaminski übernimmt interimsweise

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Von: Jörg Moll

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Alexander Schmidt ist nicht mehr Trainer des OFC.
Alexander Schmidt ist nicht mehr Trainer des OFC. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik

Die Offenbacher Kickers haben Trainer Alexander Schmidt mit sofortiger Wirkung freigestellt. Interimsweise übernimmt der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Alfred Kaminski.

Offenbach – Die Offenbacher Kickers haben ihre ursprüngliche Entscheidung, mit Trainer Alexander Schmidt in den hessischen Krisengipfel der Fußball-Regionalliga Südwest am Samstag (14 Uhr) beim Tabellenletzten KSV Hessen Kassel zu gehen, nach 24 Stunden revidiert. Am Mittwoch teilte der mit elf Punkten aus acht Spielen schwach gestartete Aufstiegskandidat mit, dass Schmidt gehen muss.

„Es war keine Entscheidung, die du aus dem Ärmel schüttelst“, räumte Geschäftsführer Matthias Georg ein. Schmidt wird bis zum 30. September freigestellt, dann endet nach Informationen unserer Zeitung sein Arbeitsverhältnis. „Die sportliche Ausbeute war unbefriedigend“, erklärte Georg. Hinzu kam, dass die Überzeugung fehlte, dass der 53-Jährige das Ruder in die richtige Richtung lenken könne. „Wir brauchen einen Schulterschluss mit Trainerteam, Fans, Mannschaft und Verein“, betonte Georg: „Wir müssen wieder eine Einheit werden.“

OFC: Schmidt war nur 83 Tageim Amt

Gleichwohl räumte der Geschäftsführer ein, dass eine Trainerentlassung zu einem derart frühen Zeitpunkt –Schmidt war gerade mal 83 Tage im Amt – „eine Niederlage für alle ist, das gilt natürlich auch für meine Person“. Letztlich gehe es aber nicht um Personen, sondern nur um das Beste für den Verein. Und genau da waren die Zweifel zu groß geworden.

Der gebürtige Augsburger hatte das Team am 1. Juli übernommen, blieb aber trotz langer Vorbereitung ein Suchender: Er veränderte Taktik und Aufstellung, vor und während der Partien. Seine Ankündigung, den OFC mit „Vollgasfußball“ um den Titel spielen lassen zu wollen, erwies sich als schwer umsetzbar. Schon im ersten Spiel bei Aufsteiger Wormatia Worms lernte das neuformierte Offenbacher Gefüge – zwölf externe Zugänge und ein neues Trainerteam kamen, 17 Akteure gingen – die ernüchternde Realität der Regionalliga kennen, unterlag gegen einen defensiv eingestellten Aufsteiger 0:1. In vier Auswärtspartien holte der OFC zwei Zähler. Kaschiert wurde die Bilanz durch drei Heimsiege, ehe am Samstag das 1:2 gegen den Tabellenzweiten FC Homburg folgte. Anschließend hatten viele Fans ihren Unmut mit „Trainer-raus“-Rufen geäußert.

OFC: „Es geht darum, wieder in die Spur zu kommen“

„Das habe ich auch registriert“, räumte Georg ein, die Entscheidung, Schmidt freizustellen, sei aber dadurch nicht beeinflusst worden. Allerdings geht es beim OFC nunmehr vorrangig darum, die Negativität im Umfeld zu stoppen und das schlingernde Schiff in ruhigeres Fahrwassser zu bekommen. „Wir reden nicht mehr von Saisonzielen“, betonte Georg: „Es geht darum, wieder in die Spur zu kommen.“

Das soll interimsweise Alfred Kaminski schaffen. Der Leiter des Leistungszentrums der Kickers leitete am Mittwochnachmittag die erste Trainingseinheit. „Ich bin mit Unterbrechungen seit viereinhalb Jahren beim OFC, da war es klar, dass ich helfe, wenn Not am Mann ist“, erklärte der 58-Jährige, der 2016 die Stuttgarter Kickers in der Regionalliga und 2018 die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Hessenliga coachte. „Alfred hat Stallgeruch, kennt den Verein“, lobt Georg. Eine Dauerlösung soll er nicht sein. „Wir werden in aller Ruhe nach einer mittelfristigen Trainerlösung suchen“, kündigte Georg an. Eine, die am besten länger Bestand hat als 83 Tage. (jm)

Kaminski der achte Trainer in zehn Regionalliga-Spielzeiten

 Er ist Leiter des Leistungszentrums der Offenbacher Kickers, vorerst aber wird Alfred Kaminski seinen Fokus auf die Regionalliga-Profis richten. Der 58-Jährige ist der achte Trainer des OFC in zehn Jahren Fußball-Regionalliga:

Rico Schmitt (53): übernahm am 13. Februar 2013 noch in der 3. Liga, am 25. Januar 2016 musste der Sachse gehen.

Oliver Reck (57): Der Ex-Nationalspieler kam am 27. Januar 2016, am 30. Juni 2018 ging er.

Daniel Steuernagel (42): kam am 1. Juli 2018, am 17. September 2019 freigestellt.

Steven Kessler (47): vom 17. September bis 1. Dezember 2019 Interimscoach.

Angelo Barletta (45): Kam am 2. Dezember 2019, musste am 30. Dezember 2020 gehen.

Sreto Ristic (46): kam am 1. Januar 2021, wurde am 30. Juni 2022 freigestellt.

Alexander Schmidt (53): Am 1. Juli 2022 gekommen, am 21. September beurlaubt.       jm

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