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OFC: Stete Wechsel als einzige Konstante

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Von: Jörg Moll

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Erst einzige Spitze, später kurz Rechtsverteidiger: Offenbachs bester Torschütze Jakob Lemmer war in Balingen als Zielspieler gefragt, konnte sich aber selten gefährlich durchsetzen.
Erst einzige Spitze, später kurz Rechtsverteidiger: Offenbachs bester Torschütze Jakob Lemmer war in Balingen als Zielspieler gefragt, konnte sich aber selten gefährlich durchsetzen. © Hübner

Bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach geht diese Saison weiterhin nur zu Hause die Post ab. Die taktische Ausrichtung im Spiel bei der TSG Balingen wirft derweil Fragen auf

Offenbach – Sieben Spieltage sind in der Fußball-Regionalliga Südwest absolviert - und bei den Offenbacher Kickers hat sich ein erstes Muster herausgebildet, das das Umfeld weiterhin mächtig in Unruhe versetzt: Während zu Hause die Post abgeht - neun Punkte aus drei Spielen und 11:4 Tore bedeuten Platz zwei in der Heimbilanz der Liga hinter dem nächsten Heimgegner am Samstag (14 Uhr), dem FC Homburg (9/13:5) - will auswärts kein Dreier gelingen. Nach dem 1:1 (0:0) bei der TSG Balingen steht der OFC in dieser Statistik im unteren Mittelfeld. Nur zwei von zwölf möglichen Zählern sind mehr als ernüchternd. Was aber sind die Gründe für diese Diskrepanz? Der Faktencheck des Balingen-Spiels:

Taktische Ausrichtung: Das derzeit größte Thema bei der Beurteilung des OFC. Die einzige Konstante ist der stete Wechsel. Wer gedacht hatte, dass Trainer Alexander Schmidt nach dem über weite Strecken überzeugenden 3:1-Sieg gegen den VfR Aalen eine Stammformation und -ausrichtung gefunden hätte, wurde in Balingen überrascht. Vor der defensiven Dreierkette agierte ein Vierermittelfeld mit Jost Marose als zweitem defensiven Part neben Björn Jopek. Davor zwei Zehner (Christian Derflinger und Rafael Garcia) und als einzige Spitze Jakob Lemmer. Seine Kollegen Törles Knöll, Lucas Hermes und Phlipp Hosiner nahmen zunächst alle auf der Bank Platz. Gegen einen Gegner, der mit Fünfer-Kette auf schnelles Umschaltspiel programmiert ist, stand der OFC in der ersten Hälfte bis auf zwei Ausnahmen sicher und hatte ein klares optisches Übergewicht. „Aber dafür können wir uns nichts kaufen“, räumte Schmidt ein. Der starke Derflinger, Dominik Wanner und Garcia ließen gute Möglichkeiten liegen. Dafür war Lemmer zwar als Zielspieler fleißig, selbst kam er allerdings kaum in gefährliche Situationen. In Hälfte zwei brachte Schmidt in Hermes einen zweiten Stürmer für Mairose, tauschte zudem Wanner gegen Zitzelsberger. Ein Wechsel, der Fragen aufwirft: Kann Wanner, den zuletzt eine Entzündung geplagt hatte, wirklich nur 45 Minuten? Und kann Zitzelsberger überhaupt helfen auf der Position? Der Blondschopf stand beim 0:1 auf seiner linken Seite falsch, kam dann gegen Flankengeber Laurin Curda nicht hinterher und begünstigte so, aber längst nicht als einziger Offenbacher, das fünfte Gegentor auf fremdem Platz. Die Fehlerkette nahm schon im rechten Mittelfeld ihren Anfang, wo der OFC null Gegnerdruck erzeugte.

Danach ging Schmidt „All in“, brachte in Knöll, Hosiner und Onangolo drei weitere Offensivkräfte. Was zur Folge hatte, dass fleißig rotiert wurde. Lemmer war zwischenzeitlich sogar Rechtsverteidiger, Derflinger eine Art Sechser im Mittelfeld. Der Erfolg in Form des 1:1, an dem alle drei Joker beteiligt waren, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass „All in“ und wilde Rotation für einen Aufstiegsanwärter kein tragfähiges Konzept sein können.

Die rechte Außenbahn: Schmidt hat sich dort auf Semir Saric festgelegt - der siebte Kandidat in acht Pflichtspielen. Doch auch Saric ist eher eine Notlösung, kann dort sein Potenzial nur bedingt entfalten und wäre mit seinem Tempo und seiner Ballsicherheit in der Zentrale wohl wertvoller. Am Samstag könnte der in Balingen eingewechselte Shako Onangolo gegen Ex-Klub FC Homburg auf rechts rücken. „Er hat es gut gemacht“, sagt Schmidt. Das Problem: Saric droht dann wieder die Bank.

Torwartwechsel: Daran lag es nicht, dass der OFC zum fünften Mal im siebten Spiel in Rückstand geriet. David Richter parierte in der ersten Hälfte zweimal stark, strahlte Ruhe aus. Ein bemerkenswertes Comeback nach komplizierten zwei Wochen, in denen Maximilian Engl ihn als Nummer eins abgelöst hatte. „Es war schwierig, weil ich selbst gemerkt habe, dass ich nicht so da war wie vergangene Saison. Ich habe mich hinterfragt, was anders läuft“,so der 23-Jährige. Er sprach mit Freunden und entschied für sich: „Ich mache die Dinge wieder so wie vergangene Saison, mache mir nicht so viel Kopf.“ Das half.

Von Jörg Moll

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