Humpelnd, aber überglücklich

Treske nach Geburt der zweiten Tochter „befreit“ und „beflügelt“

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Mittelstürmer Florian Treske (links, im Testspiel gegen den VfB Höchst/Nidder) war während der Saisonvorbereitung mit 14 Treffern bester Torschütze der Offenbacher Kickers.

Offenbach - Die Saison hat noch nicht begonnen, Florian Treske ist aber schon vor dem Eröffnungsspiel gegen die SV Elversberg „überglücklich“. Der Grund ist privater Natur. Von Christian Düncher 

Zudem fühlt sich der Stürmer der Offenbacher Kickers nach gesundheitlichen Problemen fit, schemerzfrei ist er aber nicht. Die Zeit, in der Florian Treske ständig auf Abruf gestanden hatte, ist vorbei. Töchterchen Frieda hat endlich das Licht der Welt erblickt, etwas früher als erwartet. „Die gesamte Familie ist froh, dass es so schnell gegangen ist, auch mit Blick auf die Hitze. Die Natur wollte es so“, sagt der 30-jährige Mittelstürmer der Offenbacher Kickers und gewährt einen Einblick in sein Gefühlsleben: „Ich bin überglücklich.“ Auch weil er nun „befreit“ in das Saisoneröffnungsspiel heute (19 Uhr) gegen die SV Elversberg gehen kann. „Gott sei Dank muss ich mir nun keine Gedanken mehr machen.“

Wäre Frieda erst am Spieltag zur Welt gekommen, hätten die Kickers auf Treske verzichten müssen. „Die Familie geht vor“, stellt er klar. „Wir haben eine gute Mannschaft, die das auch ohne mich geschafft hätte. Eine Geburt erlebt man schließlich nur ein-, zweimal im Leben.“ In Treskes Fall zweimal. Vor zwei Jahren wurde er erstmals Vater – ebenfalls von einem Mädchen: Leni. Das Timing war damals sogar noch besser. „Sie kam kurz vor dem letzten Saisonspiel zur Welt. Wir drei konnten damals vier Wochen zusammen verbringen“, erinnert sich Treske. „Nun ist meine Frau Simone weitestgehend auf sich alleine gestellt.“

Simone, Leni und nun Frieda – Florian Treske bleibt also der einzige Mann in der Familie. Er nimmt es mit Humor: „Wer drei so dominante Frauen zu Hause hat, der lässt sich davon gerne treiben.“ Wobei: Fließend wirken seine Bewegungen nicht. Wer ihn auf dem Platz sieht, könnte meinen, der zweifache Vater sei gerade barfuß auf einen Legostein getreten. „Mein Laufstil sieht ein bisschen humpelmäßig aus“, gibt er zu. „Das habe ich mir so angeeignet.“ Und: Es hilft. So hat er die Schmerzen, die ihn gegen Ende der vergangenen Saison plagten und zwischenzeitlich zu einer Pause zwangen, weitestgehend „im Griff“. Auch dank eines Spezialisten in Hannover, den er mehrfach besucht hat. Der stellte fest, dass eine Entzündung in der Ferse Auslöser der Schmerzen war. „An manchen Tagen bin ich völlig beschwerdefrei, aber zu 100 Prozent ist es noch nicht vorbei.“

Die Mannschafts- und Spielerfotos von Kickers Offenbach

Gleichwohl fühlt sich der Rekordtorjäger der Regionalliga Südwest (77 Treffer in 171 Spielen) „fit“. Dass man sich beim OFC zwischenzeitlich Gedanken über die Verpflichtung weiterer hochkarätiger Stürmer gemacht hatte, lässt ihn kalt. „Das hat mich gar nicht interessiert“, sagt der Angreifer. Mit elf Treffern in 29 Spielen habe er vergangene Saison „nicht die beste Quote“ gehabt. „Aber statistisch gesehen bin ich immer noch der beste Stürmer der Regionalliga Südwest. In den vergangenen Jahren habe ich im Schnitt 15 Treffer erzielt. Wenn das so bleibt, können glaube ich alle damit zufrieden sein“, meint der aus Deggendorf stammende Niederbayer und stellt klar: „Ich weiß, wo das Tor steht. Aber ich weiß auch, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. In Varol Akgöz und Jake Hirst haben wir ja noch zwei gute Stürmer.“

Die taktische Änderung, die der neue Trainer Daniel Steuernagel vorgenommen hat, könnte Treske zugute kommen: „Wir verteidigen hoch, bei Ballgewinn ist der Weg zum Tor nicht weit.“ Und natürlich sorgt Frieda für zusätzliche Motivation. „Das beflügelt“, gibt der Kickers-Angreifer zu. Mit Worms gewann er damals zwar das erste Spiel nach der Geburt von Leni, ging aber leer aus. Also kein Anlass für einen speziellen Babyjubel. Und bei einem Tor gegen Elversberg? „Das würde ich mir spontan überlegen“, sagt Treske.

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