Kickers informieren über Stand des Insolvenzantrags

OFC setzt auf Fans, Vetter verlängert, Ruhl in Gesprächen

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Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers haben einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht eingereicht. Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen des Tages in unserem Ticker auf dem Laufenden.

Dem OFC fehlt Geld – wieder einmal: Die Profi GmbH der Offenbacher Kickers gab am 27. Mai bekannt, beim Amtsgericht in Offenbach einen Insolvenzantrag gestellt zu haben. Insolvenzverwalter DR. Andreas Kleinschmidt versucht seitdem in Zusammenarbeit mit den OFC-Verantwortlichen die Insolvenz der GmbH noch abzuwenden. Zudem muss auch der OFC e.V. bangen.

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Das Wichtigste der Pressekonferenz auf einen Blick:

  • Um das Insolvenzverfahren noch zu vermeiden, muss der OFC bis Juli (genaues Datum nicht genannt) etwa 900.000 Euro auftreiben.
  • Um an Geld zu kommen, setzt der OFC auf die Unterstützung der Fans. Unter dem Slogan „Alles auf Rot-Weiß“ gibt es einige Unterstützer-Aktionen.
  • Gläubiger Frank Ruhl sei in die Gespräche mit dem OFC wieder eingestiegen. Ergebnisse daraus gebe es noch nicht.
  • Der Spielbetrieb werde laut Insolvenzverwalter Kleinschmidt mit einem „wettbewerbsfähigen Budget“ geplant.
  • Spieler Maik Vetter verlängert seinen Vertrag.
  • Gegen den Neun-Punkte-Abzug wolle sich der OFC im Falle einer Nichteröffnung des Insolvenzverfahrens wehren.

Bilder: Kickers Offenbach setzt auf seine Fans

Die Pressekonferenz zum Nachlesen

Die Pressekonferenz ist beendet!

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Nachfrage zum Neun-Punkte-Abzug. Bleibt dieser auch beim Rückzug des Insolvenzantrags bestehen? Spahn erklärt, dass der Abzug bei anderen Landesverbänden nur bei der Eröffnung des Antrags bestehen bliebe. Spahn: „Ich glaube, dass bei einer Nicht-Eröffnung die Neun-Punkte-Abzug nicht bestehen bleiben darf. Dafür werden wir kämpfen.“ Es gebe Schriftverkehr mit den Verbänden. Die erste Antwort des Verbands lautete laut Spahn jedoch: „Der Neun-Punkte-Abzug bleibt bestehen.“ Noch ist in diesem Punkt offenbar nicht das letzte Wort gesprochen.

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Frage: Gibt es einen Hauptsponsor? Spahn: „Natürlich sind wir in Gespräche mit Sponsoren, diese müssen wir ehrlich führen.“ Kurz gesagt: Noch gibt es keinen Großsponsor.

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Spahn richtet sich noch einmal an die Fans: „Wenn wirklich mein Herz an Kickers Offenbach hängt, dann muss ich rausgehen und etwas tun.“

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Es wird weiter nach Zahlen von Budget, Dauerkarten usw. gefragt. Die Presse lässt nicht locker. Antworten vom Podium gibt es nicht wirklich.

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Zeitpunkt für die Insolvenzeröffnung, falls diese nicht verhindert werden kann, soll der Juli sein. Um die Eröffnung zu verhindern, müssen bis zu diesem Zeitpunkt die knapp 900.000 Euro an Verbindlichkeiten durch Einnahmen ausgeglichen werden.

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Noch einmal die Nachfrage: Wie hoch sind die alten Verbindlichkeiten der ersten Insolvenz? Kleinschmidt: „Ich gehe davon aus, dass wir aus dem alten Verfahren grob 17 Millionen wieder auf der Uhr hätten.“

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Nun werden Fragen zum Budget für die Mannschaft und zur angepeilten Zuschauerzahl gestellt. Kleinschmidt redet drum herum und nennt keine Zahlen: „Das Budget insgesamt ist kein Minimalbudget.“ Es sei nicht der Anspruch, eine Amateurmannschaft auf den Rasen zu schicken. „Das Budget ist wettbewerbsfähig.“

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Spahn: „Jetzt haben wir alle eine Chance, die Uhr auf Null zu stellen. Wir müssen sie greifen.“

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Noch einmal die Nachfrage zur genauen Zahl. „Rund 900.000 Euro sind mir an fälligen Verbindlichkeiten bekannt“, so Kleinschmidt. Er meint die aktuelle Insolvenz, aber was ist mit denen aus dem ersten Verfahren?

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Wie hoch sind die Verbindlichkeiten der GmbH genau? Kleinschmidt: „Bei einer erneuten Insolvenz würden alle aktuellen und alle aus dem ersten Insolvenzverfahren übrig gebliebenen Verbindlichkeiten zusammen gerechnet.“ Eine genaue Zahl nennt er nicht.

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Jetzt sind Fragen der Presse erlaubt. Die erste wird Kleinschmidt gestellt und zielte auf die Gläubiger. Kleinschmidt: „Irgendwann müssen wir ihnen sicher etwas anbieten.“

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Nun wird das unten verlinkte Video gezeigt.

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Vetter: „Es war keine einfache Zeit für uns Spieler. Für mich war aber schnell klar, dass ich unterschreiben werde, wenn der Spielbetrieb erhalten bleibt.“ Es gibt Applaus und Vetter setzt sich wieder zu den Zuschauern.

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Maik Vetter hat seinen Vertrag bei den Kickers unterschrieben! Er kommt nun auf das Podest.

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Kutz: „Ein riesen Dank an Oliver Reck. Er hat von Anfang an gesagt, dass er den Weg mit uns geht.“

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Der Dauerkartenverkauf startet am 1. Juli! Außerdem soll es ein Spiel von Fans gegen die OFC-Mannschaft geben. Dafür müssen die Anhänger einen kleinen Geldbetrag zahlen.

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Pressesprecher Lars Kissner ist nun an der Reihe: Es gebe nicht nur einen Slogan, sondern eine Unterstützer-Aktion: Das neue Paket bietet ein Vorkaufsrecht auf alle Pokal-, Liga und Freundschaftsspiele in den nächsten zwei Jahren. Zudem solle eine „Wall of Fame“ aufgestellt werden, wo der Name der Unterstützer kenntlich gemacht wird. Derweil soll die Mannschaft in einem Unterstützer-Trikot auflaufen. 

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Kutz verkündet den neuen OFC-Slogan: „Jetzt alles auf Rot-Weiß“ (siehe Video unten). Damit sollen die Kräfte gebündelt werden.

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Kutz: „Wir wollen alles tun, um die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu verhindern. Dafür brauchen wir Einnahmen. Wir müssen die Verhandlungen mit den Gläubigern aufnehmen.“

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Remo Kutz hat das Wort. Es müsse Strukturveränderungen geben.

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Nun geht‘s ums Sportliche: „Wir fangen nicht ganz von vorne an“, sagt Kleinschmidt. 

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Kleinschmidt: „Wir brauchen jetzt die Hilfe aller. Wenn alle mithelfen, haben wir die letzte Chance, das Schiff in Fahrt zu kriegen. Wenn alle zu Hause bleiben, haben wir natürlich keine Chance.“ Weiterhin bleibe die Abwendung des Insolvenzverfahrens das Ziel.

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Die Grundlage für alles sei eine gute Vermarktung. „Verkaufen, verkaufen, verkaufen“, sagt Kleinschmidt.

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Kleinschmidt: „Neben dem Spielbetrieb müssen wir auch die Strukturen im Blick haben. Was können wir daran ändern, um Vertrauen wieder aufzubauen?“ 

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Nun wirbt Kleinschmidt um die Gunst der Fans und der Sponsoren. Es sei wichtig, dass sie auch weiter dem OFC die Treue halten. „Es ist schwieriger als bei der ersten Insolvenz. Wir haben nur noch eine Chance. Es müssen alle mitmachen!“

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Kleinschmidt: Spielbetrieb wird auf zwei Grundlagen geplant. Zum einen bei einer Insolvenz und bei deren Abwendung.

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Kleinschmidt: „Haben eine Planung erarbeitet, die einen erfolgsversprechenden Kader vorsieht.“ Die Ungewisse seien jedoch die Einnahmen. Sprich: Kommen genug Fans? Werden genug Dauerkarten verkauft? Bleiben die Sponsoren treu?

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Nun ergreift Kleinschmidt das Wort. In den vergangenen zwei Woche habe er sich einen Überblick über die Lage verschafft. Kleinschmidt: „Wenn der Vereinsbetrieb nicht auf Dauer liquidiert wird, befürchten wir keine Irritationen für die GmbH. Diese verbindliche Aussage haben wir.“ Sprich: Auch wenn der e.V. in die Insolvenz muss, bleibt der Spielbetrieb erhalten.

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Weidner: „Auch Dr. Frank Ruhl ist in diese Gespräche eingestiegen. Wir sind noch nicht vereinbart, aber näher denn je.“ Man wolle sich nicht mehr vor Gericht streiten, sondern auf einen Betrag einigen.

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Weidner: „Wir haben mit allen Gläubigern geredet. Es gibt neue Stundungen.“

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Weidner spricht über die Entwicklungen beim Verein. Jetzt erklärt er, warum es überhaupt zu einer Insolvenz des e.V. kommen könnte. Er erläutert die Zusammenhänge zwischen der möglichen Insolvenz der GmbH und des e.V. Alles noch nichts Neues.

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Spahn spricht und geht auf Kritik am Präsidium ein. Diese sei nicht berechtigt.

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Präsident Helmut Spahn, Schatzmeister Markus Weidner, Geschäftsführer Remo Kurz und Insolvenzverwalter Kleinschmidt sind da. Es geht los.

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Dieses Video veröffentlichte heute das OFC-Fanradio

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Der Presseraum füllt sich langsam. Fotografen, Fernsehteams und die schreibende Zunft sind vor Ort.

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Ab 11 Uhr wollen das OFC-Präsidium und Dr. Andreas Kleinschmidt in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand des von der GmbH gestellten Insolvenzantrags und das daraus resultierende Vorgehen informieren.

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Ex-Offenbacher in den Bundesligen: Eine Übersicht

Zusammenfassung der vergangenen Wochen

Der OFC verkündete eine erste Erfolgsnachricht. Gläubiger Thomas Kalt bestätigte demnach schriftlich, dass er auf seine Forderungen gegenüber dem e.V. in einer Gesamthöhe von etwa 180.000 Euro verzichtet.

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Das Insolvenzverfahren beim OFC bleibt zunächst ohne Auswirkungen für die Jugendteams. Der ursprünglich für den 7. Juni geplante Mitglieder-Infoabend beim OFC ist zudem neu terminiert worden. Der Verein lädt seine Mitglieder am 22. Juni ins Stadion ein.

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Die Spielberechtigung für den OFC ist ein Fall für Juristen. Trainer Oliver Reck möchte trotz Insolvenz weiterhin bei Kickers Offenbach bleiben.

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Ein positives Signal für Kickers Offenbach: Die Sparda Bank bleibt Sponsor und Namensgeber des Stadions.

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Der für den 7. Juni geplante Mitglieder-Infoabend wird um etwa zwei Wochen verschoben. „Remo Kutz und Dr. Andreas Kleinschmidt gehen noch mal intensiver in die Zahlen“, heißt es vom Verein. Der neue Termin wird kurzfristig bestimmt.

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Auf einen spontanen Geldsegen in Form einer Ausbildungsentschädigung bei einem Transfer des Ex-Offenbachers Sebastian Rode kann der OFC nicht hoffen.

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Bei OFC-Präsidium herrscht erhöhte Alarmbereitschaft: Scheitert die Rückübertragung der Forderungen an die GmbH, steht die Ampel auf für den e.V. auf Rot.

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Unser Redakteur Jörg Moll hat sich in einem Kommentar zur aktuellen Situation der Kickers Gedanken gemacht. Dabei ist eines klar: Der OFC steht ganz dicht am Abgrund.

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Trotz der Proteste einiger Fans ist Dr. Andreas Kleinschmidt vom Amtsgericht Offenbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt worden.

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Jochen Koch, Sportchef der Offenbach-Post, hat sich in einem Kommentar darüber Gedanken macht, wie es zum Insolvenzantrag kommen konnte.

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Die Kickers sind ein krisenerprobter Verein. Neben den Insolvenz 2013 bekam der OFC bereits drei Mal keine Lizenz erteilt.  

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Die „Insolvenz-Pressekonferenz“ zum Nachlesen

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Weil die Frage schon mehrfach gestellt wurde: Kickers Offenbach will trotz des Insolvenzantrags auch kommende Saison in der Regionalliga Südwest spielen.

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Schock für den OFC: Der Klub teilte am 27. Mai mit, beim Amtsgericht einen erneuten Insolvenzvertrag eingereicht zu haben. Grund für diesen Schritt seien eine drohende Zahlungsunfähigkeit sowie eine Überschuldung der Gesellschaft.

Bilder: Mitgliederversammlung bei Kickers Offenbach

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