Kickers Offenbach

OFC: Torjäger Fetsch als tragische Figur

Gespräch unter Offensiv-Experten: Kickers Offenbachs neuer Trainer Sreto Ristic (rechts), einst Mittelstürmer in der Bundesliga, redet auf den zuletzt glücklosen Torjäger Mathias Fetsch (Mitte) ein. Links: Geschäftsführer Thomas Sobotzik, ehemaliger Erstliga-Spielmacher.
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Gespräch unter Offensiv-Experten: Kickers Offenbachs neuer Trainer Sreto Ristic (rechts), einst Mittelstürmer in der Bundesliga, redet auf den zuletzt glücklosen Torjäger Mathias Fetsch (Mitte) ein. Links: Geschäftsführer Thomas Sobotzik, ehemaliger Erstliga-Spielmacher.

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach bleibt auch in der zweiten Partie unter Trainer Sreto Ristic unbesiegt, kommt in der Tabelle aber nicht voran, auch weil Torjäger Mathias Fetsch in einem Loch hängt.

Offenbach – Seine Serie hat gehalten. Aber das war für Sreto Ristic nur Nebensache. Der 44-Jährige, der als Spieler nie auf dem Bieberer Berg verloren hatte, blieb auch in seinem ersten Heimspiel als Coach der Offenbacher Kickers unbesiegt. Das 0:0 im Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest mit der SV Elversberg stellte ihn jedoch nur bedingt zufrieden, auch wenn er versuchte, sich das nicht anmerken zu lassen.

„Wir haben das Ergebnis nicht abgesprochen“, scherzte Ristic angesichts der Tatsache, dass er unter Elversbergs Coach Horst Steffen bei drei Vereinen Co-Trainer war und sich viele ihrer ehemaligen Weggefährten ein Remis gewünscht hatten. Viel fehlte jedoch nicht und der Schüler hätte seinem Ex-Lehrer eine Niederlage zugefügt. „Nach der zweiten Hälfte fühlt es sich so an, als wären wir dem Sieg näher gewesen“, sagte der OFC-Trainer. Steffen bestätigte diese Einschätzung: Der zweite Durchgang habe den Kickers gehört, gab der SVE-Coach zu, dessen Team vor der Pause dominiert hatte. Allerdings: Chancen für Elversberg gab es nur nach Offenbacher Fehlern. Kickers-Torwart Stephan Flauder hatte insgesamt wenig zu tun.

Die mit elf Gegentoren in 17 Spielen beste Defensive der Liga stand auch gegen die drittbeste Offensive (37 Treffer) sicher. Im Spiel nach vorne tat sich der OFC aber lange schwer. „Das war noch nicht der Fußball, den wir mit Ball spielen können“, gab der Kickers-Trainer zu. Das war gegen Elversberg jedoch auch nicht unbedingt zu erwarten. Die Saarländer hinken den Erwartungen zwar hinterher, zeigten aber, warum 19 der 22 Trainer sie vor Rundenbeginn als Topfavorit genannt hatten. Auch für OFC-Außenverteidiger Marco Fritscher (wegen Krämpfen ausgewechselt) war Elversberg, „die stärkste Mannschaft, gegen die wir diese Saison bislang gespielt haben“. Gegen die Pass-Maschine der Liga (Ristic: „Elversberg kann jeden Gegner dominieren und ist zudem stark im Umschalten“) versuchte es der OFC in der ersten Hälfte mit langen Pässen. Ohne Erfolg. Erst eine Umstellung in der Pause bewirkte den Umschwung.

„Wir standen vorne teilweise zu viert auf einer Linie und haben daher die zweiten Bälle nicht bekommen“, erklärte der Kickers-Trainer. In der Pause habe er die Position der Spieler geändert und damit habe sich auch „das Spiel verändert. Wir haben danach mehr Gefahr ausgestrahlt“.

Ein Treffer gelang dem OFC aber nicht, auch weil Torjäger Mathias Fetsch in einem kleinen Loch hängt. In seinen ersten zehn Saison-Einsätzen hatte der Mittelstürmer achtmal getroffen. In den sechs Partien seit dem Restart im Dezember kam jedoch nur noch eins Tor hinzu - beim klaren 5:1 gegen Kassel. „Wir hatten ein Chancenplus. Bei unseren besten Möglichkeiten hat aber etwas gefehlt. Immer war ein Fuß oder ein Kopf dazwischen“, resümierte Fetsch, der selbst mehrfach scheiterte. Bezeichnend war die Szene, als er aus wenigen Metern drüber schoss.

Der 32-Jährige ist jedoch zu lange dabei, um sich davon aus der Ruhe bringen zu lassen. „Solche Phasen gibt es in einer Saison“, weiß der einstige Bundesliga-Spieler. „Ich fühle mich gut, spielerisch ist es auch in Ordnung. Ich habe Chancen und werde von den Jungs gesucht. Das ist also nicht so wild. Ich hoffe jedoch, dass der Knoten bald platzt.“ Die nächste Chance bietet sich bereits am Sonntag (14 Uhr) bei RW Koblenz (19.), das kürzlich Mario Seidel verpflichtet hat. Der Torwart war vergangene Saison Nummer zwei beim OFC. (Von Christian Düncher)

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