Sentürk erzielt sein erstes Tor in der Regionalliga Südwest

Oliver Reck kann mit 1:1 in Kassel leben

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„Typisches Februarspiel“: Marco Rapp (vorne) behauptet sich gegen Kassels Brian Schwechel. Der26-Jährige war im defensiven Mittelfeld bester Offenbacher.

Kassel - Die Offenbacher Kickers bleiben gegen Teams ab Platz neun ungeschlagen. Im 13. Spiel gab es aber die zweite Punkteteilung. Von Christian Düncher 

Nach dem 1:1 (1:1) bei Schlusslicht KSV Hessen Kassel verpasste es der OFC, den Vorsprung in der Tabelle auf Waldhof Mannheim auf vier Punkte auszubauen. Zweimal war das Spiel des OFC in Kassel bereits abgesagt worden. Im dritten Anlauf fand es nun statt - unter schwierigen Bedingungen. „Das war ein typisches Februarspiel auf einem schwer bespielbaren Platz und gegen eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht“, sagte Kickers-Trainer Oliver Reck. „Uns war bewusst, dass uns Kassel alles abverlangen wird und wir viel investieren müssen.“ Letztlich reichte es bei den seit nunmehr 16 Spielen sieglosen Nordhessen nur zum Remis. Aber damit konnte Reck leben: „Ich kann nicht unzufrieden sein. Die Tabellensituation spricht für uns. Es ist weiter alles offen.“

Der OFC musste in Ihab Darwiche (Oberschenkelprobleme) und Niklas Hecht-Zirpel (Knieprobleme) auf zwei Offensivkräfte verzichten, die am Samstag beim 3:0 beim SV Röchling Völklingen noch in der Startelf gestanden hatten. Dafür begannen zwei etatmäßige Defensivspieler: Semih Sentürk und Winterzugang Francesco Lovric, der erstmals von Beginn an auflief. Sentürk übernahm Darwiches Part im rechten Mittelfeld. Lovric bildete mit Marco Rapp die Doppelsechs. Dren Hodja rückte dafür etwas weiter nach vorne, agierte als hängende Spitze hinter Maik Vetter.

Wie in den ersten beiden Spielen das Jahres fand der OFC schwer in die Partie und hätte bereits nach drei Minuten in Rückstand geraten können. Doch Marco Dawid scheiterte aus kurzer Distanz (3.). Dawid war auch an der zweiten Chance der Partie beteiligt. Nach seiner Flanke kam der Ex-Offenbacher Sascha Korb zum Kopfball, zielte aber über das Tor. Und der OFC? Die Kickers tauchten in der ersten Viertelstunde nur einmal im gegnerischen Strafraum auf. Nach einer Freistoßflanke hielt ein Kasseler bei Dennis Schultes Schussversuch die Sohle drauf. Ein Pfiff blieb aus (12.).

Das OFC-Zeugnis gegen Hessen Kassel

Die Gastgeber hatten auch danach Vorteile, wirkten etwas giftiger und zielstrebiger. Die Folge war das 1:0: Benjamin Kirchhoff kam gegen Sebastian Schmeer an der Strafraumgrenze nicht richtig in den Zweikampf. Der Kasseler Angreifer zog ab und traf ins kurze Eck (24.). Der OFC reagierte aber im Stile einer Spitzenmannschaft und glich nur acht Minuten später aus. Sentürk durfte in zentraler Position aus rund 20 Metern ungehindert abziehen. Der Ball schlug unhaltbar links ein. Für das Eigengewächs war es im 22. Regionalligaspiel für den OFC das erste Tor (32.). „Wir sind wieder mal zurückgekommen“, freute sich Reck. Der Treffer gab den Kickers Sicherheit. Sie hatten die Partie fortan besser im Griff, ohne sich jedoch weitere Chancen zu erspielen. Hodja kam als hängende Spitze kaum zur Geltung und Vetter, in Völklingen Doppeltorschütze, fiel fast nur als Zweikämpfer auf. Auch Flanken waren Mangelware.

Die zweite Hälfte begann wie die erste: mit offensiven Gastgebern. Doch der OFC war zumeist aufmerksam. So auch nach knapp einer Stunde, als Kirchhoff nach einer scharfen Hereingabe am kurzen Pfosten zur Ecke klärte.

Bilder: OFC zu Gast in Kassel

In der Offensive lief weiter wenig zusammen. Reck reagierte, nahm Hodja raus und brachte in Varol Akgöz einen Stürmer. Der 30-Jährige stand nach kurierten Achillessehnenproblemen zum ersten Mal in diesem Jahr im Kader. Wenig später kam Ko Sawada für Sentürk. Der OFC war nun nominell offensiver aufgestellt. Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Die Kickers kamen nicht mehr zum Abschluss und hatten Glück, dass Kassel durch Sebastian Szimayer (agierte beim Konter zu umständlich) und Ingmar Merle (scheiterte per Heber an Endres) zwei Möglichkeiten vergab. „Uns war bewusst, dass der KSV in der zweiten Hälfte alles probieren würde. Wir haben die eine oder andere Situation überstanden und hätten eventuell noch einen Konter setzen können“, resümierte Reck.

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