Kickers Offenbach

OFC-Trainer Ristic: „Der Pokal ist ein Riesenwettbewerb“

Kandidat für die Startelf: Davud Tuma (links), in der Regionalliga letztmals beim 0:1 gegen Schott Mainz in der Startelf, könnte Linksaußen Rafael Garcia oder auch Linksverteidiger Ronny Marcos (Mitte) eine Pause verschaffen.
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Kandidat für die Startelf: Davud Tuma (links), in der Regionalliga letztmals beim 0:1 gegen Schott Mainz in der Startelf, könnte Linksaußen Rafael Garcia oder auch Linksverteidiger Ronny Marcos (Mitte) eine Pause verschaffen.

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach gastiert im Hessenpokal beim Gruppenligisten 1.FC Königstein. OFC-Trainer Sreto Ristic verbindet mit Cup-Wettbewerben „Wahnsinnserlebnisse“. Für den Gegner ist es das Spiel des Jahres, mindestens.

Offenbach – Fünf Schritte sind es diese Saison im Fußball-Hessenpokal, bis der Traum vom großen Los in der ersten Runde des DFB-Pokals wahr werden könnte. Am morgigen Mittwoch (18.30 Uhr) steht für die Profis der Offenbacher Kickers der erste, eher unspektakuläre Step auf dem Programm. Für den Gruppenligisten 1. FC TSG Königstein wird es dagegen das Spiel überhaupt sein.

Das zeigte sich schon vor vier Wochen. Nachdem der Taunus-Klub den OFC bei der Auslosung via Facebook-Videoschalte des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) zugelost bekam, ertönten Jubelschreie im Vereinsheim.

„Das ist das Spiel des Jahres für diese Jungs“, ist sich Ristic bewusst. Die schwerste Aufgabe für Königsteins Trainer Till Sommerfeld besteht darin, jenen sechs Akteuren des 24-Mann-Kaders zu erklären, weshalb sie nicht dabei sein dürfen. Im Hessenpokal sind nur 18 Akteure im Kader und drei Wechsel erlaubt. Ziel es es, den OFC zumindest etwas zu ärgern. Gewissenskonflikte bei seinen Spielern fürchtet Sommerfeld nicht. „In unserem Team sind die Eintracht-Fans in der Überzahl“, sagt er augenzwinkernd.

Ristic wird seinen Jungs einschärfen, um was es geht auf dem engen Kunstrasen vor 800 Zuschauern. Im OFC-Fanshop gibt es nur noch einzelne Resttickets. Es gilt die Corona-Maßgabe 3G+. Der Tabellensechste der Gruppenliga Frankfurt West, der sich durch ein 11:10 im Elfmeterschießen bei der TSG Wörsdorf für die Runde der letzten 16 qualifizierte, wird also vor ausverkauftem Haus spielen. Mit 23 Zählern stellt der Klub, der seit einigen Jahren konsequent auf Jugendarbeit setzt, die zweitbeste Heimmannschaft der Liga.

„Der Pokal ist ein Riesenwettbewerb“, sagt Ristic und fügt mit Blick auf die eigene Historie hinzu: „Es lohnt sich.“ Der 45-Jährige weiß, wie es sich anfühlt, einen Pokal in Händen zu halten oder in großen Finals zu stehen. Als Spieler hat er das beim VfB Stuttgart erleben dürfen. Am 14. Juni 1997 gehörte er dem Team an, das in Berlin gegen Energie Cottbus 2:0 gewann. „Ein Wahnsinnserlebnis. Jeder Spieler träumt davon, mal einen Pokal in die Höhe zu stemmen“, erinnert er sich. Ein Jahr später stand er sogar im Finale des Europapokals der Pokalsieger auf dem Platz. Der damalige VfB-Trainer Joachim Löw wechselte Ristic bei der 0:1-Niederlage im schwedischen Solna gegen den FC Chelsea - mit Stars wie Gianfranco Zola (Torschütze des 1:0) oder Roberto di Matteo (Vorlagengeber) - in der Schlussphase ein.

Auch einen Landespokal stemmte Sreto Ristic schon mal in die Luft. Als Co-Trainer des Chemnitzer FC gewann er am 25. Mai 2019 den Sachsenpokal durch ein 2:0 gegen den klassenhöheren FSV Zwickau. Im Finalteam stand Rafael Garcia, mittlerweile unumstrittener Leistungsträger in Offenbach. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals unterlagen die Chemnitzer nach großem Drama dem Hamburger SV mit 7:8 nach Elfmeterschießen. In der regulären Spielzeit hatte der heutige OFC-Mittelstürmer Dejan Bozic getroffen.

Ob Bozic und Garcia (pausierte am Montag nach einem Schlag auf den Kopf im Derby beim FSV Frankfurt) in Königstein auflaufen, ließ Ristic offen. „Wir wollen eine Runde weiterkommen, müssen aber eine vernünftige Mischung finden, ohne ein Risiko einzugehen“, sagt er mit Blick auf das Regionalliga-Topspiel beim FC Homburg (Sonntag, 14 Uhr). Sicher ist, dass Spieler zum Einsatz kommen, die zuletzt weniger gefragt waren. Wie Davud Tuma. Der Linksfuß kam seit Anfang Oktober in neun Punktspielen nur noch auf 27 Einsatzminuten. Er kann auf der Außenbahn den defensiven oder offensiven Part übernehmen. Kein Thema ist Osarenren Okungbowa. Der Österreicher, bis zu seiner Muskelverletzung ein starker Innenverteidiger, pausiert noch. (Von Jörg Moll)

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