„Punkten nun wie ein Spitzenteam“

Steuernagel: Mit Entwicklung „sehr zufrieden“, schwacher Start wirkt nach 

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Ganz ruhig, wir haben alles im Griff: Der neue OFC-Trainer Daniel Steuernagel hat das Team nach schwachem Start in der Regionalliga Südwest zuletzt wieder auf Kurs gebracht, liegt mit ihm als Sechster sechs Punkte hinter Spitzenreiter Mannheim. 

Offenbach -  Ein Drittel der Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest ist absolviert. Kickers Offenbach steht mit 19 Punkten (fünf Siege, vier Unentschieden, drei Niederlagen) auf Platz sechs.

Trainer Daniel Steuernagel zieht im Gespräch mit Sportredakteur Christian Düncher eine Zwischenbilanz.

Inwiefern entspricht die aktuelle Platzierung dem Leistungsstand Ihrer Mannschaft?

Wir haben leider vier, fünf Punkte zu wenig. Wenn ich aber sehe, wie sich das Team entwickelt und wie die Jungs mitziehen, bin ich sehr zufrieden. Uns hängen die ersten vier Spiele natürlich etwas nach, aus denen wir nur zwei Punkte geholt haben. Das kann passieren, wenn man viele Dinge neu macht. Zuletzt haben wir aber gepunktet wie ein Spitzenteam.

Die Spieler sagen, dass sie immer besser verstehen, was Sie von ihnen erwarten. Ist der OFC immer noch in einer Findungsphase?

In Mannheim sah man, dass gewisse Dinge immer besser greifen. Ich habe mir die Werte angesehen. Passspiel, Zweikämpfe, Ballbesitz – da waren wir richtig gut. Nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt waren es die zweitbesten Werte. Natürlich hatten wir auch Matchglück, das haben wir uns aber erarbeitet. Es ist dennoch normal, dass die Mannschaft Zeit benötigt, um eine neue Spielphilosophie zu verinnerlichen.

Wäre der schlechte Start vermeidbar gewesen, wenn man in der Vorbereitung öfter gegen höherklassige Gegner Testspiele absolviert hätte?

Die Idee war, über Erfolgserlebnisse die Abläufe im Spiel besser zu vermitteln. Eventuell hätte man bei Tests gegen höherklassige Gegner Probleme vorher gesehen. Grund für den schlechten Start waren aber die vielen Fehler. Und hätten wir gegen Walldorf den Elfmeter verwandelt oder die Chance gegen Mainz aus kurzer Entfernung genutzt, wäre die Gegnerauswahl in der Vorbereitung kein Thema.

Das System wurde aber während der Saison angepasst.

Natürlich. Wenn man mit Dreieraufbau spielt, können die Außenverteidiger hoch stehen. Zu Beginn der Saison standen sie aber zu hoch. Und bei Ballverlust haben wir damals nicht so geschlossen verteidigt wie nun in Mannheim, als zum Beispiel Luka Garic im Vollsprint zurück ist und geklärt hat. Das Team hat insofern dazugelernt.

Gilt das auch für Ihab Darwiche? Er war es gewohnt, nach vorne alle Freiheiten zu haben und kaum nach hinten arbeiten zu müssen.

Ihab war in den ersten Spielen nicht gut, aber das gilt für fast alle anderen auch. Er hat sich dann leider verletzt, trainiert aber wieder voll. Er weiß, was wir im Spiel gegen den Ball erwarten. Es gilt nun, ihn diesbezüglich zu integrieren. Ich bin optimistisch, dass das gelingt. Er ist auf einem guten Weg.

Und Dren Hodja? Er war vergangene Saison bester Torschütze, hat diese aber noch nicht getroffen. Sie sahen ihn eigentlich weiter vorne, er spielte zuletzt aber im defensiven Mittelfeld.

Zu Beginn hatten wir an ein 4-3-3 gedacht, das wäre für Dren ideal gewesen. Nach der Umstellung haben Luka Garic und Ko Sawada auf der Doppelsechs aber gut gespielt. Da war es für Dren schwierig. Er versteht aber immer mehr, was seine Aufgabe ist, gibt Gas und fragt immer nach. In Mannheim hat er nach seiner Einwechslung ein super Spiel gemacht. Und das 4-3-3 haben wir noch nicht verworfen.

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Wie wichtig war der jüngste Sieg in Mannheim?

Das war natürlich eine besondere Konstellation. Einerseits aufgrund der Brisanz, aber auch mit Blick auf die Tabelle. Wichtig war, dass wir nach dem 0:1 weiter an uns geglaubt und mutig nach vorne gespielt haben. Man muss das natürlich richtig einordnen. Der Sieg war schön und wichtig, aber man darf nicht denken, dass nun alles von alleine so weitergeht. Dafür müssen wir die Spieler sensibilisieren.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit mit Blick auf die Ligakonkurrenten aus?

Elversberg hätte ich weiter vorne erwartet, würde sie jedoch nicht abschreiben. Ein Platz unter den ersten fünf Teams ist ihnen zuzutrauen. Ulm hatte ich vor der Saison nicht auf dem Zettel. Nach dem Spiel gegen uns muss ich aber sagen: Sie sind beim Umschaltspiel mit Mannheim die beste Mannschaft in der Liga. Diese zwei Teams stehen nicht ohne Grund oben. Noch ist aber nichts entschieden. Jetzt kommt die interessante Jahreszeit. Ich bin gespannt, wie einige Teams bei Regen oder Kälte reagieren. Da kommt es auch auf Trainingsbedingungen an. Unsere Plätze sind top. Da muss ich die Greenkeeper loben.

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