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OFC-U19 vor Bundesliga-Start: Verschärfte Abstiegsregel ist „eine echte Hausnummer“

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Von: Christian Düncher

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Mittelfeldspieler Samuel Puth (links, gegen den 1. FC Kaiserslautern) ist erst 17, zählt aber schon seit anderthalb Jahren zum U19-Kader der Offenbacher Kickers.
Mittelfeldspieler Samuel Puth (links, gegen den 1. FC Kaiserslautern) ist erst 17, zählt aber schon seit anderthalb Jahren zum U19-Kader der Offenbacher Kickers. © hübner

Die U19-Fußballer von Kickers Offenbach absolvieren ihre dritte Bundesliga-Saison in Folge. Los geht‘s am Samstag beim FC Augsburg. Ziel ist der Klassenerhalt, aber das wird schwierig.

Offenbach – Das zweite Jahr ist für Aufsteiger oft das schwierigste, heißt es. Im Fall der U19-Fußballer von Kickers Offenbach stellt jedoch die dritte Bundesliga-Saison in Folge die mit Abstand größte Herausforderung dar. Aus unterschiedlichen Gründen. So hat der dem Nachwuchsbereich entwachsene Jahrgang 2002 extrem große Fußspuren hinterlassen. „Das war schon ein sehr, sehr guter Jahrgang.

Ich weiß nicht, ob es hier schon mal einen besseren gab“, sagt U19-Coach Robin Trabert. Erschwerend hinzu kommt die verschärfte Abstiegsregel. Da die Liga in Folge der Corona-Pandemie auf 21 Mannschaften aufgestockt wurde, geht’s am Saisonende (gespielt wird eine Einfachrunde) für sieben Teams eine Klasse runter.

„Es ist schon eine echte Hausnummer, dass jede dritte Mannschaft absteigt“, sagt Trabert, betont aber zugleich: „Bei uns steht die Entwicklung der Jungs im Vordergrund. Wir wollen möglichst viele von ihnen zumindest in der Regionalliga platzieren.“ Das gelang in der jüngeren Vergangenheit recht gut. Alleine vor dieser Runde schafften in Tim Sausen, Damian Herth (beide 1.FC Nürnberg II), Tae-ho Kim (SF Lotte), Niklas Meyer (Viktoria Aschaffenburg) sowie Enes Zengin (eigene Profis) fünf Talente den Sprung in die 4. Liga. Vincent Moreno hatte bereits in der vergangenen Saison mit dem Regionalligateam der Kickers trainiert und zählt nun offiziell zu dessen Kader. In den ersten Wochen der Vorbereitung hatten in Zugang Elion Mahmuti (VfB Stuttgart U19) und Zajsar Arapi auch zwei Talente der aktuellen A-Jugend dort mitgemischt.

Dass die OFC-U19 offenbar ein gutes Sprungbrett ist, sei „brutal wichtig“, so Trabert. „vielleicht sogar das Wichtigste überhaupt. Die Jungs schauen genau, wer übernommen wurde oder vom vorherigen Jahrgang wo gelandet ist“. Das macht die A-Jugend der Kickers auch interessant für Akteure anderer Vereine. So bildet die Fraktion der externen Zugänge (12) die mit Abstand größte Gruppe innerhalb des Kaders - gefolgt von den verbliebenen Akteuren (7) sowie denen, die aus der eigenen U17 aufgerückt sind (6). Dauerhaft müsse es natürlich das Ziel sein, nicht jede Saison so viele externe Zugänge zu haben, sagt Trabert. Der Coach sieht die Kickers hier aber auf einem guten Weg: Man habe diesmal wesentlich mehr Spieler aus der eigenen U17 (Hessenliga) hochgezogen als vor der vergangenen Saison.

Als Fundament dienen sieben Akteure, die schon in der vergangenen Saison für die OFC-U19 im Einsatz waren und sämtliche Mannschaftsteile abdecken. Schlussmann Leonard Stritter fehlte zuletzt allerdings mehrere Wochen verletzt und hat noch etwas Nachholbedarf. Dafür kam in Henrik Weiper (FSV Mainz 05 U19) ein interessanter Torhüter, der bereits für Albaniens Junioren-Nationalteam spielte. „Auf dieser Position sieht es richtig gut aus“, meint der Trainer. Aus der Abwehr geblieben sind Mika Kosch und der neue Kapitän Pietro Besso. Im Mittelfeld kann Trabert weiter auf Samuel Puth, Dong-woo Kim sowie Arapi bauen, im Sturm auf Massil Aimene.

Arapi war beim letzten Testspiel gegen Oberligist SG Sonnenhof Großaspach (4:2) dreifacher Torschütze. „Man merkt, dass er zum älteren Jahrgang gehört. Er findet immer besser rein“, meint der OFC-Coach, der sich auch von Mahmuti („Er hat eine sehr spezielle Qualität“) einiges erhofft. Gekommen ist zudem unter anderem ein Quartett vom FSV Frankfurt sowie in Angreifer Benedikt von Hagen (RW Walldorf) ein klassischer Mittelstürmer. „Er ist nicht so verspielt wie viele Jungs aus den Leistungszentren, sondern ein Knipser, der stets direkt den Abschluss sucht“, so Trabert. Sogar in der Schweiz wurde der OFC fündig. Innenverteidiger Nikolaj Maksic (FC Lausanne) wurde den Kickers angeboten und überzeugte im Probetraining: „Er ist groß und auch technisch ganz gut.“

Trabert, der weiter auf hohes Anlaufen und frühe Balleroberung setzt, sieht sein Team gut vorbereitet für den Ligastart beim FC Augsburg am Samstag (11 Uhr). „Die Entwicklung ist gut. Die jüngsten Testspielergebnisse zeigen eine klare Tendenz.“ Gegen Basel sei man nah am 2:2 dran gewesen und habe erst in letzter Sekunde das 1:3 kassiert. Beim 3:2 gegen den Chemnitzer FC war die Leistung „ordentlich“ und gegen Großaspach könne man von einer gelungenen Generalprobe sprechen.

Ganz oben erwartet der Kickers-Trainer unter anderem den VfB Stuttgart, Mainz 05, Bayern München, Eintracht Frankfurt, Freiburg und Hoffenheim. Dahinter fange bereits der Kampf gegen den Abstieg an. „Es wird auch darum gehen, wie man gegen die direkten Konkurrenten punktet. Augsburg hat einen super Jahrgang, war letzte Saison zum Zeitpunkt des Abbruchs Erster in der U17-Bundesliga“, warnt Trabert. „Da wird entscheidend sein, ob man die Latte trifft oder der Ball rein geht.“

Von Christian Düncher

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