Trainer Rufino sieht Talente mit Profi-Perspektive

OFC-U19 zahlt in der Hessenliga Lehrgeld

+
Luka Garic (links, gegen Kamil Tyminski vom FSV Frankfurt) ist einer der vielen Spieler des jüngeren Jahrgangs im U19-Kader der Offenbacher Kickers.

Offenbach - Die Offenbacher Kickers gegen Darmstadt 98 in der U19-Hessenliga – das klingt nach Spitzenspiel. Ist es jedoch nicht. Vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr) liegt der OFC (5.) zehn Punkte hinter den „Lilien“ (1.). Von Christian Düncher 

Trainer Pedro Rufino stellt das freilich nicht zufrieden. Er hat trotzdem „tierisch viel Spaß“. Einen Platz im oberen Drittel erreichen und Talente zu Profis formen – diese Zielsetzung hatte Rufino vor dem Saisonstart ausgegeben. Misst man den U19-Coach der Offenbacher Kickers alleine an diesen Vorgaben, liegt er im Soll. Der OFC ist Fünfter in der Hessenliga, gab in der aktuellen Runde in Marco Ferukoski einen Akteur an die erste Mannschaft ab und hat in Gerrit Gohlke noch einen in seinen Reihen, der oben mittrainiert. Völlig zufrieden ist Rufino dennoch nicht.

„Klar, wir hätten gerne einen deutlich geringeren Abstand, wären am liebsten auf Tuchfühlung“, sagt er vor der Partie am Sonntag gegen den Tabellenführer Darmstadt 98. Dass die „Lilien“ nach zehn Spieltagen bereits zehn Punkte vor den Kickers liegen, sei „extrem“, gibt Rufino zu. Dafür gebe es aber Gründe. Beispielsweise den „großen Umbruch“ – im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) im Allgemeinen und in der U19 im Besonderen. „Wir haben wenige Spieler aus dem Jahrgang 1999, aber viele 2000er. Das ist ein Weg, den wir bewusst gewählt haben“, betont Rufono. „Nur die, die eine Perspektive haben, wurden aus der U17 übernommen.“ Diese müssen derzeit aber teilweise häufiger spielen als geplant.

Da in Flügelflitzer Marco Ferukoski (weilt bei der mazedonischen U19-Auswahl) und Angreifer Lukas Hagemann (fällt mit Innenbandriss für den Rest der Hinrunde aus) zwei Leistungsträger seit einigen Wochen fehlen, mussten zuletzt „die Jungen in die Bresche springen“, sagt Rufino. „Weil ihnen die nötige Spielhärte fehlte, zahlten sie Lehrgeld. Sie haben noch ein paar Defizite.“

Bilder: FSV-Nachwuchs gewinnt gegen OFC

Der 44 Jahre alte ehemalige Sportstudent, der physiotherapeutischer Leiter eines Rehazentrums in Frankfurt ist, glaubt aber, dass sich die Talente schnell eingewöhnen werden. Mit OFC-Sportdirektor Sead Mehic sei zudem besprochen, dass der eine oder andere 2000er bei den Profis vorspielen soll. Namen nennt Rufino nicht, da der Druck sonst zu groß werde. „Drei, vier Jungs, die vergangene Saison in der U17-Bundesliga gespielt haben, kommen in Frage. Der Weg ist aber weit.“

Die Gegenwart heißt U19-Hessenliga. Und in der liegen die Kickers nicht nur hinter den NLZ-Teams des SV Darmstadt 98 (1.) und des FSV Frankfurt (2.), sondern auch hinter der TS Ober-Roden sowie RW Frankfurt. Lokalrivale SG Rosenhöhe könnte am Wochenende am OFC vorbeiziehen. Kratzt das nicht am Ego der Kickers? „Man muss akzeptieren, dass auch andere gut arbeiten“, so Rufino. „Wir haben in Offenbach keine Ausnahmestellung mehr. Allgemein ist es aber gut, dass die NLZ-Teams nicht immer mit klarem Vorsprung Meister werden.“

Bilder: Unentschieden im Jugend-Derby

Rufino, der nach einem Abstecher zu den Aktiven (TSV Lämmerspiel) vor der Saison zum OFC zurückkehrte, bei dem er damals die U15 und U16 trainierte, gibt zu, dass die Umstellung schwer war: „Man kennt die Leistungsstärke nicht richtig. Das zweite Jahr wird einfacher.“ Es mache ihm trotz der unbefriedigenden Bilanz „tierisch viel Spaß, zu sehen, wie sich die Jungs sportlich und menschlich entwickeln.“ Und wie lautet das Saisonziel? „Platz drei hinter den großen Rivalen Darmstadt und FSV Frankfurt ist realistisch.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare