Kickers Offenbach

OFC: Vetter und Garic melden Ansprüche an

Bereit fürs Comeback: Luka Garic (vorne, im Spiel gegen Bahlingen), der wegen Patellasehnen-Problemen diese Saison erst dreimal für den OFC zum Einsatz kam, ist wieder fit und ein Kandidat für links oder das Zentrum.
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Bereit fürs Comeback: Luka Garic (vorne, im Spiel gegen Bahlingen), der wegen Patellasehnen-Problemen diese Saison erst dreimal für den OFC zum Einsatz kam, ist wieder fit und ein Kandidat für links oder das Zentrum.

Vor dem Restart der Fußball-Regionalliga Südwest verschärft sich bei Kickers Offenbach der Konkurrenzkampf um einen Platz im 18er-Kader - vor allem im Mittelfeld. Ein Duo, das lange verletzt war, meldet sich zurück, während ein Akteur einen Kursverfall verkraften muss.

Offenbach – Trainer Angelo Barletta hat es so gewollt. Einen breiten Kader mit viel Konkurrenzkampf in den einzelnen Mannschaftsteilen. Von 28 Akteuren des Kaders stehen ihm bis auf die Langzeitverletzten Abu Bakarr Kargbo (Reha nach Knie-OP) und Maurice Pluntke (Aufbautraining nach Knie-OP) sowie Jakob Lemmer (Leistenprobleme) alle Mann zur Verfügung. Vor dem Restart in der Fußball-Regionalliga Südwest am Freitag, 11. Dezember (19 Uhr), beim FC Astoria Walldorf tobt der Kampf um einen Platz im 18 Mann starken Spieltagskader. Härtefälle sind progammiert, auch wenn Barletta mit Blick auf 31 noch zu absolvierende Partien beschwichtigt: „Wir brauchen jeden.“ Ein Überblick über die einzelnen Mannschaftsteile:

TOR

Stephan Flauder (34) dirigiert als Kapitän die beste Abwehr der Liga (nur sechs Gegentore in elf Partien) und ist gesetzt. In sieben Punktspielen stand für den Zugang von Viktoria 1899 Berlin die Null - Bestwert der Liga. Die Souveränität von Flauder, der zudem als lautstarker Motivator auffällt, ist das Pech von Dominik Draband (24). Der Stammtorwart der vergangenen Saison war nach sieben Partien als Ersatztorwart zuletzt gar nicht mehr im Kader. Das lag daran, dass Torwart Nummer drei, Felix Ferahyan (22), die U23-Regel erfüllt, wonach im Spieltagskader mindesten vier Spieler stehen müssen, die unter 23 Jahre alt und für eine DFB-Auswahl spielberechtigt sind.

Drabands Schicksal beschäftigt auch Barletta. „Er haut sich richtig rein, ist oft der letzte, der vom Trainingsplatz geht“, lobt der Kickers-Trainer, der nicht ausschließen will, dass Draband im Winter eine Luftveränderung sucht. „Aber ich bleibe dabei: Auch für ihn ist es trotzdem ein gutes Projekt, bei dem er dabei sein kann“, hofft Barletta auf den Verbleib des Schlussmanns, der nach seiner Ausbildung bei 1899 Hoffenheim über die SV Elversberg 2019 zum OFC kam.

ABWEHR

Die Abwehrreihe der ersten elf Spiele dürfte auch künftig das Vertrauen des Trainers genießen. Sebastian Zieleniecki (25) und Sommerzugang Malte Karbstein (22) bildeten ein starkes Innenverteidiger-Tandem, das in allen elf Partien zum Einsatz kam. Lucas Albrecht (29) ist Backup Nummer eins, wird das sicher auch bleiben. Rechts hinten dürfte Marco Fritscher (25) nach kuriertem Bänderriss die Nase vorne haben vor Francesco Calabrese (24). Links hinten ist Ronny Marcos (27) eine Bank, fehlte nur dreimal wegen einer Rot-Sperre. Auch für diese Position ist Calabrese erster Nachrückkandidat. Aber auch Luka Garic (20), der seine Patellasehnen-Probleme überwunden hat, könnte links verteidigen oder außen vor einer Dreierkette agieren. Vincent Moreno Giesel (18) ist nur ein Kandidat für die Bank, um das U23-Kontingent aufzufüllen, ebenso Innenverteidiger Leonidas Tiliudis (20).

MITTELFELD

Mit der Rückkehr von Maik Vetter (29), der aufgrund einer Sehnenspaltung im Oberschenkel noch gar nicht zum Einsatz kam, hat Barletta eine zusätzliche Option: Vetter zeichnen Zweikampfhärte, Kopfballstärke, unbändigen Einsatz (Barletta: „So ein toller Typ. Er reibt sich für das Team auf“), aber auch Dynamik und Tempo aus. Letzteres geht Luigi Campagna (30), nach Knieproblemen ebenfalls wieder fit im Training, etwas ab. Zudem hat der Italiener sich nach seiner Gelb-Rot-Sperre bei der einzigen Saisonniederlage in Ulm (0:1) den Zorn des Trainers zugezogen. Barletta hatte nach den Platzverweisen zuvor für Marcos (Rot) und Davud Tuma (Gelb-Rot) harte Sanktionen angedroht. Campagna bekam sie zu spüren, fand nach abgesessener Sperre zweimal keine Berücksichtigung im Kader. An seinem Kursverfall dürfte sich wenig ändern. „Er hat im Training die richtige Reaktion gezeigt“, meinte Barletta immerhin. Zuletzt hatte sich aber neben dem stets gesetzten Tunay Deniz (26) der stark verbesserte Tim Dierßen (24) in die Startelf gespielt. Zudem meldet neben Vetter auch Garic (20) wieder Ansprüche an. „Er macht gute Fortschritte“, lobt Barletta den ballsicheren Youngster.

Im offensiven Mittelfeld führt auf den Außenbahnen kaum ein Weg an Serkan Firat (26) und Marcell Sobotta (23, mit drei Toren und sechs Vorlagen bester Scorer der Mannschaft) vorbei. Sollte einer der beiden schwächeln, ist Davud Tuma (24) erster Kandidat als Nachrücker. Denis Huseinbasic (19), viermal in dieser Saison eingewechselt, dürfte als U23-Akteur einen Stammplatz auf der Bank haben, Jakob Lemmer (20) wegen anhaltender Leistenprobleme zum Bedauern von Barletta zumindest in Walldorf nicht.

ANGRIFF

Mathias Fetsch (32) hat als treffsicherster Angreifer (acht Tore in zehn Partien) einen Bonus nach gut einem Saisonviertel. Zumal er als Teamplayer und Motivator hohes Ansehen genießt. Florent Bojaj (24), der als spielstarke Anspielstation hinter Fetsch oft zu gefallen wusste, darf sich seines Platzes nicht zu sicher sein. Schließlich drängt auch Ex-Profi Elia Soriano (31) ins Team. Bei der Lotterie zwei aus vier für die Startelf hat Moritz Reinhard (25) die schlechtesten Karten. Nach seinem Startelfeinsatz zum Saisonauftakt beim 0:0 gegen den Bahlinger SC fand der Emporkömmling der Rückrunde der Saison 2019/20 nur noch zweimal Berücksichtigung im Kader. Einen Winterwechsel schloss der „Rhön-Bomber“ allerdings aus. Auch Barletta weiß, was er an dem bulligen Mittelstürmer hat. „Er ist in jedem Training top motiviert, lernwillig, positiv. Ich würde ihn nicht wegschicken.“

Von Jörg Moll

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