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OFC: „Viele Klubs schauen neidvoll auf uns“

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Von: Christian Düncher

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Gesagt, getan: Die Mannschaft hatte laut OFC-Präsident Joachim Wagner „fest versprochen, mit dem Trainer an einem Strang zu ziehen und alles in die Waagschale zu werfen, um den Hessenpokal zu holen“.
Gesagt, getan: Die Mannschaft hatte laut OFC-Präsident Joachim Wagner „fest versprochen, mit dem Trainer an einem Strang zu ziehen und alles in die Waagschale zu werfen, um den Hessenpokal zu holen“. © hübner

Nach dem Wechsel der sportlichen Führung schauen die Kickers nach vorne. Die besondere Fanbasis und die Teilnahme am DFB-Pokal sollen zu Trümpfen werden.

Offenbach ‒ Das Präsidium des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach lobt trotz des verpassten Aufstiegs die Mannschaft - und die Fans. Derweil ist ein Nachschlag für den zum 1.FC Köln gewechselten Denis Huseinbasic in Aussicht.

Trotz aller unterschiedlicher Meinungen, die zur Trennung von Geschäftsführer Thomas Sobotzik und Cheftrainer Sreto Ristic (wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern) geführt haben, sind sich ehemalige Sportlicher Leitung und Klubführung der Offenbacher Kickers in zwei Punkten einig: Das Team hat die richtige Einstellung sowie die nötige Qualität - und die Fans verfügen über ein feines Gespür. Das ergibt eine Kombination, die für die Saison 2022/23 ein starkes Fundament bietet.

OFC: Mannschaftsrat führt klärendes Gespräch mit Präsidium

Wenn Peter Roth in diesen Tagen über das Regionalliga-Team des OFC redet, ist der Vizepräsident voll des Lobes. „Das war mit das Beste, was ich je erlebt habe“, sagt er über zwei Treffen mit dem Mannschaftsrat, die vor dem Hessenpokalendspiel stattgefunden hatten. Vor den Zusammenkünften, an denen unter anderem Kapitän Sebastian Zieleniecki und Stürmer Dejan Bozic teilnahmen, habe man im Team „Unruhe gespürt“, berichtet Roth. Den Spielern war zugetragen worden, dass der Verein den Etat herunterfahren und Verträge auflösen wolle. Von der Klubführung wurden die Gerüchte aber ausgeräumt. „Wir haben mit der Mannschaft gesprochen und ihr Sicherheit gegeben“, berichtet OFC-Präsident Joachim Wagner.

Und quasi im Gegenzug habe das Team versprochen, „alles in die Waagschale zu werfen, um den Hessenpokal zu holen. Respekt dafür: Sie haben es gesagt, sie haben es getan, mehr kann man nicht machen“, lobte der Vereinschef. Roth äußerte sich ähnlich: „Danke an die Truppe. Sie hat genau das umgesetzt, was sie versprochen hatte. Unter diesen Umständen ist das nicht selbstverständlich.“

Den Urlaub hätten sich die Spieler verdient, befand Wagner. „Es war eine harte Saison, sie haben viel geleistet, auch wenn das große Ziel nicht erreicht wurde.“ Es sei eine Kunst, mit diesem Team nicht aufzusteigen, hieß es dazu aus Präsidiumskreisen.

OFC: Zwei, drei Hochkaräter sollen kommen

Der Kader (15 Spieler stehen unter Vertrag) soll mit zwei, drei Hochkarätern verstärkt werden. Für die hinteren Plätze ist angedacht, besondere Talente zu holen, die bestenfalls noch in der U19 und U21 Spielpraxis sammeln können, aber zugleich den Etablierten Druck machen sollen. „Wir haben im Leistungszentrum Potenzial, das wir noch nicht vollumfänglich nutzen“, so Roth. Ziel müsse es sein, noch mehr Spieler wie Denis Huseinbasic (wechselt für 50000 Euro zum 1. FC Köln, bei seinem ersten Profi-Einsatz ist ein Nachschlag fällig) hervorzubringen: „Wir haben hohe Qualität im Verein, die wir bündeln müssen.“

Zu dieser Qualität gesellen sich zwei weitere motivierende Faktoren: der lange ersehnte Einzug in den nationalen Cup-Wettbewerb („Wagner: „Es gab schon viele magische Nächte und Nachmittage im DFB-Pokal“) und die für Regionalliga-Verhältnisse gewaltige Anhängerschaft. Die Fans waren vergangene Saison „so großartig wie schon lange nicht mehr“, sagt Wagner und nennt als Beispiele die „Gefühlsexplosion“ nach dem späten Siegtor in Elversberg, den „unwahrscheinlichen Empfang“ nach dem 0:1 in Ulm und dass trotz des 0:3 in Steinbach „keine negative Stimmung“ herrschte.

„Unsere Fans haben ein unwahrscheinliches Gespür. Ich bin überzeugt davon: Ohne den unglaublichen Support, diese Wucht der Unterstützung, als die Kräfte ausgingen, hätten wir den Hessenpokal nicht gewonnen. Viele Klubs schauen neidvoll auf uns und dieses Kapital, das auch uns im Präsidium viel Energie gibt.“ Auch für die Vereinsführung seien die vergangenen Wochen „extrem anstrengend“ gewesen, so Wagner. Er habe mit Roth „mehr gesprochen als mit meiner Familie“. (Von Christian Düncher)

Fiori: „Georg einer der besten Kollegen“

Christopher Fiori hat dem OFC zu seinem Nach-Nach-Nachfolger gratuliert: „Glückwunsch an Kickers Offenbach zu dieser Personalentscheidung“, schrieb der ehemalige OFC-Geschäftsführer (November 2016 bis August 2019) auf seiner Facebook-Seite. „Matthias Georg war/ist einer der besten Kollegen in der Liga - menschlich integer, in der Branche absolut anerkannt, gute Außendarstellung und Empathie sowie die Fähigkeit, viel aus gegebenen Mitteln rauszuholen. Das kann erfolgreich werden, ich drücke die Daumen.“ (cd)

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