Kickers Offenbach

OFC vor Pokalspiel in Alzenau: „Bisschen Wilder Westen“

Vergangene Saison gewann der OFC im Hessenpokal nach Verlängerung mit 1:0 bei Bayern Alzenau. Matias Pyysalo (Mitte) erzielte das Siegtor. Morgen treffen beide Teams erneut aufeinander - im Viertelfinale.
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Vergangene Saison gewann der OFC im Hessenpokal nach Verlängerung mit 1:0 bei Bayern Alzenau. Matias Pyysalo (Mitte) erzielte das Siegtor. Morgen treffen beide Teams erneut aufeinander - im Viertelfinale.

„Das ist leider alles ein bisschen Wilder Westen“, sagt Thomas Sobotzik, Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, angesichts der Tatsache, dass der Hessenpokal Terminfragen aufwirft. Morgen steht erst mal das Viertelfinale an. Der OFC gastiert mit dem letzten Aufgebot bei Ligarivale Bayern Alzenau.

Offenbach – Sie sind in sportlicher Hinsicht Kontrahenten, leiden aber unter ähnlichen Problemen. So wiesen Sreto Ristic, Coach der Offenbacher Kickers, sowie Frank Fahrenhorst, Trainer des VfB Stuttgart II, unlängst nach dem Duell ihrer Teams (1:1) unabhängig voneinander darauf hin, dass die Saison der Fußball-Regionalliga Südwest unter normalen Umständen am Wochenende zu Ende gehen würde.

Normal ist in dieser Corona-Spielzeit aber nichts. Für die 22 Teams steht noch ein langer Endspurt bis zum finalen Spieltag am 12. Juni an. Während der VfB Stuttgart II allerdings als Bundesliga-Reserve nicht am Landespokal teilnimmt, muss der OFC in diesem Wettbewerb „im Optimalfall noch drei Spiele absolvieren“, wie Stürmer Mathias Fetsch vor dem Viertelfinale bei Ligarivale FC Bayern Alzenau (morgen, 17.30 Uhr) erklärt. Man könnte auch sagen: im Extremfall.

Sollte der OFC das Finale erreichen, hätte er eine Saison mit 45 Pflichtspielen auf dem Buckel. Deutlich mehr als in einer normalen Spielzeit. Alleine in der Liga warten noch acht Partien. Hinzu kommen in diesem Zeitraum noch bis zu drei Begegnungen im Landes-Cup, zumal das Hessenpokal-Endspiel eigentlich am 29. Mai im Rahmen des Finaltags der Amateure ausgetragen werden soll. Auf diesen Tag ist allerdings bereits das Punktspiel der Kickers gegen den FC Astoria Walldorf terminiert. „Normalerweise hat der Ligabetrieb Vorrang vor dem Pokal“, sagt Thomas Sobotzik, Geschäftsführer des OFC. „Theoretisch wäre es sogar möglich, das Finale auf den 30. Juni zu legen. Es muss bloß diese Saison stattfinden. Aber einer Verlängerung der Spielzeit will ja niemand. Das ist leider alles ein bisschen Wilder Westen.“

Nicht mehr so wild sind angesichts dieser großen Belastungen und der angespannten Personalsituation derzeit laut OFC-Trainer Sreto Ristic die Übungseinheiten. So bat er seine Spieler gestern lediglich einmal auf den Platz - um 17 Uhr. „Wir wollten etwas Zeit gewinnen“, erklärt der 45-Jährige. „Die Jungs sollten ein bisschen länger zu Hause bleiben können.“ Kopf frei kriegen und etwas entspannen vor der nächsten Aufgabe, die Ristic - auch mangels Alternativen - zum dritten Mal in Folge mit unverändertem Personal angehen wird. „Alle, die zuletzt im Kader gestanden hatten, sind gesund und haben trainiert“, betonte der Coach. Ob die Anfangself ebenfalls zum dritten Mal in Folge die gleiche sein wird, entscheidet er erst morgen.

Die Alzenauer, gegen die es unter seiner Regie Ende März ein 3:1 gegeben hatte (das Hinspiel gewann der OFC unter dem damaligen Coach Angelo Barletta mit 3:0), hat Ristic zuletzt noch mal auf Video beobachtet. Taktisch und personell hätten sie „anders gespielt“, sagte der Kickers-Trainer. „Ich weiß nicht, welche Spieler zurückkehren. In der Liga haben sie auf jeden Fall einen schweren Stand.“ Das ist sogar milde ausgedrückt. Trotz Trainerwechsels (Fabian Bäcker folgte im Februar auf Artur Lemm) ist Alzenau seit 19 Spielen sieglos. „Der Pokal ist aber etwas anderes“, weiß Ristic. „Sie werden alles versuchen. Wenn es in der Liga nicht läuft, setzt man sich gerne mal andere Ziele. Im Pokal können sie noch etwas erreichen.“ (Von Christian Düncher)

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