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OFC: Klare Abläufe erkennbar - Drittligist kommt zum Jahresabschluss

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Von: Christian Düncher

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Taktikbesprechung an der Seitenlinie: OFC-Kapitän Ronny Marcos stimmt sich mit Trainer Ersan Parlatan ab. Zuletzt stand das Spiel gegen den Ball im Mittelpunkt, das Spiel mit Ball soll in der Winterpause intensiviert werden. F: hübner
OFC-Kapitän Ronny Marcos stimmt sich mit Trainer Ersan Parlatan ab. Zuletzt stand das Spiel gegen den Ball im Mittelpunkt, das Spiel mit Ball soll in der Winterpause intensiviert werden. F: hübner © Patrick Scheiber

Im Jahresendspurt trifft der OFC in der Regionalliga auf Trier, Worms und Koblenz - alles Kellerkinder. Vor Weihnachten wird gegen ein Team aus Sachsen getestet.

Offenbach – Drei Siege, ein Remis sowie eine Niederlage in der Regionalliga Südwest, dazu das Weiterkommen im Hessenpokal – die Bilanz von Kickers Offenbach unter ihrem neuen Coach Ersan Parlatan kann sich eigentlich sehen lassen. Doch die Spieler und der Trainer sehen sich in ihrer Entwicklung noch nicht dort, wo sie sein wollen.

OFC will sich Stück für Stück an Ligaspitze heranpirschen

„Wir sind so ein bisschen zwischen dem, was wir neu machen wollen mit dem Trainer, und dem, was noch Bestand ist, was wir vorher in der Saison gemacht haben“, sagt Mittelfeld-Stratege Björn Jopek vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger SV Eintracht Trier (Freitag, 19 Uhr). Parlatan ist nach dem früh entlassenen Alexander Schmidt (acht Spiele, elf Punkte) sowie Interimstrainer Alfred Kaminski (drei Spiele, sieben Punkte) bereits der dritte OFC-Coach in dieser Saison. Und wie seine Vorgänger hat auch er eine eigene Philosophie. Diese zu vermitteln, ist mitten in der Runde nicht einfach. Was sonst während einer Saisonvorbereitung erarbeitet wird, muss jetzt im laufenden Betrieb eingestreut werden.

„Björn Jopek hat recht. Ich konnte noch nicht viel von dem, was ich übertragen will, richtig im Training durchziehen. Wir haben aktuell einfach nicht die nötige Zeit“, erklärt Parlatan, der zwischendurch mit dem Team auch eine englische Woche absolvieren musste. In der Liga liegt der Fokus darauf, sich Stück für Stück an die Spitze heranzupirschen. Und im Training konzentriert man sich zum Großteil auf das, was einfacher sei, so der 45-Jährige. Es gehe aktuell vorrangig ums Spiel gegen den Ball und das Anlaufen des Gegners aus einer gewissen Grundordnung heraus. „Wir sind auf einem guten Weg, man sieht schon klare Abläufe“, meint der Kickers-Coach. Erst in der Winterpause soll das „Spiel mit dem Ball“ verstärkt im Mittelpunkt stehen. „Es geht dann darum, Prinzipien und Muster zu erarbeiten.“

Kickers Offenbach testet in Rodgau gegen Erzgebirge Aue

Allerdings warten in den vier dieses Jahr noch anstehenden Spielen dreimal Kellerkinder als Gegner. Neben Trier noch Wormatia Worms und RW Koblenz. Das sind alles Teams, die dem OFC wohl das Spiel überlassen und auf Umschaltsituationen warten werden. Da werden spielerische Lösungen gefragt sein. Parlatan sieht sein Team jedoch für diese Begegnungen gewappnet. „Wir haben es Stück für Stück angerissen und durchleuchtet mit Videos und Trainingsformaten. Das war nicht in dem Umfang, den ich mir vorstelle. Aber wir haben intelligente Jungs und gute Qualität.“

Auch körperlich sieht der Trainer seine Spieler bereit für den Jahresendspurt. „Die Mannschaft ist konditionell auf einem guten Stand, da bin ich ehrlich“, so Parlatan. „Natürlich könnte es immer besser sein. Es geht aber auch darum, wer auf dem Rasen steht. Der eine Spieler ist athletischer, der andere hat mehr Spielintelligenz. Das ist stets ein Gesamtkonstrukt.“ Gleichwohl werde man in der Winterpause nach knapp vier Wochen fußballfreier Zeit – am Freitag, 16. Dezember, absolviert der OFC auf dem Sportgelände des JSK Rodgau noch ein Testspiel gegen den Drittligisten Erzgebirge Aue – in der jeder Spieler einen Laufplan zu absolvieren hat, auch im Fitnessbereich arbeiten, stellte der Coach klar.

OFC: Parlatan schaut sich Kickers-U19 in Gießen an

Parlatan legt eigener Aussage zufolge durchaus Wert auf Analyse, seien es Videos oder Laufdaten. „Man darf jedoch dabei das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren. Fußball ist eine komplexe Sportart, aber letztlich geht es darum, den Ball zu spielen. Als Trainer technische Hilfsmittel zu nutzen, gehört für mich aber dazu.“ Als selbstverständlich erachtet er es auch, sich persönlich ein Bild vom OFC-Nachwuchs zu machen. „Das ist für mich normal“, sagte der Fußballlehrer, der sich nach einem intensiven Mittwoch abends noch ins Auto setzt, um sich das Hessenligaspiel der Kickers-U19 beim FC Gießen anzuschauen. „Es ist immer wichtig, auf einem guten Wissensstand zu sein. Mich interessiert, wer in der U19 talentiert ist und eventuell eine Perspektive hat.“

Dass die Kickers mit aller Macht aufsteigen wollen, der Trainer aber nach Möglichkeit pro Saison zwei Akteure aus dem eigenen Nachwuchs integrieren soll, sieht Parlatan nicht als Problem an. Ein Verein mit gutem Unterbau solle auch davon Gebrauch machen, Talenten mit Potenzial einen Kaderplatz anzubieten, sagt der Trainer. Dass sich das lohnen kann, zeigen aktuell die Beispiele Vincent Moreno und Jakob Lemmer. „Beide haben Anpassungszeit gebraucht“, gibt Parlatan zu bedenken. Bei Denis Huseinbasic (inzwischen 1.FC Köln) ging es schneller. „Aber auch er ist beim OFC durch eine glückliche Fügung in die Anfangsformation gerutscht. Es hatte niemand damit gerechnet, dass er in der ersten Saison so viel spielen würde.“ (Christian Düncher)

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