Kickers Offenbach

OFC: Zitternd auf dem Vormarsch

Mit seinem fünften Saisontor bescherte Serkan Firat (rechts) Kickers Offenbach gegen den FK Pirmasens den elften Sieg im 22. Saisonspiel. Gäste-Torwart Benjamin Reitz kann dem Ball nur noch hinterherschauen - 1:0.
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Mit seinem fünften Saisontor bescherte Serkan Firat (rechts) Kickers Offenbach gegen den FK Pirmasens den elften Sieg im 22. Saisonspiel. Gäste-Torwart Benjamin Reitz kann dem Ball nur noch hinterherschauen - 1:0.

Die Serie von Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest geht weiter. Gegen den FK Pirmasens hatte der OFC beim 1:0 (1:0)-Heimsieg aber einige Mühe, musste nach Gelb-Rot für Charles Laprevotte am Ende zittern. In der Tabelle ging es nach dem siebten Spiel in Folge ohne Niederlage vorerst hoch auf Platz drei.

Offenbach – Eigentlich steht rund um die Ersatzbank der Offenbacher Kickers nur einer: Trainer Sreto Ristic. In der Endphase des Heimspiels gegen den FK Pirmasens hielt es aber auch die ausgewechselten Spieler nicht mehr auf ihren Sitzen. Sie sehnten den Abpfiff herbei. Und nach fast fünfminütiger Nachspielzeit war es so weit. Mathias Fetsch riss nur kurz die Arme hoch.

Auch bei den Kollegen überwog die Erleichterung darüber, die knappe Führung in Unterzahl verteidigt und die Serie ausgebaut zu haben.

„Es gibt solche Spiele in einer Saison“, sagte Torschütze Serkan Firat angesichts der Tatsache, dass sich der OFC beim 1:0 (1:0) gegen die abstiegsbedrohten Pfälzer lange Zeit schwer getan hatte. Aber wer oben mitmischen will, muss eben auch solche Partien gewinnen. „Es war ein dreckiges Spiel. Den Sieg haben wir uns durch Moral und Leidenschaft verdient“, stellte Firat klar. „Vor ein paar Wochen hätten wir eventuell noch den Ausgleich kassiert. Insofern war es ein Schritt in unserer Entwicklung.“ Dass der OFC, der zuletzt wiederholt Gegentreffer nach ruhenden Bällen kassiert hatte, diesmal „nichts zugelassen“ hatte, obwohl der Gegner viele Standards hatte, sei „auch ein Schritt nach vorne“.

In der Tabelle ging es ebenfalls voran - vom fünften auf den dritten Platz, wobei der Rückstand auf den Zweiten TSV Steinbach Haiger nach dessen 1:1 beim FSV Mainz 05 II nur noch zwei Zähler beträgt. Doch das ist für Spieler und Trainer aktuell kein Thema. Auch nicht die beeindruckende Startbilanz von Ristic, der nach sieben Partien noch ungeschlagen ist. In der Regionalliga-Historie des OFC gab es das erst einmal: Oliver Reck blieb 2016/17 ebenfalls in den ersten sieben Spielen ohne Niederlage. Am Samstag (14 Uhr) kann Ristic mit einem Erfolg bei der TSG Hoffenheim II vorbeiziehen. Er muss dann jedoch auf Charles Laprevotte verzichten, der Gelb-Rot sah (83.), was Trainer und Mitspieler unisono als schmerzhaften Verlust bezeichneten. Schließlich hatte der Winterzugang im defensiven Mittelfeld stets für Stabilität gesorgt.

In Unterzahl mussten die Kickers gewaltig um den Sieg zittern. Kurz nach dem Platzverweis forderten die Gäste vehement, aber vergebens einen Elfmeter, nachdem sich Tunay Deniz im Strafraum in einen strammen Schuss geworfen hatte (84.). „Ich kläre per Kopf, bekomme den Ball dann aber an die Hand. Eine 50:50-Situation. In der Szene hatten wir etwas Glück“, gab der Mittelfeldmann zu. Die Gäste kamen danach noch zweimal aus der Distanz zum Abschluss, zielten aber daneben (90.+1) beziehungsweise drüber (90.+3).

Die größeren Chancen hatte jedoch eindeutig der OFC, der gleich die erste richtige Möglichkeit zum 1:0 nutzte. Davud Tuma, dessen Flanke geklärt wurde, setzt nach und brachte den Ball per Kopf zurück in den Strafraum, wo ein Verteidiger ins Leere trat und Firat aus fünf Metern einnetzte (16.). „Ich habe wie ein „Instinktstürmer am langen Pfosten gelauert“, berichtete der Rechtsaußen mit einem Grinsen. Firat, der in der Offensive der auffälligste OFC-Spieler war, hätte bis zur Pause zweimal erhöhen können, zielte jedoch zunächst vorbei (37.) und scheiterte wenig später nach schönem Doppelpass mit Mathias Fetsch aus kurzer Distanz an FKP-Torwart Reitz, der per Fuß reflexartig parierte (44.). „Das hat er super gemacht. Der erste Kontakt von mir war aber nicht gut. Da ist mir der Ball etwas versprungen“, haderte der 26-Jährige. Weil Fetsch in der zweiten Hälfte ebenfalls zwei Chancen vergab, blieb es spannend. Wirklich gefordert war Kickers-Torwart Stephan Flauder allerdings nur einmal, als er bei einem Distanzschuss von Mohr abtauchen und sich lang machen musste (43.).

„Die erste Hälfte ging klar an uns. Nach der Pause war es offener. Das ist oft so, wenn ein Team mehr zu verlieren hat als das andere“, sagte Ristic. Am Ende ging es nur noch darum, den Vorsprung über die Zeit zu bringen, „aber dafür müssen wir uns nicht entschuldigen“, meinte der Trainer und stellte klar: „Der Sieg war verdient. Die Jungs glauben an sich und haben gefightet. Ob es ein Schritt nach vorne war, kann ich nicht sagen.“ Für Marco Fritscher war es offenbar einer. „Diese Spiele zu ziehen, ist brutal wichtig. Das zeigt, dass die Mannschaft intakt und aus was für einem Holz sie geschnitzt ist“, sagte der Außenverteidiger, der nach dreiwöchiger Verletzungspause in der Endphase eingewechselt wurde. (Von Christian Düncher)

Kickers Offenbach - FK Pirmasens 1:0 (1:0)


K. Offenbach: Flauder (2,5) - Vetter (3,5, 78. Fritscher), Zieleniecki (2,5), Karbstein (3), Marcos (3) - Laprevotte (4,5), Deniz (2,5) - Firat (2, 86. Albrecht), Bojaj (4,5), Tuma (3, 70. Sobotta) - Fetsch (3,5)

FK Pirmasens: Reitz - Lo Scrudato, Griess, Zimmer, Hammann - Bohl (87. Frisorger)- Schmitt (78. Becker), Cisse (78. Dimitirjevic), Chessa, Mohr (69. Hecker) - Krob

Schiedsrichter: Eckermann (Waiblingen) - Tor: 1:0 Firat (16.) - Gelbe Karte: Deniz (8) / Lo Scrudato, Dimirijevic - Gelb-Rote Karte: Laprevotte (83., wiederholtes Foul) / -

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