OFC-Zugang Julian Scheffler

Karate, Klavier und nun Kickers

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In der Saison 2016/17 waren Julian Scheffler (vorne, damals SC Teutonia Watzenborn-Steinberg) und Maik Vetter noch Gegner. Nun spielen sie gemeinsam für die Offenbacher Kickers.

Offenbach - Mit dem Wechsel zu den Offenbacher Kickers hat Julian Scheffler eine doppelte Rückkehr vollzogen: aus Bayern, wo er für den 1. FC Nürnberg II spielte, nach Hessen und wieder zu Trainer Daniel Steuernagel, unter dem er schon mal einen Aufstieg geschafft hat. Von Christian Düncher 

Um die Stelle links in der Abwehr zu besetzen, hätten die Verantwortlichen von Kickers Offenbach am liebsten ihren rechten Verteidiger Jan Hendrik Marx geklont. Weil das bekanntlich nicht geht, suchte man einen ähnlichen Typen und hofft, ihn in Julian Scheffler gefunden zu haben. Parallelen gibt es einige. Beide haben dunkelblonde Haare, sind Anfang 20 und nicht unbedingt Riesen. Der auffälligste optische Unterschied: Scheffler wirkt wuchtiger als der ein Jahr ältere und fünf Zentimeter kleinere Marx.

Der gebürtige Gießener, der als Kind viel ausprobiert hatte (Karate, Tanzen, Klavier), spielte bis zur C-Jugend in der Offensive. Erst in der Hessenauswahl wurde er Linksverteidiger und bekleidet diese Position seitdem. So auch bei Teutonia Watzenborn-Steinberg, wo der 22-Jährige schon unter Kickers-Trainer Daniel Steuernagel arbeitete. 2016 stiegen sie gemeinsam in die Regionalliga Südwest auf und gewannen am fünften Spieltag das Heimspiel gegen den OFC mit 2:1. „Das war für uns das Highlight und hat uns sehr gepuscht“, erinnert sich Scheffler, dessen Gegenspieler Serkan Firat war.

Steuernagel, damals noch als Lehrer tätig, trat kurz darauf aus beruflichen Gründen zurück, was Scheffler sehr bedauerte: „Er ist sehr ambitioniert und zielstrebig, legt großen Wert auf schnelles Spiel, Ballbesitz und Dominanz. Fitness und Athletik sind ihm ebenfalls wichtig, und er lässt im Training oft Spielformen auf kleinen Feldern üben.“

Der lauf- und zweikampfstarke Scheffler hatte bis zu Steuernagels Rücktritt sämtliche Partien absolviert. Danach kam er nur noch sechsmal zum Einsatz und flüchtete nach der Saison zum 1. FC Nürnberg II in die Regionalliga Bayern. Dort verletzte er sich jedoch eine Woche vor Rundenbeginn in einem Testspiel schwer am Syndesmose- und Außenband im Fuß. Das war auch deshalb ärgerlich, weil die Profis und die Reserve in der ersten Saisonhälfte oft zusammen trainierten.

Bilder: Trainingsauftakt bei Kickers Offenbach

Nach sechs Wochen Pause kämpfte sich Scheffler langsam zurück, machte in der ersten Saisonhälfte aber nur ein Spiel. „Die Rückrunde lief besser“, erinnert er sich. Nach zwölf Einsätzen für die Club-Reserve zog er aber einen Schlussstrich: „Ich sah durch den Aufstieg der ersten Mannschaft in die 1. Liga keine Chance mehr.“ Für den OFC sprachen einige Argumente: „Offenbach ist heimatnah und ambitioniert.“

Die Zeit in Nürnberg will Scheffler, der an der Technischen Hochschule Mittelhessen das Fach Social Media studiert, dennoch nicht missen: „Das erste Mal alleine wohnen, alleine kochen, alleine Wäsche machen – das macht einen selbstständiger und erwachsener.“ Aktuell wohnt er bei seiner Familie in Gießen, aber er sucht eine Wohnung in der Region Offenbach.

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