Kickers Offenbach

OFC-Zugang Okungbowa: „Ich lebe die Tugenden des Vereins“

Dynamischer Defensivmann: Der 27-jährige Österreicher Osarenren Okungbowa (vorne), der von Drittliga-Absteiger VfB Lübeck kam, will bei Kickers Offenbach auch in der Offensive Akzente setzen.
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Dynamischer Defensivmann: Der 27-jährige Österreicher Osarenren Okungbowa (vorne), der von Drittliga-Absteiger VfB Lübeck kam, will bei Kickers Offenbach auch in der Offensive Akzente setzen.

Osarenren Okungbowa, Zugang des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, ist ein Defensivmann, mag aber schönen Fußball und freut sich auf den ersten Test am Samstag gegen Ginsheim.

Offenbach – Die erste Woche bei seinem neuen Verein hatte es für Osarenren Okungbowa in sich. Nicht nur, dass der 27-jährige Zugang des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach nach einer für ihn ungewöhnlich langen Pause erst mal in körperlicher Hinsicht richtig gefordert wurde (es standen vor allem Kraft- und Ausdauerübungen an), auch nach einer Wohnung musste er suchen.

„Ich habe mir ein paar angesehen und festgestellt, dass das ein bisschen schwierig ist“, berichtet er. In einer „ruhigen Straße“, aber durchaus in zentraler Lage soll die neue Bleibe liegen. Denn: „Da ich in Wien geboren wurde und dort lange gelebt habe, bin ich ein Stadtmensch.“

Seine Eltern stammen aus Nigeria, aber die Hauptstadt Österreichs ist für „Osa“ („Jeder nennt mich so, das macht es einfacher“) seine Heimat. Dort wuchs er auf, dort lernte er das Fußballspielen, dort machte er seine ersten Schritte als Profi. Nigeria habe für ihn dennoch eine große Bedeutung. „Meine Großmutter lebt unter anderem dort. Als Kind war ich fast jedes Jahr dort.“ Er hat jedoch nur den österreichischen Pass.

In seinem Geburtsland galt „Osa“ lange als großes Talent, wurde 2011 mit Rapid Wien U18-Meister und trainierte zu dieser Zeit schon mit den Profis. Obwohl er von 2012 bis 2017 zum Kader der ersten Mannschaft gehörte, brachte er es lediglich auf zwei Erst- sowie 26 Zweitliga-Einsätze. „Ich litt jahrelang unter einer Schambeinentzündung und hatte dann einen Kreuzbandriss“, erklärt der 1,89-Meter-Schlaks, warum er als „Spätstarter“ bezeichnet wird. Die Zeit beim Wiener Traditionsklub will er dennoch nicht missen. In der Jugend und bei den Profis war Louis Schaub (1.FC Köln) sein Mitspieler. Auch mit Joelinton (einst TSG Hoffenheim, nun Newcastle United) sowie mit „Vereinslegende“ Steffen Hofmann (der gebürtige Würzburger traf in 554 Spielen 128 Mal) stand er gemeinsam auf dem Rasen. Über den SKN St. Pölten und den Floridsdorfer AC ging es dann nach Deutschland.

Beim VfB Lübeck gehörte Okungbowa vergangene Saison zum Stamm (31 Einsätze, zwei Tore), konnte den Abstieg aus der 3. Liga jedoch nicht verhindern. Auch für ihn persönlich ging es mit dem Wechsel zum OFC eine Klasse nach unten. „Für mich ist das aber kein Schritt zurück“, betont er. „Wenn man sieht, was das hier für ein Verein ist. Die Trainingsqualität ist genauso hoch wie in Lübeck.“ Und nach den Gesprächen mit Trainer Sreto Ristic und Geschäftsführer Thomas Sobotzik sei er sich ohnehin sicher gewesen, dass Offenbach die richtige Wahl für ihn sei: „Ich lebe die Tugenden des Vereins und kann mich mit Kickers Offenbach sehr gut identifizieren“, sagt der Sechser, der auch im Abwehrzentrum eingesetzt werden kann. „Ich bin ein defensiver Spieler, der aber auch versucht, offensiv Akzente zu setzen. Ich mag schönen Fußball und versuche daher, die Dinge spielerisch zu lösen.“

Während die Saison für die Kickers bis Anfang Juni ging, hatte „Osa“ zuletzt Mitte Mai auf dem Platz gestanden. „Ich habe mich richtig darüber gefreut, dass es jetzt wieder los geht. Ich hatte im Fußball noch nie eine so lange Sommerpause, sie war ehrlich gesagt zu lang für mich“, gibt der Mittelfeldmann zu. Groß ist auch die Freude darüber, dass nach einer anstrengenden Trainingswoche nun am Samstag (14 Uhr, ohne Zuschauer) gegen Hessenligist VfB Ginsheim der erste Test stattfindet. Okungbowa wird dann eventuell mit Innenverteidiger Moody Chana auf dem Feld stehen, der ebenfalls aus Lübeck kam. „Wir waren schon dort gute Freunde. Mit ihm war die Eingewöhnung hier einfacher. Wir sind im selben Hotel, fahren zusammen zum Training und gehen gemeinsam Essen.“ Die Sache mit dem Hotel könnte sich bald erledigt haben. „Osa“ hat eine Wohnung in Aussicht. (Von Christian Düncher)

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