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OFC-Zugang Wanner: „Ich weiß, wie man aufsteigt“

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Von: Christian Düncher

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Schnell und trickreich: Laut OFC-Trainer Alexander Schmidt bringt Zugang Dominik Wanner (Zweiter von links, im Testspiel gegen den 1. FC Köln) offensiv vieles mit, um in der Bundesliga spielen zu können. „Aber defensiv und in Sachen Mentalität muss er sich steigern“, meint der Coach. Links: Semir Saric.
Schnell und trickreich: Laut OFC-Trainer Alexander Schmidt bringt Zugang Dominik Wanner (Zweiter von links, im Testspiel gegen den 1. FC Köln) offensiv vieles mit, um in der Bundesliga spielen zu können. „Aber defensiv und in Sachen Mentalität muss er sich steigern“, meint der Coach. Links: Semir Saric. © hübner

Dominik Wanner, Zugang des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, spielte bei Borussia Dortmund bereits vor fast 34000 Zuschauern und trainierte mit den Bundesliga-Stars. Im Auftaktspiel am Sonntag bei Wormatia Worms könnte der gelernte Offensivmann als Außenverteidiger für Druck sorgen.

Offenbach – Mit einigen Stars der Branche hat er bereits zusammen auf dem Trainingsplatz gestanden. Mittelfristig strebt Dominik Wanner die 2. Bundesliga an, doch zuerst ist das Ziel ganz klar der Sprung in die 3. Liga - mit Kickers Offenbach. Dort hätte der 23-Jährige aber längst angekommen sein können. Zu seiner Zeit bei der U23 von Borussia Dortmund lag ihm ein Angebot des damaligen Drittligisten Würzburger Kickers vor.

„Das habe ich jedoch ebenso abgelehnt wie eins, zwei weitere“, berichtet Wanner. Und als die BVB-Reserve dann Meister der Regionalliga West wurde, machte er den Aufstieg nicht mit.

Der damalige Trainer Enrico Maaßen (inzwischen FC Augsburg) „wollte, dass ich verlängere“, so Wanner. „Ich hätte dann aber wohl keinen Profivertrag mehr erhalten.“ Der ehemalige Junioren-Nationalspieler (achtmal U16, einmal U17, viermal U18) verließ daher Dortmund nach sieben Jahren, lehnte ein Angebot des Drittligisten Hansa Rostock ab und kehrte zum FSV Mainz 05 zurück. „In der eigenen Stadt Profi zu werden - damit wäre für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, so der gebürtige Mainzer. Er trainierte während der Vorbereitung zwar oben mit, kam aber nur in der Reserve zum Einsatz (29 Spiele, sechs Tore, eine Vorlage). Diese Rückkehr war eine der „zwei, drei Entscheidungen, die ich rückblickend anders getroffen hätte“, gibt Wanner zu. „Ich habe vergangene Saison aber auch viele gute Erfahrungen gemacht.“ Zum Beispiel im Trainingslager mit den Profis.

Zuvor hatte er bereits in Dortmund am Oberhaus geschnuppert. Wanner war als 15-Jähriger zum BVB gewechselt - ins Internat. „Das erste Mal weg von zu Hause, das war ein großer Sprung. Aber das hat mich früh reifen lassen. Ich bin sehr dankbar für diese sieben Jahre. Es war eine erfolgreiche Zeit.“ Unter anderem mit drei Meistertiteln im Jugendbereich. Das Finale der U19 vor fast 34 000 Zuschauern gegen Bayern München (8:7 n.E.) bezeichnet er als „Highlight meiner Karriere“. Es folgten der erste Profivertrag und die Teilnahme am Training der Bundesliga-Mannschaft - mit Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang und Mats Hummels. „Das hat mir viel gegeben. Hummels ist Weltmeister, ärgert sich aber im Training über jedes Gegentor. Das sind Dinge, die ich mitgenommen habe.“

Bei Kickers Offenbach will er sich nun weiter emanzipieren. „Ich will auf dem Platz mein Bestes geben und denke, dass ich mit meiner Erfahrung helfen kann. Ich kenne die Regionalliga und weiß, wie man aufsteigt“, gibt sich Wanner selbstbewusst. Die Nähe zu Mainz spielte eine untergeordnete Rolle, wenngleich der 23-Jährige nun wieder bei der Familie ist. Wenn er frei hat, verbringt er gerne Zeit mit ihr („Ich bin Onkel, habe einen kleinen Neffen“) oder lernt Spanisch.

Der Fokus liegt jedoch „zu 100 Prozent“ auf dem Fußball. Offenbach sei für ihn der nächste Schritt. „Ich bin jetzt zum ersten Mal in einer richtigen Herren-Mannschaft, das ist ein anderes Umfeld, in der Kabine gibt es andere Gesprächsthemen.“ Und Wanner muss sich erst mal hinten anstellen. Für Kickers-Trainer Alexander Schmidt ist er aktuell die erste Alternative zu Ronny Marcos auf der Position des Linksverteidigers, falls der Gegner - wie am Sonntag (14 Uhr) vermutlich Aufsteiger Wormatia Worms - tief steht. „Er ist filigran und bringt offensiv vieles mit, um in der Bundesliga spielen zu können. Aber defensiv und in Sachen Mentalität muss er sich steigern“, so Schmidt. Der gelernte Offensivspieler sieht das ähnlich: „Ich habe mein volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft, aber noch viel vor. Nach oben ist alles möglich.“

Von Christian Düncher

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