Letzter Einsatz im „Retterspiel“

Alexander Huber beendet seine Karriere als Profi-Fußballer

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Alexander Huber (vorne) beendet seine Profi-Karriere nach rund zwölf Jahren in den drei höchsten deutschen Ligen.

Offenbach - Die Entscheidung ist gefallen: Fußball-Profi Alexander Huber beendet seine Karriere. Das letzte Spiel absolvierte er im Trikot der Offenbacher Kickers - und es war noch einmal ein echtes Highlight.

Er ging so von der Bühne, wie es seine Art ist: leise. Nach rund zwölf Jahren in den drei höchsten deutschen Ligen sowie einigen internationalen Partien hat Alexander Huber (32) einen Schlussstrich unter das Kapital Profi-Fußball gezogen. Dass sein Einsatz für Kickers Offenbach im „Retterspiel“ gegen den FC Bayern München sein letzter sein würde, hatte der ruhige, stets zuverlässige Rechtsverteidiger nur im engen Kreis angekündigt. Am Tag danach kam er noch zum Auslaufen und räumte anschließend seinen Spind in der OFC-Kabine.

 „Die Fußballschuhe liegen nun erst mal im Keller“, sagt Huber. Herausholen wird er sie wohl nur noch, um in Zukunft eventuell ein bisschen auf Amateurebene zu spielen oder als Coach auf dem Platz zu stehen. „Ich will auf jeden Fall meine Trainerscheine machen“, erzählt der ehemalige Bundesliga-Profi (drei Erst- und 181 Zweitligaspiele für Eintracht Frankfurt, Eintracht Braunschweig und den FSV Frankfurt). Zudem strebt der Weinliebhaber eine Umschulung an. Die Gastronomie-Branche interessiert ihn sehr.

Huber galt in Deutschland einst als großes Talent, spielte sogar im „Team 2006“, das der DFB im Hinblick auf die Heim-WM als Ergänzung zur A-Nationalmannschaft gebildet hatte. Seit Sommer 2016 war er jedoch vereinslos. Der FSV Frankfurt wollte ihn zwar nach dem Zweitliga-Abstieg halten, doch „Hubi“ empfand das Angebot als Frechheit und lehnte ab. „Das war eine bewusste Entscheidung. Ich war mit der Art und Weise, wie man mit mir nach fünf Jahren im Klub umgegangen ist, nicht zufrieden“, sagt er: „Außerdem wäre ich aufgrund der Operation ohnehin ausgefallen.“ Schmerzen in der Achillessehne machten einen Eingriff erforderlich. Ein Jahr ist das nun her. Die Folgen spürt er immer noch. „Mal ist es morgens gut, mal muss ich rückwärts die Treppe runter“, erzählt der Rechtsfuß.

Fan-Stimmen nach dem Retterspiel des OFC gegen Bayern München

Ein, zwei Jahre im Profi-Bereich hätte er sich trotzdem noch zugetraut, auch wenn es eine gewisse Quälerei gewesen wäre. Interessante Angebote blieben aber aus. Dennoch gab es in der Endphase seiner Karriere noch zwei Highlights. Am 13. Juni 2017 debütierte Huber im Trikot der Auswahl seines Geburtslandes Tadschikistan. Nun stand er als Gastspieler für seinen Ex-Verein Kickers Offenbach (90 Einsätze in der 3. Liga) im „Retterspiel“ vor 20.500 Zuschauern gegen den FC Bayern München auf dem Platz. Dies sei ein Dankeschön dafür gewesen, dass der Routinier lange geholfen hatte, das Niveau im Training hoch zu halten, so OFC-Trainer Oliver Reck.

OFC gegen FC Bayern München: Bilder

Dass die Kickers kein Geld und trotz des längeren Ausfalls von Kristian Maslanka keinen Bedarf für Huber haben, war ihm von Anfang an klar. Dennoch ist er seinem ehemaligen Klub dankbar. Dass er mittrainieren dürfte, sei „ein Riesending“ gewesen, sagt „Hubi“, der nur wenige Auto-Minuten vom Bieberer Berg entfernt wohnt. Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in Heusenstamm. Die Familie war auch einer der Gründe dafür, dass er die Fußballschuhe nun in den Keller gestellt hat. Als Ehemann und Vater trägt man Verantwortung und muss vorausschauen. „In ein, zwei Jahren wäre für mich mit dem Fußball ohnehin Schluss gewesen“, meint er. Sein neues berufliches Kapitel wird er nun etwas früher als ursprünglich geplant schreiben.

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