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Offenbach: Fußball während Corona - Ohne Hygienekonzept keine Fans

Andreas HerzogStadionmanager in Offenbach
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Andreas HerzogStadionmanager in Offenbach

Der OFC leidet unter der Corona-Krise. Durch die leeren Ränge in Offenbach bleiben wichtige Einnahmen aus - neue Konzepte müssen her.

Offenbach – Manager, Verbands-- und Vereinsfunktionäre der Fußball-Regionalliga Südwest sind dieser Tage nicht zu beneiden. Kaum haben sie sich auf ein - noch dazu höchst gewagtes - Modell mit 42 Spieltagen verständigt, tauchen die nächsten Probleme auf. Das elementarste: Können Spiele mit Zuschauern ausgetragen werden? Skepsis ist angebracht.

„Wir gehen davon aus, dass wir ab September vor Zuschauern spielen können“, sagt OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Sein Credo: Wenn Großdemos erlaubt seien, warum dann nicht Fußballspiele unter freiem Himmel? Doch in Zeiten der Corona-Pandemie ist jede vermeintliche Normalität außer Kraft gesetzt. Und so müssen Klubs wie der OFC, die über Dauerkartenverkäufe Einnahmen in der spielfreien Sommerpause generieren, neu denken.

Nach Informationen unserer Zeitung ist zwar trotz der neuen Verordnungen der Bundesregierung, die Großveranstaltungen bis Ende Oktober untersagt, denkbar, dass Sportveranstaltungen mit Zuschauern stattfinden können. Doch das wird nur mit einem Hygienekonzept gehen, das auf die geltenden Verordnungen der Bundesländer abgestimmt ist und das die örtlichen Gesundheitsämter absegnen müssen. „Wir haben schon Möglichkeiten, unter Einhaltung der Abstände Zuschauer reinzulassen“, ist Sobotzik überzeugt. Das OFC-Stadion fasst 20400 Zuschauer auf vier Tribünen, drei davon mit Sitzplätzen. 4000 bis 5000 Zuschauer könnten so Platz finden. Auch die Vermarktung der Logen hält Sobotzik für machbar: „Wenn Restaurants öffnen dürfen, dann können wir auch Logen aufmachen.“

Konkurrenten wie der Bahlinger SC oder Bayern Alzenau mit kleinen Stadien können von solchen Voraussetzungen nur träumen.

Die Kickers befinden sich mit der Stadionbetreibergesellschaft SBB und deren Geschäftsführer Andreas Herzog im Austausch mit dem Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, Dr. Bernhard Bornhofen. Das Problem, das auch Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest sieht: „Kein Gesundheitsamt wird ein Konzept für eine Saison, die am 1. September beginnt, schon jetzt absegnen.“

Konkrete Hygienepläne der Regionalliga Südwest wird es nicht geben. „Das wäre nicht zielführend“, sagt Döther mit Blick auf die unterschiedlichen örtlichen Konstellationen, Stadionkapazitäten sowie die Verordnungslagen in den fünf Bundesländern (Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Bayern). Und so wird jeder Klub individuell mit den Behörden vor Ort Konzepte erarbeiten müssen. Ein Szenario, das in Offenbach auf Kritik stößt. „Ich denke, dass ein Verband in der Verantwortung ist, für einen Rahmen zu sorgen“, sagt Stadionmanager Herzog. Gleichwohl betonte er, „dass wir mit den Kickers alles daran setzen, das bestmögliche Ziel zu erreichen“.

Ein Hygienekonzept lasse sich sicher stricken. Wie viele Zuschauer aber wo und unter welchen Bedingungen ins Stadion dürfen, bleibt offen. Und solange das nicht klar ist, wird der OFC den auf Eis gelegten Dauerkartenverkauf nicht starten können. VON JÖRG MOLL.

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