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Dominik Draband: Die Freundschaft ruht für 90 Minuten

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Dominik Draband spielte zwölf Jahre lang für die TSG 1899 Hoffenheim. Am Sonntag geht es aber „darum, den nächsten Dreier einzufahren“ - für seinen neuen Arbeitgeber Kickers Offenbach. 

Aufregende Zeiten für Dominik Draband: Der Torwart der Offenbacher Kickers war am Mittwoch beim 2:1 in Bahlingen umjubelter Rückhalt. Nun kehrt er an alte Wirkungsstätte nach Hoffenheim zurück. Alte Freundschaften ruhen für 90 Minuten.

Offenbach – Das Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten 1899 Hoffenheim war zwölf Jahre lang die sportliche Heimat von Dominik Draband. Nach acht Jahren in der Jugend – 2014 gewann er mit Trainer Julian Nagelsmann sogar die deutsche U19-Meisterschaft – spielte der 23-Jährige vier Jahre für die zweite Mannschaft der TSG. Nach einem einjährigen Intermezzo bei der SV Elversberg wechselte er im Sommer nach Offenbach. Kein Wunder, dass die Freude über das Wiedersehen groß ist. Mit Mittelfeldspieler Robin Szarka verbindet den gebürtigen Heilbronner eine enge Freundschaft, auch das Trainerteam um Marco Wildersinn schätzt Draband.

Im Spiel am Sonntag (13 Uhr) wird für Nettigkeiten aber kein Platz und keine Zeit sein. „Da geht es darum, dass wir den nächsten Dreier einfahren“, betont die Nummer eins des OFC, die am Mittwoch in Bahlingen ihre erste Sternstunde bei ihrem neuen Klub erlebte. Mit starken Paraden hielt der 1,85 Meter große Torwart die Kickers im Spiel, parierte unter anderem einen Strafstoß von Shipon Bektasi. „Wir hatten uns mit Videos auf die Elfmeterschützen vorbereitet, aber nicht auf ihn“, räumte Draband ein. Der etatmäßige Schütze stand aber nicht auf dem Platz. Für Draband kein Grund, unruhig zu werden. „Die meisten Schützen schießen ja über ihr Standbein hinweg“, sagt er - und sollte am Mittwoch recht behalten. Bektasi schoss mit rechts ins linke Eck - Draband hielt den gar nicht mal so schlecht geschossenen Ball – und war auch später bei einer weiteren Großchance von Bektasi zur Stelle.

„Er ist extrem fleißig, arbeitet unglaublich hart“

„Das freut mich sehr für Dominik“, meinte OFC-Trainer Daniel Steuernagel: „Er ist extrem fleißig, arbeitet unglaublich hart, man muss ihn eher sogar bremsen.“ Draband freute sich umso mehr über das Lob der Kollegen und des Trainers, weil er im ersten Auswärtsspiel der Saison (2:1 beim SC Freiburg II) beim Ausgleich schlecht ausgesehen hatte. „In Freiburg hatte ich eine falsche Entscheidung getroffen. Da hat mir die Mannschaft geholfen, jetzt konnte ich ihr helfen.“ Für seinen Trainer sind solche Aussagen wichtige Indizien dafür, welch „guter Charakter in der Mannschaft herrsche“. Mentalität und Wille wird auch am Sonntag in Hoffenheim gefragt sein, um beim traditionell spielstarken Kraichgauer Talentschuppen zu bestehen. Kaum einer weiß das besser als Draband. „Hoffenheim will mitspielen, hat aber die typischen Probleme einer U23.“ Zur unbändigen Lust am Spiel paart sich gerne auch mal Übermut, der gegen erfahrene Teams schnell zum Bumerang wird. „Wir müssen die Zweikämpfe gewinnen und dürfen sie nicht ins Spiel kommen lassen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir die nächsten drei Punkte einfahren“, sagt der OFC-Torwart.

„Als Spieler weißt du: Gegen solche Mannschaften geht immer noch was“

Die Hoffenheimer stehen mit zwei Siegen und zwei Niederlagen im Mittelfeld der Tabelle. Zuletzt gab es im Derby beim Überraschungstabellenführer Astoria Walldorf eine klare 0:3-Niederlage. Zu Hause gewannen die Kraichgauer zuletzt gegen den Bahlinger SC mit 3:2, führten dabei nach 15 Minuten mit 3:0. Symptomatisch für die von Draband angesprochene „U23-Problematik“ war, dass Bahlingen in der zweiten Hälfte nochmals gefährlich aufkam. „Als Spieler weißt du: Gegen solche Mannschaften geht immer noch was“, sagt Draband.

Während der 23-Jährige seinen Platz im Tor sicher hat, schloss Trainer Daniel Steuernagel Veränderungen in der Startelf zum Ende einer kraftraubenden Englischen Woche nicht aus. „Es wird ein Spiel, in dem wir unglaublich viel laufen müssen, da brauchen wir Frische.“

Fehlen werden weiterhin Lucas Albrecht (Achillessehnenreizung), Andis Shala (Rückenprobleme), Gerrit Gohlke (Rotsperre) und Nachwuchsspieler Leonidas Tiliudis. In der vergangenen Saison gelangen den Kickers zwei überzeugende Siege (5:2, 5:0). Torwart Dominik Draband hätte gegen eine Fortsetzung dieser Serie sicher nichts einzuwenden - trotz aller freundschaftlichen Bande zum Ex-Klub.

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