Testspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger SV 

Homogene Kickers stimmen zuversichtlich

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Testspiel: OFC erkämpft Remis gegen SV Wehen Wiesbaden.

Das Interesse am neuen OFC war groß, als die Mannschaft zum Testspiel gegen Wehen Wiesbaden antrat. Und die Kickers zeigten einen starken Auftritt gegen den Zweitligisten.

Heusenstamm – Die Parkplätze rund ums Sportzentrum Martinsee in Heusenstamm waren schon mehr als eine halbe Stunde vor dem Anpfiff des Testspiels zwischen Kickers Offenbach und dem SV Wehen Wiesbaden belegt. Auf der schattigen Gegengeraden drängten sich rund 700 Zuschauer. 

Kurzum: Das Interesse am neuen OFC war groß. Und was die Fans beim 1:1 (0:0) sahen, stimmte sie zuversichtlich. Vor allem mit der vermeintlich ersten Elf waren die Kickers dem zwei Klassen höher spielenden Kontrahenten in der ersten Hälfte ebenbürtig, auch wenn sich beide Teams kaum Chancen erspielten. Szenenapplaus gab es dennoch immer wieder für den giftigen und bei tropischen Temperaturen phasenweise erfrischend spielenden OFC, der Moral zeigte und durch Moritz Reinhard in der Nachspielzeit ausglich.

"Noch nicht alles super"

„Wenn man gegen einen Zweitligisten unentschieden spielt, muss man zufrieden sein, auch wenn wir wissen, dass noch nicht alles super war. Wichtig war, dass wir die Leute ein bisschen auf unsere Seite gezogen haben“, sagte Innenverteidiger Lucas Albrecht und ergänzte mit Blick auf Stimmung und Kulisse: „Wiesbaden hat sonst so viele Zuschauer bei einem Heimspiel. Es ist schon geil, dass bei uns so viele Leute zu einem Test kommen.“

Die Startelf unterstrich noch einmal die Ausmaße des Umbruchs: Außer Gerrit Gohlke, Maik Vetter und Ko Sawada standen ausnahmslos Neuzugänge in der Anfangsformation. Kevin Pezzoni, Luigi Campagna und Richard Weil sorgten für Stabilität im Zentrum, die Außenverteidiger Marco Schikora und Ronny Marco sowie der offensive Manolo Rodas für Tempo, und Zielspieler Andis Shala ackerte unermüdlich im Sturm. Weil hatte sogar das 1:0 auf dem Fuß, sein Schuss aus 16 Metern wurde jedoch geblockt (43.).

Ab dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Andre Klein (Obertshausen), der sein letztes Spiel leitete (ihn zieht es auf beruflichen Gründen nach Berlin), wechselte OFC-Trainer Daniel Steuernagel nahezu komplett durch. Lediglich Schlussmann Dominik Draband absolvierte die vollen 90 Minuten. In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte hatten die Kickers defensiv einige Probleme und gerieten in Rückstand: Francesco Lovric bekam den Ball im Strafraum an die Hand, Klein pfiff Elfmeter und Kyereh verwandelte sicher - 0:1 (62.). Der OFC gab aber nicht auf und kam mit der letzten Aktion zum Ausgleich. Der aufgerückte Albrecht verlängerte den Ball per Hacke in Richtung Tor, wo Reinhard abstaubte.

„Die Leute wollen, dass wir wieder kämpfen"

Steuernagel zeigt sich zufrieden: „Wir haben in beiden Halbzeiten gut gegen den Ball gespielt, mit dem Ball war es teilweise noch etwas fahrig, aber das ist bei dem Stand der Vorbereitung normal. Angesichts der vielen Zugänge war das schon sehr homogen“, sagte der Trainer: „Die Leute wollen, dass wir wieder kämpfen. Da haben wir einen guten Anfang gemacht.“

An diesem Samstag (16 Uhr) steht das „Ablösespiel“ für Winterzugang Reinhard bei dessen Ex-Klub SG Elters an. Dann soll auch Niklas Hecht-Zirpel zum Einsatz kommen, der am Freitag der Festlegung auf 22 Spieler zum Opfer gefallen war.

OFC (1. Hälfte): Draband - Schikora, Gohlke, Pezzoni, Marcos - Vetter, Campgna, Weil, Rodas - Sawada, Shala

OFC (2. Hälfte): Draband - Schikora (60. Lemmer), Albrecht, Lovric, Marcos (60. Scheffler) - Pyysalo, Ikpide, Weil (60. Garic), Kurz - Reinhard, Hirst

W. Wiesbaden: (1. HZ): Watkowiak - Guthörl, Medic, Röcker, Franke - Ajani, Gül, Chato, Missner - Tietz, Euschen

SVWW (2. HZ): Albrecht; Mockenhaupt, Dittgen, Shipnoski, Dams, Kyereh, Niemeyer, Kuhn, Schönfeld, Lorch, Titsch-Rivero

Schiedsrichter: Klein (Obertshausen) - Zuschauer: 700 - Tore: 0:1 Kyereh (62./HE), 1:1 Reinhard (90+1.)

Christian Düncher

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