Fußball-Regionalliga Südwest

Koffi ein Kandidat für Kickers Offenbach? - OFC will Abstand nach oben verringern, aber Sturm bereitet vor Saisonstart sorgen

Im Abwehrzentrum des OFC gesetzt sind Zugang Malte Karbstein (vorne) und Sebastian Zieleniecki (rechts, im Testspiel gegen Zeilsheim). Maik Vetter (links) hat im Mittelfeld hingegen zahlreiche Konkurrenten.
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Im Abwehrzentrum des OFC gesetzt sind Zugang Malte Karbstein (vorne) und Sebastian Zieleniecki (rechts, im Testspiel gegen Zeilsheim). Maik Vetter (links) hat im Mittelfeld hingegen zahlreiche Konkurrenten.

Vor dem Start in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest mit dem Heimspiel gegen den Bahlinger SC (Samstag, 14 Uhr) bereitet die Besetzung des Sturmzentrums Kickers Offenbachs Trainer Angelo Barletta sorgen. Ein ehemaliger Torschützenkönig wird als Alternative gehandelt. Derweil sind einige Plätze in der Startelf bereits vergeben.

Offenbach – Platz acht wie in der vergangenen Saison - das kann nicht der Anspruch von Kickers Offenbach sein. Dessen ist sich Angelo Barletta bewusst. Angesichts des „größeren Umbruchs“ (zehn Ab-, zwölf Zugänge) verzichtet der Trainer zwar auf Angriffsparolen, stellt aber klar: „Es muss unser Ziel sein, den Abstand nach oben deutlich zu verringern.“

Woran es in der vergangenen Saison am meisten haperte, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Während die Kickers mit 28 Gegentreffern (in 22 Spielen) immerhin die sechstbeste Abwehr der Regionalliga Südwest stellten, erzielten alle Teams, die vor ihnen in der Tabelle standen, wesentlich mehr Tore (29). Vor allem die Offensive muss sich also steigern. Aber ausgerechnet dieser Mannschaftsteil bereitet vor dem Auftaktspiel gegen den Bahlinger SC (Samstag, 14 Uhr) die meisten Sorgen. Betroffen ist vor allem das Angriffszentrum. Der als Torjäger geholte Abu Bakarr Kargbo (Kreuzbandriss) fällt noch monatelang aus. Florent Bojaj, ebenfalls neu geholt, trainiert zwar wieder, fehlte davor aber wegen Muskel- und Leistenproblemen drei Wochen und muss erst seinen Rückstand aufholen. Barletta („Ich habe eine Verantwortung für den Spieler“) deutete an, dass der Kosovo-Albaner am Samstag nicht zum Aufgebot gehören wird.

Damit fehlen gegen Bahlingen die einzigen zwei echten Stoßstürmer. „Beide fühlen sich auch mit dem Rücken zum Tor wohl. Man kann jedoch nicht vier gleiche Typen im Kader haben“, erklärt Barletta, dem fürs Angriffszentrum damit nur noch ein Duo zur Verfügung steht: Moritz Reinhard, der zwar teamintern „Bomber“ genannt wird, aber eher ein laufstarker Arbeiter ist, und Pelle Hoppe, den der Trainer in die Kategorie „Techniker“ einstuft. Und weil Hoppe im letzten Test (2:2 bei Mönchengladbach II) leicht angeschlagen gefehlt hatte, stießen abwechselnd Serkan Firat und Maik Vetter aus dem Mittelfeld in die Spitze. Ohne Erfolg. Erst als in Reinhard „eine klare Neun“ kam, wurde es besser. Er hat gute Chancen, auch gegen Bahlingen zu beginnen.

Es sei denn, die Kickers legen kurzfristig noch mal im Angriffszentrum nach. Gerüchten zufolge hat der OFC Interesse an Kevin Koffi. In der Saison 2018/19 trug er das Trikot der SV Elversberg und war mit 19 Treffern Torschützenkönig in der Regionalliga Südwest. In der vergangenen Runde kam er für Waldhof Mannheim in der 3. Liga auf 37 Einsätze (22 Mal eingewechselt) und erzielte dabei drei Tore. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Die Mannheimer denken aber angeblich darüber nach, den 34-Jährigen erneut zu verpflichten. Neben dem SV Waldhof und dem OFC soll auch Preußen Münster Interesse haben.

Größer ist die Auswahl aktuell auf den offensiven Außenpositionen. Die Zugänge Marcell Sobotta und Davud Tuma standen bei der Generalprobe in der Startelf. Im jungen Jakob Lemmer gibt es eine schnelle Alternative. Auch Firat und Vetter können auf den Flügeln spielen.

Am größten ist das Gedränge in der Mittelfeld-Dreierkette. Firat wird - auch als guter Standardschütze - einen Platz sicher haben. Vetter kommt als Abräumer und Antreiber gleichermaßen in Frage. Die Stärken von Luigi Campagna liegen eher in der Defensive. Zugang Tunay Deniz arbeitet auch nach hinten, ist aber mehr ein Spielgestalter. Sein Potenzial blitzte in der Vorbereitung jedoch nur phasenweise auf. Auf ihm ruhen aber große Hoffnungen. Aufgedrängt haben sich zuletzt zwei Eigengewächse: der ballsichere Luka Garic und Denis Huseinbasic, der vergangene Saison noch in der U19 spielte. Winter-Zugang Tim Dierßen agierte in den vergangenen Wochen unauffällig und wird sich wohl ebenso wie Leonidas Tiliudis, der nach langer Verletzungspause um den Anschluss kämpft, hinten anstellen müssen.

Relativ klar ist die Rollenverteilungen in der Defensive. Zugang Stephan Flauder geht als Kapitän und damit als Nummer eins in die Saison. Dominik Draband, in der vergangenen Runde absolute Stammkraft, muss sich mit der Rolle des Ersatzmannes begnügen. In der Viererkette sind drei Plätze vergeben. Ronny Marcos spielt links, Zugang Malte Karbstein und Sebastian Zieleniecki bilden das zentrale Duo. Rechts gibt es ein Duell zwischen zwei Neuen: Francesco Calabrese hat Vorteile, da Marco Fritscher zuletzt wegen einer Oberschenkelprellung gefehlt hatte. Eigengewächs Vincent Moreno Giesel gefiel in der Vorbereitung, soll aber zunächst in der U19-Bundesliga Spielpraxis sammeln.

Die erste Alternative fürs Abwehrzentrum ist Lucas Albrecht. Winter-Zugang Maurice Pluntke hat nach langer Verletzungspause noch Trainingsrückstand. (Von Christian Düncher)

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