Sobotzik: „OFC steht nicht so verkehrt da“

Einigung mit neuem Sponsor steht bevor – Heißes Transfer-Gerücht taucht auf

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Kandidat für rechts hinten: Marco Fritscher, hier im DFB-Pokal gegen Schalkes Abdul Rahman Baba.

Die Offenbacher Kickers stellen die Weichen für die Zukunft. OFC-Manager Sobotzik plant den Kader. Beim Sponsoring hat er einen dicken Fisch an der Angel.  

Offenbach – Den kommenden Dienstag kann Thomas Sobotzik kaum erwarten. Dann tagt die Regionalliga Südwest und die Klubs sind per Videokonferenz zugeschaltet. Es könnte eine der bedeutendsten Zusammenkünfte der Saison werden. Denn der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers erhofft sich endlich Planungssicherheit.

Unabhängig davon, wie, wann und ob überhaupt die Saison 2019/20 fortgesetzt wird, gestaltet der OFC-Manager derzeit die Zukunft des Klubs. Und inmitten der Pandemie-bedingten Krisenstimmung gibt sich der Ex-Profi kämpferisch und optimistisch. „Wir stehen nicht so verkehrt da“, sagt er und verweist auf die frühzeitige und auf zwei Jahre angelegte Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor EVO. 

Neuer Sponsor für Kickers Offenbach: „Top-Partner“ in Aussicht

Zudem stehe die Einigung mit einem weiteren Top-Partner bevor. Der Klub hat aktuell sechs Unternehmen als sogenannte Top-Partner klassifiziert. Neben den Stadtwerken Offenbach, den Rhein-Main-Rohstoffen (RMR), der CG Gruppe und der Peters Gruppe sind dies Ausrüster Nike und die Sparda Bank Hessen. „Dazu kommt die sensationelle Unterstützung der Fans, die mehr als 7000 Geistertickets gekauft haben“, betont Sobotzik.

Es scheint also, als könne Kickers Offenbach, jahrelang ein finanziell dauerklammer Krisenpatient, ausgerechnet einen der größten Stresstests der Gesellschaft seit dem 2. Weltkrieg relativ schadlos überstehen.

Kickers Offenbach: Standortbestimmung mit aktuellen OFC-Kickern

Und so arbeitet sich Sobotzik ungeachtet der Unwägbarkeiten rund um die Fortsetzung der Regionalliga an der Personalplanung für die Zukunft ab. Aktuell führt er Gespräche mit den Spielern des Teams. Das Ziel: „Jeder bekommt von uns eine Einschätzung seiner Situation.“

Trainer Angelo Barletta wäre es noch viel lieber, wenn die Saison fortgesetzt würde. „Denn dann könnte ich mir von jedem noch einmal ein Bild auf dem Platz machen“, erklärt er.

Details über Vertragsinhalte geben die Kickers seit Sobotziks Amtsantritt im Herbst vergangenen Jahres nicht mehr preis. Doch nach Informationen dieser Zeitung stehen zwölf Spieler über die kommende Saison hinaus unter Vertrag. Die Torhüter Dominik Draband (24) und Felix Ferahyan (21), die Abwehrspieler Maurice Pluntke (26), Sebastian Zieleniecki (25) und Ronny Marcos (26), für das Mittelfeld Kapitän Maik Vetter (28), Tim Dierßen (24), Luka Garic, Leonidas Tiliudis (beide 19), Serkan Firat (26), die Routiniers Richard Weil (32) und Luigi Campagna (30). Im Angriff könnte es zu den größten Veränderungen kommen. Nur das Arbeitspapier von Winterzugang Pelle Hoppe (20) gilt auch ab 1. Juli noch.

Kickers Offenbach: Sobotzik rechnet mit komplizierter Transferphase

„Wir sprechen mit allen Spielern, auch jenen, die Vertrag haben“, betont Sobotzik. Aufgrund der Unsicherheit stellt er sich auf eine komplizierte Transferphase ein, in der viele Entscheidungen erst spät fallen könnten. „Wir planen zunächst mit einem Rumpfkader von 16 bis 18 Spielern“, erklärt er.

Sobotzik will abwarten, wie sich eine künftige Regionalliga zusammensetzt. Sollte etwa die Saison abgebrochen werden, könnte der Abstieg ausgesetzt und die Liga mit Aufsteigern deutlich vergrößert werden. „Es ist ja völlig unklar, ob wir 16 Mannschaften in der Klasse haben oder 24“, meint der OFC-Geschäftsführer. Die zeitlichen Vertragskoordinaten - Beginn: 1. Juli des Jahres, Ende: 30. Juni - bleiben die Grundlage aller Verhandlungen. Alternativlos ist das wirtschaftlich angepasste Verhalten: „Wir werden keine verrückten Dinge machen.“ Selbst wenn die Auswahl auf dem Transfermarkt ungeahnte Ausmaße haben würde. Sollten die Profiklubs aus der 1. und 2. Bundesliga ihre Kader aufgrund von Sparzwängen verkleinern, werde das Wellen nach unten schlagen, vermutet Sobotzik.

Kickers Offenbach: Heißes Gerücht zu möglichen Neuzugang

Doch allem Anschein nach sind die ersten Verstärkungen längst unter Dach und Fach, auch wenn Sobotzik abwiegelt und sich zu Spekulationen nicht äußert. Eine davon lautet: Der gebürtige Klein-Krotzenburger Marco Fritscher (25), einst bei Bayern Alzenau am Ball und noch bis Juni beim Zweiten der Regionalliga Bayern, dem 1. FC Schweinfurt, unter Vertrag, kommt an den Bieberer Berg. Der Rechtsverteidiger hat sich in seiner dritten Saison in Schweinfurt zum Stammspieler entwickelt, fehlte in 23 Partien nur einmal wegen einer Verletzung.

VON JÖRG MOLL

Die einen kommen, die anderen gehen - Die Kaderplanung bei den Kickers läuft auf Hochtouren. Francesco Lovric muss den OFC verlassen. Der Abwehrspieler ist enttäuscht, er habe keine „klare Begründung“ bekommen.

Jakob Lemmer verlängert bei den Offenbacher Kickers. Der 20-Jährige spielt schon seit 2017 bei den Offenbacher Kickers.

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