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Mit großem Kampf zum 1:1: OFC erobert sich in Unterzahl die Tabellenführung

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Ungläubig lachen muss Gerrit Gohlke über die Rote Karte von Schiedsrichter Jonas Brombacher.

Die Offenbacher Kickers sind auch nach dem dritten Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga Südwest ungeschlagen.

Offenbach – Gegen den VfR Aalen mussten sie gestern Abend nach einem frühen Platzverweis für Gerrit Gohlke fast eine Stunde lang mit einem Spieler weniger auskommen, schafften aber mit einer überragenden kämpferischen Leistung nach zwei späten Toren ein 1:1. Dieser Punkt bescherte den Kickers zumindest bis zu den heutigen Spielen sogar die Tabellenführung. „Kompliment und Respekt für meine Mannschaft, dass sie in so langer Unterzahl am Ende einen Punkt geholt hat“, war OFC-Trainer Daniel Steuernagel zufrieden, zumal man „das Zwischenziel, die Tabellenführung“ erreicht habe.

Neben 3000 verkauften Dauerkarten und 7041 Zuschauern am ersten Spieltag, gestern Abend die nächste Steigerung: 8118 Zuschauer auf dem Bieberer Berg. Eine für Regionalliga-Verhältnisse überragende Kulisse, für die es zunächst eine traurige Nachricht gab. Der ehemalige Kickers-Torwart Marius Todericiu (von 1992 bis 1995 beim OFC) ist im Alter von 49 Jahren verstorben.

OFC: Steuernagel  verzichtete auf Änderungen

Nach den beiden Auftaktsiegen verzichtete OFC-Trainer Steuernagel auf Veränderungen und schickte zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf auf den Rasen, im gewohnten 4-4-2-System. Die Aalener stellten den Kickers ein 4-3-3 gegenüber. Bei einsetzendem Regen hatten die Kickers zwar mehr Ballbesitz, fanden aber keine Lösung, die drei Ketten der Aalener zu überspielen.

In der 34. Minute erhielt die Partie dann eine dramatische Wendung. OFC-Verteidiger Gerrit Gohlke wollte in der Mitte der eigenen Hälfte einen Ball ins Seitenaus rollen lassen, rempelte dabei unnötig den Aalener Hoffmann. Der Mittelfeldspieler stürzte auf dem nassen Rasen direkt in die einen Meter hinter der Seitenauslinie platzierte Werbebande aus Metall und erlitt dabei einen offenen Armbruch. Der von Beginn an mit der hitzigen Atmosphäre und Zweikampfbewertung überforderte 22-jährige Schiedsrichter Jonas Brombacher zeigte dem Offenbacher glatt Rot. „Das war ein Allerweltsfoul, maximal Gelb. Nachdem der Aalener in die Bande gerutscht ist, hat das mit seinem Armbruch natürlich sehr dramatisch ausgesehen. Nur deshalb gab es Rot“, beurteilte OFC-Sportdirekter Sead Mehic den Platzverweis als „zu hart“. Die beiden Trainer Daniel Steuernagel und Roland Seitz waren anderer Meinung und werteten die Rote Karte aufgrund der „schweren Verletzung als richtig.“ Allerdings müsse man sich nun Gedanken machen, die Werbebanden eventuell weiter weg vom Spielfeldrand zu platzieren.

OFC: Kickers lauerten auf Konter

Die Kickers brachten dann zur zweiten Halbzeit mit Francesco Lovric (für Stürmer Shala) einen Innenverteidiger und versuchten, mit einem defensiv ausgerichteten 4-4-1-System die numerische und spielerische Unterlegenheit durch noch mehr Einsatz zu kompensieren und lauerten auf Konter. Einer davon wäre fast erfolgreich gewesen, doch Richard Weil verpasste vier Meter vor dem VfR-Tor die Hereingabe von Schikora nur hauchdünn (48.). Und auch die zweite große Chance nach der Pause gehörte dem OFC, aber Daghfous verzog freistehend aus 16 Metern weit am Tor vorbei (62.).

Die Aalener setzten sich erwartungsgemäß in der Offenbacher Hälfte fest. Die Kickers-Spieler kamen aber mit dem Dauerdruck gut zurecht, ließen unter der frenetischen Anfeuerung der Zuschauer keine Torchance zu. Und schafften sogar die 1:0-Führung. Der eingewechselte Lovric köpfte einen Freistoß von Weil ins lange Eck (81.). Doch der Offenbacher Euphorie folgte schon 40 Sekunden nach dem Aalener Anstoß die Enttäuschung. Kevin Pezzoni rutschte bei einer Flanke nach einem leichten Rempler weg und der nach vorne geschickte Innenverteidiger Windmüller köpfte aus acht Metern zum 1:1 ein. „Pezzoni hat mir gesagt, er wurde weggeschubst“, ärgerte sich Steuernagel, dass der Schiedsrichter diese Aktion als regelgerecht wertete.

„Taktisch und kämpferisch war das überragend von unserer Mannschaft. Spielerisch ist noch Luft nach oben. Und sieben Punkte nach drei Spielen, damit sind wir zufrieden. Auch wenn es fast neun geworden wären“, sagte Mehic.

VON JOCHEN KOCH

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