Euphorie statt Endzeitstimmung

OFC hat gewaltigen Rückenwind - und ungewohnte Trikots

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„Das war im Vergleich zur vergangenen Saison extrem“, sagte Kickers Offenbachs Allrounder Maik Vetter (Mitte) nach der gewonnen Auftaktpartie gegen den SSV Ulm 1846: „So eine gute Stimmung war lange nicht mehr im Stadion – sogar schon vor dem Spiel beim Warmmachen.“

Die Offenbacher Kickers gehen mit gewaltigem Rückenwind in das Spiel beim SC Freiburg II – und in ungewohnten Trikots.

Offenbach – Was so ein gelungener Auftakt alles bewirken kann. In der vergangenen Saison herrschte beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach nach dem 1:1 am ersten Spieltag gegen Elversberg quasi Endzeitstimmung. Und nun? Das 2:0 gegen Mitfavorit Ulm sorgte für geradezu euphorische Reaktionen. Vizepräsident Peter Roth war so aufgewühlt, dass er in der Nacht nach der Partie lediglich drei Stunden schlief. Und im Fanshop gab es teilweise leere Regale. „Die roten Trikots waren ausverkauft, sind inzwischen aber wieder ausreichend verfügbar“, berichtet Fanshop-Geschäftsführer Stefan Weigand.

Auch das Interesse an Dauerkarten stieg zuletzt nochmals an. Rund 2600 Saisontickets waren bis zum ersten Spiel verkauft worden, mittlerweile nähert man sich der Marke von 2900. Beim OFC ist man sicher, dass im Falle eines Sieges am Sonntag (14 Uhr) beim SC Freiburg II die 3000 geknackt werden. Zudem wollen die Kickers ihren Teil dazu beitragen, das kommende Heimspiel gegen den auch mit drei Punkten gestarteten VfR Aalen (9. August, 19.30 Uhr) zu einer Art Gipfeltreffen zu machen.

OFC gegen Freiburg zuletzt unterlegen

Von bisher fünf Duellen bei der Breisgauer Reserve (unterlag zum Auftakt beim Bahlinger SC 0:2) verlor der OFC allerdings drei, unter anderem die vergangenen beiden. Zuletzt mussten die Kickers beim SC an einem Dienstagnachmittag ran, da Freiburg Nationalspieler abgestellt hatte. Diesmal ist man erneut zum Ausweichen gezwungen – nicht zeitlich, sondern farblich. Da der SC rot-schwarze Shirts trägt, kommt für die Gäste weder das Auswärts- (schwarz) noch das Heimtrikot (rot) in Frage. Sie spielen in ungewohntem Weiß.

Das ist aber auch schon fast das einzige Problemchen, das OFC-Trainer Daniel Steuernagel derzeit plagt, sofern man es überhaupt als solches bezeichnen will. Personell steht ihm weiterhin bis auf Talent Leonidas Tiliudis (Leistenprobleme) der gesamte Kader zur Verfügung. Sein Team hat nach dem ersten Spieltag schon einen Zähler mehr auf dem Konto als vergangene Saison nach vier Partien. Kein Wunder, dass der Coach zufrieden ist, auch wenn er freilich noch Steigerungspotenzial sieht.

Offenbacher Kickers brauchen Kontinuität

„Wir müssen das nun auf Strecke bestätigen“, fordert Steuernagel. Bedeutet: Kontinuität muss rein in die Leistungen. In der vergangenen Saison war das zu selten der Fall. Daher warnt der Trainer: „Letztes Jahr hatten wir auch ein super Spiel gemacht, das live im TV gezeigt wurde, und sind dann nach Freiburg.“ Damals folgte auf eine 7:0-Gala gegen den FSV Frankfurt eine 1:2-Pleite. Der OFC hatte es seinerzeit zu locker angehen lassen. Diese Gefahr sieht der Trainer diesmal nicht. Schon vor dem ersten Spiel war er der Überzeugung, „dass wir bei der Auswahl der Charaktere richtig gelegen haben“. Die Darbietung gegen Ulm dürfte ihn in dieser Auffassung bestätigt haben. Die Einstellung stimmte, es wurde bis zum Schluss gekämpft. So sehr, dass einige Akteure sogar Krämpfe hatten. Auch aus diesem Grund denkt Steuernagel über Wechsel nach.

„Der Gegner spielt in einer anderen Grundordnung als Ulm. Wir haben im August unheimlich viele Spiele. Da macht man sich natürlich Gedanken, ob man rotieren soll. Wir brauchen in jedem Fall elf spritzige, fitte Spieler“, betont der Trainer. An Alternativen mangelt es nicht. Die Reservisten hätten alle „eine Reaktion gezeigt und sehr konzentriert trainiert. Von hinten drücken viele Spieler nach“. Das Ziel ist unabhängig davon klar: „Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, müssen wir alle Tugenden reinhauen – und gewinnen.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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