Offenbacher Erfolgsgeschichte

OFC Kids-Camp-Organisator Winter rechnet für 2019 mit 80 000 Euro Gewinn

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Spannende Trainingsformen garantiert: Beim Kids-Camp der Kickers werden auch mal Fallrückzieher mit der Weichmatte geübt.

Es sind Zahlen, die beeindrucken, gerade weil sie im steten Fokus auf die Profis gerne etwas untergehen. Die Fußball-Schule des Regionalligisten Kickers Offenbach hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt – und zu einer wichtigen Einnahmequelle für den Verein (e. V.

Offenbach – 2017 erwirtschaftete der OFC mit seiner Fußballschule 20 000 Euro Gewinn. 2018 waren es 40 000 – und für 2019 rechnet der Klub erstmals mit sechsstelligen Umsatzzahlen und 80 000 Euro Gewinn.

Ein entscheidender Faktor in dieser Erfolgsgeschichte ist die Verpflichtung von Bernd Winter im März 2018. Der 48-Jährige hatte bereits beim FSV Frankfurt mit großem Erfolg eine Fußballschule aufgebaut. „Am Ende war sie der Hauptsponsor des Vereins“, sagt Winter mit Blick auf 450 000 Euro Umsatz in seinem letzten Jahr bei den Bornheimern. In Offenbach belebte Winter das lange Zeit darbende Projekt in erstaunlich kurzer Zeit. „Als ich anfing, galt es erst mal, den Standort am Wiener Ring zu stärken, das zweite Ziel war, in die Region zu gehen“, erklärt Winter. Beides gelang binnen eines Jahres. Zum Vergleich: 2018 gab es ein Kids Camp am Wiener Ring, an dem zwischen 80 und 110 Kinder teilnehmen. Ein Jahr später waren es schon sechs Sommercamps – zwei davon in Offenbach, dazu weitere in Dudenhofen, Neuenhaßlau und Usingen. Und die Anfragen aus weiteren Orten häufen sich.

OFC: Attraktive Offenbacher Fußballschule

Was aber macht die Offenbacher Fußballschule so attraktiv? „Das Entscheidende ist: Die Kinder sollen Spaß haben, das Kids-Camp muss eine Ergänzung zum Trainingsalltag sein“, betont Winter. Beinahe genauso wichtig ist es, für Zufriedenheit bei den Eltern zu sorgen. Der Spagat scheint zu funktionieren. Dazu trägt ein spannendes Angebot während der fünf Tage mit strukturierten Abläufen, qualifiziertem Personal, Vollverpflegung, Trainingsutensilien (Trikot, Hose, Trinkflasche) und klaren Regeln bei.

„Wir achten auf guten Umgang, sozial gutes Verhalten wird bei uns belohnt“, betont Winter. Fair Play ist ein wichtiges Gedankengut. Wie im normalen Fußball werden während der Camp-Tage Gelbe und Rote Karten verteilt. Gelb ist als Verwarnung bei Verstößen im Umgang miteinander zu verstehen. Schimpfworte stehen auf dem Index, ausbleibende Entschuldigungen nach Fouls ebenso. „Bei Roten Karten werden die Eltern informiert“, so Winter. Doch es gibt eben auch die Grüne Karte für „super Verhalten“. Der Wochengewinner wird mit einem Preis belohnt.

Auch die Abläufe sind klar definiert. Morgens um 10 Uhr geht es los, nach der einstündigen Mittagspause ab 12.30 Uhr findet ein weiteres zweieinhalbstündiges Stationstraining in kleinen Gruppen bis maximal zwölf Kindern statt. Zwischendurch gibt es Trink- und Snackpausen. Zum Standard gehört eine Frage- und Autogrammstunde mit Kickers-Profis – und am Ende eine Urkunde sowie eine Kids-Camp-Medaille.

OFC: Coaches in Schulungen vorbereitet

Klare Strukturen – die Winter auch im Mitarbeiterstab schätzt und vorlebt. Jeder Camp-Trainer – mittlerweile reichen die Coaches aus dem Leistungszentrum nicht mehr aus – wird von Winter in Schulungen vorbereitet. All das zahlt sich aus. Und sorgt dafür, dass der Kids-Camp-Organisator im kommenden Jahr über eine Expansion nachdenkt, wohlwissend, dass für eine Weiterentwicklung neue Wege nötig sind. „Wenn wir wachsen wollen, müssen wir auch über Personal reden“, stellt Winter klar.

VON JÖRG MOLL

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