Offenbacher Kickers

Neuzugang Moritz Hartmann als Lichtblick – Kritik an "Untergangsstimmung"

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Starke Szene: Moritz Hartmann (rechts) nimmt die Kugel artistisch volley, verfehlt aber das Tor um Zentimeter.

Nur wenige Zentimeter haben zu Moritz Hartmanns Traumeinstand gefehlt. Doch der ehemalige Bundesliga-Profi übt auch Kritik an der Reaktion der Fans. 

Offenbach – Ein paar Zentimeter fehlten zum Traumeinstand für Moritz Hartmann. Der neu verpflichtete Angreifer war einer der wenigen Lichtblicke beim ernüchternden 0:0 gegen den FK Pirmasens. In der 72. Minute hatte er nach Andis Shalas Fallrückzieher nach einem artistischen Volleyseitfallschuss den Torschrei auf den Lippen. Doch die Kugel strich am Pirmasenser Torwart Benjamin Reitz, aber auch knapp am linken Pfosten vorbei ins Toraus. „Wenn ich das Tor mache, wäre ich mit meiner Leistung zufrieden gewesen“, meinte Hartmann.

Moritz Hartmann kann eine wertvolle Verstärkung für die Offenbacher Kickers sein

Doch der 33-Jährige, der nach der Pause seinen Einstand im OFC-Trikot gab, hatte auch so gezeigt, dass er eine wertvolle Verstärkung sein kann. Der langjährige Ingolstädter Torjäger, der nach einer Saison beim Drittliga-Absteiger Fortuna Köln zu den Kickers gekommen war, hatte viele gute Aktionen. Er holte sich im Mittelfeld Bälle, behauptete sie gut, versuchte das Spiel schnell zu machen - und sorgte somit dafür, dass die Kickers in der zweiten Hälfte druckvoller wurden. 

„Er hat sich gut in den Räumen bewegt“, lobte OFC-Trainer Daniel Steuernagel seinen 15. Zugang in dieser Saison. Dass Hartmann nicht von Beginn an auflaufen würde, kam für ihn nicht überraschend. „Ich bin sicherlich noch nicht bei 100 Prozent“, sagt er mit Blick auf seinen Fitnesszustand. Hartmann hatte die Sommervorbereitung mit einem Personalcoach alleine bestritten und muss sich nun im Schnelldurchgang ans Fitnessniveau des Teams heranarbeiten.

Offenbacher Kickers: Moritz Hartmann kritisiert "Untergangsstimmung"

Wie speziell das Offenbacher Umfeld sein kann, bekam Hartmann, der in Ingolstadt und bei der Kölner Fortuna deutlich entspanntere Fanlager gewohnt war, auch gleich zu spüren. „Man hat gesehen, wie schnell alle ungeduldig wurden“, erklärte er und übte leise Kritik: „Die Pfiffe zur Pause haben sicher nicht dazu beigetragen, dass wir besser Fußball spielen.“ Die „Untergangsstimmung“, die nach dem Abpfiff gegen Pirmasens herrschte und in „Trainer-raus“-Rufen gipfelte, mochte Hartmann gar nicht teilen. 

„Wir dürfen jetzt nur auf uns schauen“, empfahl der Ex-Profi (44 Erstligaeinsätze, 131 Zweitligaspiele, 64-mal 3. Liga). Die schwache erste Hälfte war aber auch ihm nicht entgangen. „Das war zu wenig. In der zweiten Hälfte lief es besser, aber da müssen eben auch Tore rausspringen.“ Ihm selbst fehlten nur ein paar Zentimeter.

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