Neuzugang beim OFC

Andis Shala: "OFC für mich wie ein Jackpot"

Kopfballstarker Angreifer: Der 1,91 Meter große OFC-Zugang Andis Shala (links, neben Lucas Albrecht) fühlt sich „in der Box“ am wohlsten. Der 30-Jährige bezeichnet sich aber auch als mitspielenden Mittelstürmer. Foto: hübner

Mit dem Wechsel zu den Offenbacher Kickers hat sich für Andis Shala nach elf Jahren ein Kreis geschlossen. Der Stürmer wohnt wieder in seiner Heimatstadt Mannheim und will die Erfahrung aus neun Stationen beim OFC einbringen. 

Offenbach – Plötzlich lag Andis Shala quer in der Luft. „Es war die einzige Möglichkeit, den Ball zu nehmen“, erklärt der Stürmer der Offenbacher Kickers, der im Vorbereitungsspiel beim SSV Lindheim (23:0) zwar viermal ins Tor, in dieser spektakulären Szene aber nur die Latte getroffen hatte. Dennoch sagt die Aktion einiges aus über den Zugang, der zuletzt für RW Erfurt (Regionalliga Nordost) in 35 Spielen 19 Tore erzielte.

OFC: "Unser Kader hat eine hohe Qualität"

„Ich bin ein selbstbewusster Typ, der gerne mal etwas ausprobiert. Die Zuschauer wollen ja unterhalten werden“, scherzt Shala, der sich zwar „in der Box“ am wohlsten fühlt, jedoch keineswegs nur dort auf den Ball lauert. „Ich lasse mich auch mal ins Mittelfeld fallen. Unser Kader hat eine sehr hohe Qualität. Da sind spielstarke Jungs dabei. Und moderner Fußball erfordert es, dass man als Angreifer mitspielt.“

Verpflichtet wurde der 30-Jährige aber auch, um seine Sturmpartner Jake Hirst (23) und Moritz Reinhard (23) zu führen. „Sie müssen noch etwas Erfahrung sammeln, haben aber eine brutale Qualität. Ich hätte nicht gedacht, dass sie vor einem Jahr noch unterklassig gespielt haben“, sagt Shala, der einst als A-Jugendlicher seine Heimatstadt Mannheim verließ, um Profi zu werden. „Nach der zehnten Klasse habe ich die Schule abgebrochen und alles auf eine Karte gesetzt“, erzählt er.

Doch es gab schnell einen ersten Rückschlag: „Ich habe mich verletzt und fiel in ein Loch“, erinnert sich der Angreifer an die Zeit bei Hannover 96 II. Das Glück kehrte jedoch zurück: Shala überzeugte im Probetraining bei Dundee United und erhielt beim schottischen Erstligisten, mit dem er 2010 den Pokal gewann, einen Vertrag. „Damit ging ein erster Traum in Erfüllung.“

Deutsch-Kosovare kann Körper richtig einsetzen

In drei Spielzeiten in der schottischen Premiership, in denen er unter anderem vor 57 000 Zuschauern gegen Celtic Glasgow spielte, lernte der Deutsch-Kosovare nicht nur den Körper richtig einzusetzen, sondern auch, wie wichtig Einstellung und Mentalität sind. „Die Spieler kamen aus Spanien, Argentinien, der Schweiz. Wir waren eine echte Einheit.“

Danach begann Shalas Ostdeutschland-Tour – Hallescher FC, Carl Zeiss Jena, Dynamo Berlin, SV Babelberg und zuletzt Erfurt. Dass er hierzulande maximal drittklassig aktiv war (14 Einsätze, kein Tor), hat er abgehakt. „Ich hatte höhere Ziele“, gibt der Wandervogel zu. „Aber man kann nicht immer alles planen. Was letztlich zählt, sind Gesundheit und Familie.“ Und in der dreht sich alles um Fußball, zumindest bei den männlichen Mitgliedern. So spielte Papa Kujtim 15-mal für Fortuna Düsseldorf in der 1. Liga. „Ich wollte werden wie er“, erzählt Andis Shala. Und sein kleiner Bruder Roman (10, VfR Mannheim) will so werden wie er. „Er hat Talent. Es macht Spaß, ihm zuzusehen.“

Angebot der Kickers war "Jackpot"

Zuletzt war das jedoch aufgrund der großen Entfernung selten möglich. „Mein kleiner Bruder wächst ständig und meine Eltern werden älter. Es war an der Zeit, nach schönen Jahren wieder zur Familie zurückzukehren“, sagt der 30-Jährige. Das Angebot der Kickers sei für ihn daher wie ein „Jackpot“ gewesen. „Geile Fans, geiles Stadion. Ich bin in der Heimat. Meine Familie kann sich die Spiele ansehen und ich kriege jeden Abend Essen von der Mama“, zählt der Mittelstürmer die vielen Vorzüge auf.

Und welche Ziele verfolgt er mit dem OFC, bei dem er bis 2021 unterschrieben hat? „Wir wollen uns keinen zu großen Rucksack aufsetzen. Aber jeder weiß, dass Offenbach in die 3. Liga gehört. Das wollen wir in den kommenden Jahren schaffen.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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