Die eisernen Kickers

Top-Duell: Kickers wollen Spitzenplatz verteidigen

Dürfte den verletzten Kapitän Richard Weil im Mittelfeld vertreten: Luka Garic (hinten), hier im Duell mit Royal-Dominique Fennel (TSG Hoffenheim). Foto: hübner

Am Samstag wollen die Offenbacher Kickers die SV Elversberg im Top-Duell in die Knie zwingen. Trainer Steuernagel verspricht ein Spitzenspiel.

Offenbach – Wenn Daniel Steuernagel morgens aus dem Auto steigt und vom Parkplatz zu seinem Büro schlendert, dann kommt er jedes Mal an ihr vorbei: an der kleinen Bronzebüste, die im Schatten der Haupttribüne zur Würdigung von Vereinsikone Hermann Nuber aufgestellt wurde. 

Zuletzt zauberte der Anblick dem Trainer von Kickers Offenbach immer öfter ein Grinsen ins Gesicht. Denn das, was der OFC momentan auf den Rasen bringt, glaubt Steuernagel, hätte dem „eisernen Hermann“ in seiner Glanzzeit sicher Spaß bereitet. „Wir haben eine Riesenmoral, eine super Zweikampfstärke und sind richtig gallig“, zählt Steuernagel auf. „Wenn ich an den ,eisernen Hermann’ denke: Er stand genau für diese Attribute. Nicht für Tiki-Taka à la Barcelona. “

OFC: Top-Duell der Regionalliga Südwest

Mit kampfbetontem Fußball will der OFC am morgigen Samstag auch die SV Elversberg in die Knie zwingen, die um 14 Uhr zum Top-Duell der Regionalliga Südwest an den Bieberer Berg reist. „Wir sind gut drauf, Elversberg ist gut drauf – das wird ein richtiges Spitzenspiel“, prophezeit Steuernagel. Auch der Rahmen dürfte passen: Blauer Himmel und Temperaturen um die 30 Grad sind angekündigt, bei den Kickers hoffen sie, dass die Marke von 10 000 Zuschauern mal wieder geknackt wird.

Wer sich in den vergangenen Wochen ein OFC-Spiel angesehen hat, der konnte sicher sein: Er bekommt für sein Geld einiges geboten – späte Tore, umstrittene Platzverweise und dramatische Verletzungen inklusive. Die Kickers scheinen sich wohlzufühlen in der Rolle der Comeback-Könige, bei denen es immer erst ein bisschen dramatisch werden muss, bis sie das Spiel dann doch noch für sich entscheiden. 

Immerhin kamen sie so bislang auf 13 Punkte aus fünf Spielen und stehen nun seit einer Woche auf Rang eins der Tabelle. Auch wenn die Nerven aller Beteiligten in der noch jungen Saison schon reichlich strapaziert wurden. „Für die Zuschauer gibt es doch derzeit nichts Schöneres, als nach Offenbach zu kommen“, findet Steuernagel: „Die Mannschaft hat Wille, haut sich rein und es gibt immer ein Spektakel.“

Drei Stammspieler müssen ersetzt werden

Das hat zuletzt aber auch einige Opfer gefordert, gegen den Tabellenvierten aus dem Saarland wird der Coach morgen gleich drei Stammspieler ersetzen müssen. Neben Gerrit Gohlke fehlt nun auch Kevin Pezzoni rot-gesperrt, dazu fällt Kapitän Richard Weil bekanntlich mit einer Oberschenkelverletzung drei Monate aus. Vieles spricht dafür, dass Kevin Ikpide im Abwehrzentrum den Platz an der Seite von Francesco Lovric einnehmen wird. Gegen Hoffenheim habe der vielseitig einsetzbare 22-Jährige nach seiner Einwechslung ein „sehr gutes Spiel gemacht“, lobt Steuernagel, „er ist eine Option“.

Die Position von Weil dürfte der junge Luka Garic übertragen bekommen. Für den 19-Jährigen hat Steuernagel nur Lob übrig. Garic sei „ein sehr ballsicherer Spieler“, dazu „spielstark, intelligent und ruhig am Ball“. Kurzum: „Bei ihm mache ich mir überhaupt keine Gedanken.“

Offenbacher Kickers: Shala und Albrecht sind "zu 100 Prozent fit"

Zumindest etwas entspannt hat sich die Personalsituation dadurch, dass die zuletzt unpässlichen Andis Shala (Rückenprobleme) und Lucas Albrecht (Achillessehne) am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückgekehrt sind und seither sämtliche Übungen mitmachen konnten. Steuernagel geht davon aus, dass beide am Samstag „wieder zu 100 Prozent fit sind“. Gleichwohl dürfte sich das Duo erst einmal auf der Bank wiederfinden. Albrecht ist in der Rangfolge der Innenverteidiger hinter Pezzoni, Gohlke und Lovric auf Platz vier abgesackt und kam bislang erst sieben Minuten zum Einsatz. Neuzugang Shala hat im Angriff noch kaum überzeugt, zudem läuft das Kickers-Spiel deutlich flüssiger, seit Steuernagel auf ein 4-2-3-1 mit Moritz Reinhard als einziger Spitze umgestellt hat.

Gut möglich, dass in der nächsten Woche noch ein neuer Spieler dazukommt und den Konkurrenzkampf weiter ankurbelt, auch in Anbetracht von Weils schwerer Verletzung. „Wir müssen überlegen, ob wir extern noch was machen“, sagt Steuernagel: „Ich würde das nie ausschließen.“ Eines ist klar: Der neue Mann sollte gute Nerven mitbringen.

VON MANUEL SCHUBERT

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