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OFC: „Knallerspiel“ beim TSV Steinbach

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Moritz Reinhard (Mitte) traf vergangene Saison beim 1:1 in Steinbach für den OFC. An den ersten beiden Spieltagen der laufenden Runde war er ebenfalls je einmal erfolgreich. Inzwischen ist er aber seit sechs Partien torlos.

Beim Wiedersehen mit Benjamin Kirchhoff steht Kickers Offenbach unter Zugzwang und muss einen Weg finden, die beste Abwehr der Liga zu knacken. Die Erinnerungen an Spiele in Steinbach sind allerdings nicht allzu gut.

Offenbach – Der Haarwasen zählt bei den Fans der Offenbacher Kickers gewiss nicht zu den beliebtesten Sportstätten. Vor allem nicht im Frühherbst. In dem auf einer Anhöhe gelegenen Stadion des TSV Steinbach Haiger weht oft ein ungemütlicher Wind. Bei Regen musste der OFC dort auch schon ran – insgesamt fünfmal in Liga und Pokal. Von den vergangenen drei Duellen gewannen die Kickers keines (zwei Niederlagen, ein Remis). Nun soll ausgerechnet dort am Samstag (14 Uhr) die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen.

Die Gastgeber reden von einem „Knallerspiel“, doch die Ausgangssituation ist bei beiden Teams unterschiedlich. Hier der OFC, der seit drei Partien sieglos ist und während dieser Zeit nur ein Tor erzielte. Dort Steinbach Haiger, das diese Saison bislang nur dem souveränen Spitzenreiter 1.FC Saarbrücken unterlag, 19 von 24 möglichen Punkten holte und auch dank Benjamin Kirchhoff die beste Abwehr aller fünf Regionalliga-Staffeln stellt.

OFC: Ex-Kickers-Spieler Kirchhoff nun in Steinbach

Der Innenverteidiger spielte vergangene Saison noch für den OFC. Sein Wechsel zu den Mittelhessen ging nicht geräuschlos vonstatten. Beim TSV Steinbach Haiger stand Kirchhoff bisher in jeder Partie von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz, trägt seit dem zweiten Spieltag zudem die Kapitänsbinde. Mit ihm in der Abwehr kassierte das Team in acht Spielen erst vier Gegentore. Keine leichte Aufgabe also für die Kickers, bei denen zuletzt eine Torflaute herrschte.

OFC beim TSV Steinbach: Live-Ticker zum Spiel

Immerhin habe man beim jüngsten 0:0 gegen Pirmasens in der zweiten Hälfte „viele Chancen“ gehabt, sagt Trainer Daniel Steuernagel. „Wir müssen sie aber auch nutzen.“ Mut macht das Debüt von Moritz Hartmann. Der erfahrene Zugang ließ nach seiner Einwechslung zur Pause großes Potenzial aufblitzen und zeigte auch unter der Woche im Kreispokal seine Qualitäten, als er beim 11:0 gegen die SSG Gravenbruch volley aus 20 Metern traf.

OFC: Trainer Steuernagel fordert Leidenschaft

Hartmann alleine kann es aber nicht reißen, dessen ist sich Steuernagel bewusst. Er fordert daher: „Wir müssen leidenschaftlicher sein, dem Gegner den Schneid abkaufen und weniger Fehler machen.“ Gelingen soll das aller Voraussicht nach im 3-5-2-System, auf das er bereits vor der Partie gegen Pirmasens umgestellt hatte. „Wir waren nicht zufrieden, wie wir das in Homburg gelöst haben“, so Steuernagel. Als Trainer müsse man dann irgendwann etwas ändern. Die Innenverteidiger Lucas Albrecht und Francesco Lovric kannten das System bereits aus der Vorsaison. Kevin Pezzoni ist erfahren genug, sich schnell darauf einzustellen. Und die zwei etatmäßigen Außenverteidiger Marco Schikora und Ronny Marcos hätten bei ihren vorherigen Stationen oft „die Seite alleine abgedeckt“, betont der bei den Fans in der Kritik stehende Trainer.

OFC will in Steinbach gegen Top-Abwehr der Liga die Wende schaffen

Schikora fällt aber weiter erkrankt aus. Maik Vetter wird ihn wohl erneut ersetzen, auch wenn Jakob Lemmer nach seiner Einwechslung offensiv deutlich mehr Impulse setzte. Links ist Marcos gesetzt. „Er ist bei uns eine feste Größe. Wir müssen gerade sein Tempo, seine Aggressivität, seine Flankenläufe auf den Platz bringen.“ Dann könnte es für die OFC-Fans nach längerer Zeit mal wieder ein angenehmer Tag am Haarwasen werden.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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