Interview

OFC: U19-Torjäger Signorelli über seine Quote, die Aufstiegsspiele und den Abschied

Und wieder hat er zugeschlagen: Mittelstürmer Giuseppe Signorelli (links) erzielte für die U19 der Offenbacher Kickers in der abgelaufenen Punktrunde 42 Tore in der Hessenliga, hatte damit großen Anteil am Titelgewinn. Foto: scheiber

Hessenpokalsieger und Kickers Offenbach Mittelstürmer Giuseppe Signorelli spricht über die anstehenden Aufstiegsduelle zur U19-Bundesliga. 

Offenbach – Meister und Torschützenkönig der U19-Hessenliga ist er bereits, Hessenpokalsieger auch. Nun will Kickers Offenbachs Mittelstürmer Giuseppe Signorelli die Saison mit seinen Mitspielern krönen und sich auch in den Aufstiegsduellen zur Bundesliga gegen die SV Elversberg durchsetzen. Vor dem Hinspiel am Samstag (15 Uhr) in Elversberg spricht er im Interview über seine Motivation und den bevorstehenden Abschied vom OFC.

Sie eilen mit der U19 der Kickers derzeit von Erfolg zu Erfolg. Ist die aktuelle Saison Ihre schönste?

Was wir bisher erreicht haben, ist fast einzigartig. Meister und Pokalsieger zugleich wird man nicht oft. Insgeheim hatten wir uns das natürlich als Ziel gesetzt und wurden dann von Spiel zu Spiel immer besser.

Sie hatten als Torschützenkönig mit rekordverdächtigen 42 Treffern großen Anteil daran. In den acht Jahren zuvor lag der Bestwert bei 31. Was bedeutet Ihnen das?

Für mich ist das natürlich etwas Besonderes. Aber das ist alles nur möglich, wenn man gute Mitspieler hat. Wir haben als Mannschaft 115 Tore geschossen. Das zeigt, wie gut wir als Team agiert und wie gut wir uns verstanden haben. Das war sehr wichtig. Als Stürmer wird es dann einfacher. Ich hoffe nun, dass es so weitergeht.

Trotz der beeindruckenden Quote müssen Sie den OFC verlassen. Das hat im Umfeld für Diskussionen gesorgt. Wie stehen Sie zur Entscheidung des OFC?

Im Winter hatte ich gesagt, dass ich sehr gerne bleiben würde. Ich bin hier zu Hause, meine Familie lebt hier. Der Trainer der ersten Mannschaft (Anm. d. Red.: Daniel Steuernagel) sagte damals, dass er sich das vorstellen könnte. Ich habe dann länger nichts gehört, bis man mir sagte, dass man doch ohne mich plant. Der Trainer und der Vorstand haben das so entschieden. Ich muss das akzeptieren. Vielleicht ist das für beide Seiten gut. Ich freue mich nun darauf, für die TSG Hoffenheim II zu spielen und dort eine gute Ausbildung zu erhalten. Ich hoffe, mich als Fußballer dort weiterentwickeln zu können.

Wie genau wurde Ihnen gegenüber die Entscheidung begründet?

Der Trainer sagte mir, dass der Kader nicht so groß sei und man schon vier Stürmer habe. Es sollte kein junger Stürmer mehr geholt werden, sondern ein erfahrener.

Inoffiziell heißt es, man hätte sich gewünscht, dass Sie häufiger das Angebot angenommen hätten, bei der ersten Mannschaft mitzutrainieren...

Ich fand das auch schade, aber das Training fand halt oft morgens beziehungsweise vormittags statt. Und ich bin erst seit drei Wochen mit der Schule fertig, habe mein Fachabitur gemacht. Wenn es mir möglich war, bin ich zum Training. Aber ich wollte einen guten Abschluss machen. Das hatte Priorität. Ich denke, dafür sollte jeder Verständnis haben.

Woraus beziehen Sie als Spieler, der den Klub verlässt, Ihre Motivation für die Aufstiegsspiele?

Die Mannschaft hat mir viel gegeben und ich will ihr viel zurückgeben. Wir vom älteren Jahrgang wollen alles geben, damit der jüngere Jahrgang in der Bundesliga spielen kann. Wir wollen auch in den Aufstiegsspielen zeigen, dass wir ein Team sind, das etwas drauf hat.

Was wissen Sie über den Gegner SV Elversberg?

Die haben gegen den Zweiten 1.FC Saarbrücken mit 4:0 gewonnen, sind mit deutlichem Vorsprung Meister geworden und haben ebenfalls den Pokal geholt. Das wird ein Spitzenspiel zweier Mannschaften, die dasselbe erreicht haben. Ich erwarte ein hitziges Duell mit viel Kampf, darauf werden wir vorbereitet sein.

Der OFC wurde zuletzt beim 11:1 gegen Schlusslicht Germania Schwanheim kaum gefordert. Sehen Sie darin ein Problem?

Schwanheim war nicht so schlecht wie es das Ergebnis vermuten lässt. Die hatten ein paar gute Leute dabei. Wir haben trotzdem alles gegeben, um so hoch wie möglich zu gewinnen. Die Meisterfeier danach war aufgrund des klaren Resultats nicht so emotional. Aber das Spiel hat uns weiteres Selbstvertrauen gegeben.

Sie haben 2017/18 mit Eintracht Frankfurt selbst in der U19-Bundesliga gespielt. Was würde den OFC dort erwarten?

Das ist eine ganz andere Liga, in der alles zwei, drei Stufen schwerer und härter ist. Da muss man viel investieren, damit es einem nicht geht wie dem FSV Frankfurt, der als abgeschlagener Letzter direkt wieder abgestiegen ist.

Ihre Zukunft heißt TSG Hoffenheim II. Mit Ihnen wechselt in Lukas Zeller (SV Wehen Wiesbaden U19) ein einstiger Weggefährte dorthin. Hat das die Entscheidung erleichtert?

Als die Anfrage kam, war es schön, zu wissen, dass Lukas eventuell auch kommt. Wir haben zusammen bei der SG Rosenhöhe gespielt und verstehen uns gut. Das hat mich etwas beruhigt, dort jemanden zu kennen.

Auf was freuen Sie sich in der kommenden Saison am meisten?

Das Spiel in Offenbach gegen die Kickers wird top. Meine ganze Familie und viele Freunde werden da sein. Das wird etwas Besonderes, einfach schön. Ich hege gegen den OFC keinen Groll, habe mit dem Trainer normal gesprochen und akzeptiere die Entscheidung des Klubs. Mein Ziel ist, für Hoffenheim so viele Spiele wie möglich zu machen und so viele Spiele wie möglich zu gewinnen.

Das Gespräch führte Christian Düncher

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