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Moritz Hartmann: Bundesliga-Qualität für die Offenbacher Kickers

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„Ich habe auch schon mit dem Kopf Tore erzielt“: Moritz Hartmann (hier im Training gegen Gerrit Gohlke) sieht sich aber nicht als klassischen Mittelstürmer. Offenbachs 15. Zugang wird gegen Pirmasens im Kader stehen. 

Moritz Hartmann kickte bis 2017 in der ersten Bundesliga. Jetzt will er den Offenbacher Kickers mit seiner Qualität zum Erfolg verhelfen. 

Offenbach – Das letzte Heimspiel für seinen letzten Verein Fortuna Köln bestritt Moritz Hartmann am 6. Mai dieses Jahres vor 3150 Zuschauern. Der spätere Absteiger kam gegen den SV Meppen nicht über ein 1:1 hinaus. An diesem Samstag (14 Uhr) wird sein neuer Verein, Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach, diese Besuchermarke gegen den FK Pirmasens trotz zuletzt zweier Negativerlebnisse sicher übertrumpfen. Das Stadion mit seinen leidenschaftlichen Fans war für Hartmann denn auch ein großer Anreiz, den Rhein zu verlassen und gegen den Main zu tauschen.

Noch lebt der 33-Jährige, der seine sportlich erfolgreichsten Zeiten mit dem Durchmarsch von der 3. Liga bis in die Bundesliga beim FC Ingolstadt (2009 bis 2018) verbrachte, im Hotel. Viel Zeit zur Wohnungssuche blieb noch nicht, schließlich will Hartmann im Training und nur zu gerne auch am Samstag im Spiel schnell das zeigen, wofür er geholt wurde.

Moritz Hartmann spielte 44 Mal in der ersten Bundesliga – Will Mannschaft mit seiner Qualität helfen

„Ich will mit Offenbach eine gute Rolle spielen in der Liga und der Mannschaft mit meiner Qualität helfen“, betont er. Der Mann, der 44-mal für Ingolstadt erstklassig spielte (und 2016 maßgeblich zum Ligaerhalt der Oberbayern beigetragen hatte) charakterisiert sich als „spielenden Stürmer, als hängende Spitze und als Spieler, der sich seine Räume sucht, um dann mit ein, zwei Kontakten zum Abschluss zu kommen“.

In Ingolstadt, wohin er nach drei Jahren in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln (53 Spiele/19 Tore in der Oberliga Nordrhein, 27 Spiele/11 Tore in der Regionalliga West) gewechselt war, gelang ihm das über Jahre hinweg konstant. 2010 stieg er mit den Oberbayern nach Siegen in der Relegation gegen Hansa Rostock in die 2. Liga auf, mit 21 Toren in 36 Drittligapartien hatte er maßgeblichen Anteil daran. In dieser Spielzeit absolvierte Hartmann auch seine einzigen Partien gegen Kickers Offenbach, die Schanzer gewannen jeweils 1:0. „Im DFB-Pokal habe ich verletzt gefehlt“, sagt er im Rückblick auf die 2:4-Niederlage nach Elfmeterschießen am 8. August 2014.

Moritz Hartmann möchte mit den Offenbacher Kickers Erfolg haben

In den folgenden fünf Jahren in der 2. Liga kam Hartmann auf 20 Treffer – und unterstrich mit 15 Torvorlagen seinen großen Wert fürs Team. Auch beim Aufstieg in die Bundesliga war er mit 29 Einsätzen Stammspieler, im ersten Jahr in Deutschlands Fußball-Oberhaus glänzte er mit zwölf Treffern. Anschließend warfen Hartmann Verletzungen zurück, nach dem Abstieg 2017 blieb er zum einzigen Mal in einer Saison ohne Treffer. Für Fortuna Köln spielte Hartmann 28-mal, konnte mit vier Toren und sechs Vorlagen den Abstieg aus der 3. Liga aber nicht verhindern.

Und nun kickt Hartmann erstmals seit den Anfängen der Karriere wieder in der vierten Liga. „Auch das ist eine Herausforderung“, betont er. „Die Qualität ist da.“ Auch und vor allem bei den Kickers: „Die Mischung aus einigen Routiniers und vielen jungen Spielern passt.“ Daran haben auch die jüngsten Niederlagen gegen Elversberg (0:3) und in Homburg (1:2) nichts geändert. „Egal, was zuletzt gewesen ist, ich möchte mit den Kickers Erfolg haben“, gibt sich Hartmann kämpferisch.

Kickers Offenbach: Hartmann sieht noch Potenzial in Sachen Fitness

Seinen Fitnesszustand bezeichnet der Stürmer, der sich seit Vertragsende in Köln privat in Form gehalten hatte, „als nicht schlecht“. Aber es sei noch Potenzial da. „Mannschaftstraining ist eben doch was anderes“, erklärt Hartmann, der seit vier Tagen unter der Aufsicht von Daniel Steuernagel trainiert. „Er macht einen sehr guten Eindruck“, lobt der OFC-Coach den 15. Zugang der Kickers in dieser Saison und garantiert ihm für Samstag einen Platz im 18er-Kader. 

Ob es für die Startelf reicht, ließ er offen. Zumal in Andis Shala ein weiterer Zugang auf seine Chance lauert, den gesetzten Moritz Reinhard zu unterstützen. Wer auch immer gegen Pirmasens aufläuft, steht nach zwei Niederlagen unter besonderer Beobachtung. Das weiß auch Steuernagel und betont, wie wertvoll Erfahrung ist: „Spieler, die solche Situationen schon öfter erlebt haben, wissen, wie man damit umgeht.“

Von Jörg Moll

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