OFC

Neuzugang Daghfous bringt Erfahrung aus 144 Zweitligaspielen mit

+
Offensiv-Allrounder: Nejmeddin Daghfous (rechts, 2018 in einem Zweitliga-Spiel für den SV Sandhausen gegen Dynamo Dresden) kann auf beiden Außenbahnen, aber auch hinter den Spitzen eingesetzt werden. 

Auch im als sehr schnelllebig geltenden Profi-Fußball dauern Dinge ab und zu etwas länger. Im Fall Kickers Offenbach und Nejmeddin Daghfous waren es fast elf Jahre.

Offenbach – Im August 2008 hatte der seinerzeit beim FSV Mainz 05 unter Vertrag stehende Offensivspieler schon mal kurz vor einem Wechsel zum OFC gestanden. Es gab Gespräche, jedoch keine Einigung. Am Mittwoch fand erneut ein Treffen statt – und diesmal klappte der Transfer. Daghfous unterschrieb einen Vertrag bis 2021 beim OFC. Er ist der 14. und vorerst letzte Zugang. Das Beste hatten sich die Verantwortlichen der Kickers somit für den Schluss aufgehoben.

Daghfous, inzwischen 32 Jahre alt, ist für Offenbacher Verhältnisse ein echter Hochkaräter, brachte es seit 2007 für Mainz (ein Erstligaspiel), den SC Paderborn, den VfR Aalen, die Würzburger Kickers sowie zuletzt den SV Sandhausen auf 144 Einsätze in der 2. Bundesliga (sieben Tore, 16 Vorlagen). „Vor einem Jahr war noch nicht daran zu denken, so einen erfahrenen Zweitligaspieler zu holen“, heißt es aus dem neuen OFC-Präsidium.

Offenbacher Kickers: Daghfous spielte mit Neuzugang Weil bereits zusammen

Darüber hinaus bringt es Daghfous auf 45 Drittliga-Einsätze (vier Tore, zehn Vorlagen) für Preußen Münster und die Würzburger Kickers, mit denen er 2016 ins Unterhaus aufstieg. Sein damaliger Teamkollege Richard Weil ist nun auch sein Mitspieler in Offenbach – und hat den gleichen Berater: Emal Wardak, der unter anderem auch die ehemaligen OFC-Spieler Jan Hendrik Marx (SV Waldhof Mannheim) und Serkan Firat (spielte zuletzt beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach vor) betreut.

„Er hat sich natürlich bei Richard Weil informiert“, berichtet OFC-Sportdirektor Sead Mehic. Offenbar hörte der gebürtige Kasseler von Weil nur Gutes. Er sagte den Kickers nämlich innerhalb kurzester Zeit zu. Am Mittwoch habe man sich das erste Mal getroffen, so Mehic. Nur einen Tag später war bereits alles fix. „Das sind die schönsten Transfers. Wir sind überrascht und froh, dass alles so schnell geklappt hat“, betont der Sportdirektor. „Mit seiner Geschwindigkeit und Qualität hätte er noch zwei, drei Jahre höher spielen können. Aber er hat sich sofort für unser Projekt entschieden. Ein Kompliment an den Jungen.“

Daghfous, der ein U20-Länderspiel für Deutschland absolvierte (2006 gegen Italien), wurde später zweimal ins tunesische Nationalteam berufen, kam jedoch nicht zum Einsatz. Er kann auf beiden Außenbahnen spielen (bevorzugt links), aber auch zentral hinter den Spitzen. OFC-Trainer Daniel Steuernagel freut sich sehr, „dass sich Nejmeddin Daghfous für uns entschieden hat. Er wird unser Offensivspiel mit seiner Kreativität, Effektivität und großen Erfahrung beleben“.

Offenbacher Kickers: Daghfous bereits mit zwei Kreuzbandrissen

Die Vita des 1,80 Meter großen Angreifers würde noch mehr Zweit- und Drittliga-Einsätze umfassen, hätte er sich in seiner Karriere nicht zweimal das Kreuzband gerissen: im Januar 2015 und im August 2018. Für Sandhausen kam er daher nur in den letzten sechs Spielen der abgelaufenen Saison zum Einsatz, trug jedoch mit einem Treffer und zwei Vorlagen seinen Teil zum Ligaerhalt bei. Sandhausen holte in dieser Zeit elf von 18 möglichen Punkten (drei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage) und behauptete so den ersten Nichtabstiegsplatz.

Seinen bis 30. Juni 2019 gültigen Vertrag mit dem SV Sandhausen hätte per Option um eine Saison verlängert werden können. Warum also der Wechsel? „Das Rhein-Main Gebiet ist mein zweites Zuhause. Hier habe ich viele Freunde, hier fühle ich mich wohl. Ich habe in der 2. Liga gegen den OFC noch unter Jürgen Klopp gespielt.“ Das war am 9. März 2008 beim Mainzer 1:0-Heimsieg. Wenige Wochen später fragte der OFC erstmals an.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Lesen sie auch:

Testspiel: OFC trifft auf den SV Wehen Wiesbaden

Auf die Offenbacher Kickers wartet mit dem SV Wehen Wiesbaden ein erster echter Gradmesser in der Vorbereitungauf die neue Saison.

Kickers Offenbach verpflichtet Ex-Schützling von Jürgen Klopp

Kickers Offenbach schlägt auf dem Transfermarkt erneut zu: Der OFC verpflichtet Mittelfeldspieler aus der 2. Bundesliga.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare