Offenbacher Kickers

OFC: Offensiv kommt wenig bis nichts - Nur ein Torschuss beim 0:0 in Frankfurt

+
Aufregendste Szene des Derbys: Nach einem Foul von Lukas Wilton (links) am Offenbacher Jakob Lemmer (nicht im Bild) kochten die Emotionen während einer Rudelbildung hoch.

Steven Kesslers Forderung ist die Mannschaft von Kickers Offenbach nachgekommen. „Wir haben die Pflicht, etwas nach Hause mitzunehmen“, hatte der Interimstrainer des Fußball-Regionalligisten vor dem „kleinen Mainderby“ beim FSV Frankfurt gesagt.

Frankfurt – Aber das 0:0 am Bornheimer Hang und vor allem die kümmerliche Offensivleistung hinterließen enttäuschte Fans, ratlose Spieler und einen ernüchterten Coach.

„Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel durchzubringen“, gab Kessler nach 93 umkämpften, aber nie hochklassigen Minuten zu, bemühte sich aber auch, Positives zu finden: „Wir machen kleine Schritte nach vorne.“ Damit meinte er, wie das „Team kompakt verteidigte und zusammenarbeitete“ - und so zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb. Allerdings gelang diese Kompaktheit nur in der Defensive zufriedenstellend, in der Offensive waren die Kickers erschreckend ideen- und dementsprechend harmlos.

OFC: Gästefans sorgen für stimmungsvolle Kulisse

4655 Zuschauer, davon mehr als die Hälfte aus Offenbach, sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse, die aber eher die Bornheimer zu mutigem Spiel inspirierte. Das Team von Trainer Thomas Brendel hatte deutlich mehr vom Spiel, agierte in der Offensive mutiger und zwingender. Und er schaffte etwas, was dem OFC über 90 Minuten so gut wie nicht gelang: Torgefahr zu entwickeln. Steffen Straub, der per Freistoß ebenso am stärksten Offenbacher, Torwart Dominik Draband, scheiterte wie Sekunden später Arif Güclü (4.), hatten die Führung auf dem Fuß. Etwas Glück hatte der OFC-Torwart dann auch. Ahmed Azaouaghs strammen Flachschuss ließ er nach vorne abprallen, aber Marco Schikora klärte zur Ecke (25.).

In Durchgang zwei hatte dann Mirco Born in der 85. Minute nach einem Solo die beste Chance, sein Schuss aus 16 Metern war jedoch zu kraftlos. „Mit etwas Glück können wir die Führung erzielen“, haderte FSV-Trainer Thomas Brendel, der mit seiner Mannschaft aber insgesamt zufrieden war. „Wir waren die bessere Mannschaft, aber wir nehmen den Punkt mit, wie er ist.“

Und was kam von den Kickers? Offensiv wenig bis nichts. Einzig der 70 Minuten lang umtriebige Jakob Lemmer inszenierte ab und an etwas. Der 19-jährige Rechtsaußen wagte den einen oder anderen Sololauf, einmal wurde er dabei rüde von Lukas Wilton im Mittelfeld umgegrätscht (37.). Eine kurzzeitige Rudelbildung war die Folge – und drei Gelbe Karten für den Übeltäter sowie die zu emotionalen Kapitäne beider Klubs, Dominik Nothnagel und Maik Vetter. Der Mittelfeldspieler der Kickers wandelte später haarscharf am Rande des Platzverweises, gab in der 62. Minute tatsächlich den einzigen Torschuss der Kickers ab und machte dann Platz für Niklas Hecht-Zirpel (78.).

OFC-Fanmarsch nach Frankfurt beeindruckt Rodas: „Etwas Besonderes“

OFC hat zu tief gestanden

Für die erste gefährliche Offenbacher Aktion hatte der FSV selbst gesorgt. Nothnagel hatte eine Flanke von Manolo Rodas über die eigene Torstange bugsiert (14.). „Das ist natürlich viel zu wenig“, räumte Vetter ein: „Wir sind mit ganz anderen Erwartungen hierhergekommen. Wir wollten unser Spiel aufdrücken, aber das ist uns nicht gelungen.“ Woran das lag, darüber konnte Vetter nur mit den Schultern zucken. „Wir haben zu tief gestanden“, monierte Trainer Steven Kessler und lag damit richtig.

OFC enttäuscht gegen FSV in der Offensive: Spiel zum Nachlesen im Ticker

Was beim 4:0 gegen Koblenz noch eine Halbzeit perfekt gelang, klappte am Bornheimer Hang gar nicht: schnelle Passfolgen und gute Flanken von den Außen. Die Folge: Stürmer Moritz Hartmann kam kaum ins Spiel, auch Nejmeddin Daghfous gelang es zu selten, Überraschendes zu kreieren.„Wir haben den Ball zu einfach hergegeben“, ärgerte sich Abwehrspieler Gerrit Gohlke und konnte sich auch über das zweite „zu null“ in Folge nicht freuen: „Ich bin Verteidiger klar, aber ich gewinne lieber 2:1 als 0:0 zu spielen. Mehr als ein Punkt wäre aber nicht verdient gewesen.“

VON JÖRG MOLL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare