OFC 

Die Kickers sind auf der Suche nach der Leichtigkeit

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Auf ihn ist Verlass: Abwehrhüne Kevin Pezzoni (hinten, gegen Freiburgs Nishan Burkart) gehört bislang zu den besten OFC-Akteuren. Im Spiel nach vorne müssen sich die Kickers allerdings noch steigern.

Die Offenbacher Kickers sind nach dem 2:1 Sieg beim SC Freiburg II noch auf der Suche nach ihrer Leichtigkeit. 

Gerade hatte sich Moritz Reinhard von dem weißen Plastikstuhl erhoben, da ließ sich Marco Schikora in diesen fallen. Sie waren sichtlich erschöpft, aber auch glücklich. Beiden war allerdings klar: Es kann, ja, es muss sogar noch besser werden.

„Wir wissen, was in uns steckt“, sagte Schikora. Allerdings zeigt es das Team noch nicht oft genug – trotz des gelungen Starts mit dem Maximum von sechs Punkten aus zwei Spielen. Die Neuzugänge lassen ihr Können immer wieder aufblitzen, auch Moral und Einsatz stimmen. Im Zusammenspiel ist aber noch reichlich Luft nach oben. Darin sind sich alle einig.

 „Wir rennen noch zu oft hinterher“, gab Reinhard zu. Das ist Ballverlusten geschuldet und kostet Kraft. Gegen Ulm (2:0) und in Freiburg (2:1) fiel das unterm Strich nicht ins Gewicht, weil die Kickers hinten wenig zuließen und unter anderem jeweils einmal nach einem ruhenden Ball trafen.

„Unsere Standards sind gut. Wir haben eine unglaubliche Wucht“, befand Trainer Daniel Steuernagel. Ja, Wucht ist zweifelsohne vorhanden. Was dem OFC hingegen noch fehlt, ist spielerische Leichtigkeit. Beide Siege waren (hart) erkämpft. 

OFC: Selbstvertrauen wichtig

Das ist gut für das Selbstvertrauen, wird jedoch nicht auf Dauer funktionieren. Dessen ist man sich innerhalb des Teams aber bewusst. „Wir brauchen mehr Ballbesitz, müssen insbesondere die zweiten Bälle besser halten und mutiger sowie zielstrebiger spielen“, forderte Torwart Dominik Draband. Reinhard sieht das ähnlich („Eventuell müssen wir uns mehr trauen“) und glaubt, dass das nur eine Frage der Zeit ist. Denn: „Wir können alle Fußball spielen.“

Auch Steuernagel geht davon aus, dass das Zusammenspiel von Woche zu Woche besser klappen wird. Dass es noch an einigen Stellen hakt, wundert ihn nicht. „Das ist normal, die Mannschaft ist völlig neu“, betonte er. In der Tat standen in Freiburg ebenso wie gegen Ulm acht Zugänge in der Startelf. Und von denen seien einige „körperlich noch nicht bei 100 Prozent“, so der Trainer. 

Kickers-Spieler Daghfous und Shala noch nicht bei 100 Prozent 

Gemeint sind Offensiv-Allrounder Nejmeddin Daghfous (fiel in der vergangenen Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses sieben Monate aus, ging zudem leicht angeschlagen in die Partie) sowie Mittelstürmer Andis Shala. Bei Daghfous sei er „positiv überrascht, dass er in diesem Zustand ist, bei Andis Shala ist es ähnlich. Wir müssen sie behutsam aufbauen“, stellte Steuernagel klar.

Beide brauchen Spielpraxis. Allerdings hatte der Trainer unlängst angesichts des anstrengenden Augusts mit insgesamt sechs Spielen angekündigt, dass es auch aufgrund der kräftezehrenden Spielweise den einen oder anderen Wechsel geben werde. 

„Man kann kein komplettes Spiel so bestreiten, wie wir es in den ersten 15 Minuten gemacht haben“, sagte er mit Blick auf die starke Anfangsphase, in der die Kickers mit frühem Pressing Freiburg zu Fehlern gezwungen hatten und dadurch zu drei guten Szenen gekommen waren.

Sind Garic und Rodas eine Alternative?

Als Alternativen drängten sich in Freiburg die eingewechselten Luka Garic (zentrales Mittelfeld) und Manolo Rodas (außen, offensiv) auf. „Luka hat ein gutes Raumgefühl“, lobte Steuernagel. Und der Ex-Freiburger Rodas habe „seine Sache sehr gut gemacht“. Und das, obwohl er auf der ungewohnten rechten Seite spielte. Der defensivstärkere Maik Vetter wechselte dafür nach links, sollte dort Freiburgs Vorstoße eindämmen.

Über weitere Zugänge denken die Verantwortlichen des OFC (noch) nicht nach. „Wir haben einen guten Kader, der mit 22 Feldspielern auch von der Größe her okay ist“, sagte Sead Mehic, der Sportdirektor der Kickers. „Aber man weiß ja nie: Falls uns noch jemand verlässt, werden wir eventuell noch etwas tun.“

Von Christian Düncher

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