OFC Trainer Kessler will Spitzenreiter Saarbrücken ärgern / Garic und Lemmer vor Rückkehr

OFC-Trainer Kessler will Spitzenreiter Saarbrücken ärgern: „Konstanz unterscheidet uns“

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Jakob Lemmer (links) ist zurück im Training und könnte schon beim Auftritt des OFC beim laut Steven Kessler „besten Team der Liga“, dem 1. FC Saarbrücken, wieder eine Alternative sein.

Die Offenbacher Kickers müssen am Samstag bei Spitzenreiter Saarbrücken ran. Steven Kessler hofft, die Saarbrücker ein wenig ärgern zu können. 

Offenbach – Es hätte alles so schön sein können. 15. Spieltag in der Fußball-Regionalliga Südwest: Zwei Traditionsvereine im direkten Duell. Volles Haus. Knisternde Spannung. Elektrisierende Atmosphäre. Die Realität am trüben letzten Oktober-Wochenende sieht anders aus. Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken (37 Punkte) empfängt am Samstag (14 Uhr) die weit abgeschlagenen Offenbacher Kickers (22).

Vergnügungssteuerpflichtig ist sie aktuell nicht unbedingt, die Aufgabe von Trainer Steven Kessler bei den ernüchterten Kickers, die binnen weniger Wochen von Platz eins auf Platz sechs abgestürzt sind und sich nun extrem schwer tun, Ziele für die restlichen acht Monate der Saison zu formulieren. „Wir haben mit der Mannschaft gesprochen und uns Ziele gesteckt“, sagt Kessler: „Aber die behalten wir für uns.“ Aha.

Stattdessen spricht der Mann, dessen Amtszeit als Regionalliga-Coach am 7. Dezember enden wird, über den Werdegang der Mannschaft in den vergangenen fünf Spielen unter seiner Regie (zwei Siege, zwei Remis, eine Niederlage). „Wir haben viele Tore geschossen, vor allem aus dem Spiel heraus, was für unser Flügelspiel spricht“, zählt Kessler Argumente für eine Entwicklung auf, zu der er selbst das Negativerlebnis gegen Mainz 05 II (1:3) zählt: „Wir schaffen es, immer längere Phasen guten Fußball zu spielen.“ 

Offenbacher Kickers: Trainer Kessler will gegen Saarbrücken den nächsten kleinen Schritt sehen

Im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, dem Ausweichdomizil der Saarbrücker bis zur Fertigstellung des Ludwigsparks, will Kessler den nächsten kleinen Schritt sehen. Gegen eine Mannschaft, die er als die „momentan beste der Liga“ bezeichnet, werde sich zeigen, „wo wir stehen“. Saarbrücken, sagt der OFC-Coach, zeichne alles aus, was eine Spitzenmannschaft ausmacht: „Wendige, technisch gute Spieler, dazu eine eingespielte Mannschaft.“ Eine Mannschaft, die es versteht, auch mal das nötige Glück auszureizen, wie jüngst beim kuriosen 4:3-Sieg beim Bahlinger SC, als die Saarländer 3:0 führten, den Ausgleich kassierten und dann in Unterzahl doch noch zum Siegtor kamen. 

„Die Konstanz ist es vor allem, die uns von Saarbrücken unterscheidet“, unterstreicht Kessler. Was aber spricht dann für den OFC, für den es in Spielen gegen die Saarländer traditionell wenig zu feiern gab in zehn Duellen in der Viertklassigkeit. Nur ein Sieg gelang seit dem Drittliga-Abstieg 2013. Vier Remis stehen fünf Niederlagen gegenüber. Doch die Statistik interessiert Kessler wenig. „Solche kleinen Ziele könnten sogar blockieren“, warnt er. „Wir möchten den Spitzenreiter ärgern“, fordert er stattdessen - und dabei die Eigenschaften auf dem Platz sehen, mit denen die Kickers ihre Fans bei Laune halten wollen. „Wir wollen mutig spielen, offensiven, guten Fußball zeigen“, betont Kessler.

Richard Weil problemlos mittrainiert, Ronny Marcos mit Maske – Jakob Lemmer wieder eine Alternative

Personell kann der Offenbacher Trainer mittlerweile fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Kapitän Richard Weil hat nach seinem Comeback gegen Mainz problemlos mittrainiert, Ronny Marcos am Mittwoch erstmals mit der angepassten Maske auch Zweikämpfe im Trainingsspiel angenommen. „Ich habe mich so schnell daran gewöhnt, dass ich sie sogar beim Auslaufen getragen habe“, sagt Marcos lächelnd und betont: „Ich bin bereit, von mir aus kann es losgehen.“ Rechtsaußen Jakob Lemmer hat seine Oberschenkelprellung kuriert und könnte schon am Samstag wieder eine Alternative sein.

Erfreulich ist auch die Entwicklung bei Luka Garic. Der 19-jährige Mittelfeldspieler, seit Ende August wegen einer Patellasehnenreizung in acht Punktspielen zwangsweise außen vor, absolviert weite Teile des Mannschaftstrainings. Es sind Geschichten wie diese, die zu den kleinen Freuden im nicht vergnügungssteuerpflichtigen Alltag des Interimstrainers Steven Kessler beitragen.

Von Jörg Moll

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