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OFC-U19 vor Bundesliga-Aufstieg - 1 500 Fans gegen Elversberg?

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Duell um den Aufstieg in die U19-Bundesliga: Kickers Offenbachs Mittelfeldspieler Rasim Bulic (links) und Elversbergs Kapitän Julius Becker werden wohl auch am Sonntag aufeinandertreffen. Im Hinspiel siegte der OFC 2:1.

Das Hinspiel um den Aufstieg in die U19-Bundesliga war gerade erst beendet, da machten im Internet bereits die ersten Forderungen die Runde.

Offenbach – Das entscheidende zweite Duell zwischen den A-Jugendfußballern der Offenbacher Kickers und der SV Elversberg, das am Sonntag (14 Uhr) stattfindet, müsse unbedingt vom Sana-Sportpark ins Stadion verlegt werden, hieß es dort. Und viele stimmten spontan zu. Quasi eine Bauchentscheidung.

Auch die Verantwortlichen des OFC dachten über eine Verlegung nach, jedoch nur kurz. „Intern haben wir das abgewogen“, sagte Geschäftsführer Christopher Fiori. Man gelangte aber schnell zur Einsicht, dass dies nicht klug wäre. „Ökonomisch betrachtet macht das nicht so viel Sinn“, betonte Fiori und verwies unter anderem auf die Mietkosten und geringere Erlösmöglichkeiten beim Catering. Eine Partie im Stadion macht sich eben – auch stimmungsmäßig – erst ab einer gewissen Kulisse bezahlt.

OFC: Offensivspiel soll wieder praktiziert werden

U19-Trainer Steven Kessler ist es eigentlich „egal, wo wir spielen“. Ein Auftritt im Stadion hätte zwar „ein Stück weit seinen Reiz und wäre für die Jungs grundsätzlich super“. Aber: „Im Sana-Sportpark sind wir zu Hause, dort kennen wir uns aus“, betonte der Coach und ergänzte: „Elversberg hat gegen uns im Stadion gespielt und verloren.“ 2:1 (2:0) hieß es am Ende für den OFC, der über weite Strecken die überlegene Mannschaft war, in der ersten Hälfte jedoch eine deutlichere Führung vergab. Dabei haderten die Kickers mit dem „stumpfen Rasen“ (Kessler), der den Ball langsam machte. In Offenbach soll das Grün daher kurz gemäht sein, damit die U19 des OFC ihr schnelles Offensivspiel noch besser praktizieren kann.

Die Kickers hoffen auf die Unterstützung ihrer Fans. Unter den 750 Zuschauern in Elversberg waren rund 300 Offenbacher. Nun werden rund 1500 Zuschauer erwartet – mit eindeutigem Kickers-Übergewicht. „Es wäre top, wenn viele Leute kommen“, sagte Kessler, der ein „Fußballfest“ erwartet. Beim 2:0-Erfolg im Hessenpokalfinale in Erlensee gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt habe man gesehen, was eine entsprechende Unterstützung bewirken könne, meint der Trainer. „Je näher die Fans dran sind, umso besser.“ Noch ein Argument also dafür, die Begegnung im Sana-Sportpark auszutragen – und nicht im Stadion.

Kessler kann personell erneut nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Leonidas Tiliudis (verletzt) fällt weiterhin aus. Für ihn gibt es aber hochkarätigen Ersatz: Luka Garic, bereits Stammkraft bei den Profis, wird ihn abermals im zentralen, defensiven Mittelfeld vertreten. Er hatte mit Teilen der ersten Mannschaft zwischenzeitlich auf Mallorca den Saisonabschluss gefeiert, sich aber mit einem individuellen Trainingsplan fitgehalten. Dass das Zusammenspiel mit den U19-Kollegen in Elversberg nicht sofort reibungslos funktionierte und Garic eine Weile brauchte, um ins Spiel zu finden, wunderte Kessler daher nicht. „Ich war aber mit ihm zufrieden. Je länger das Spiel dauerte, desto wichtiger wurde er für uns. Er hat die nötige Ruhe am Ball und ließ sich auch nicht nervös machen, da er noch viel größere Kulissen gewohnt ist.“

OFC: Großes Interesse an U19

Die Leistung im Hinspiel hat das Interesse an der Partie noch einmal gesteigert. Das Ergebnis sei jedoch „gefährlich“, so Kessler. Zumal die Auswärtstorregel nicht greift. „Im Fußball kann viel passieren. Man kann früh in Rückstand geraten oder eine Rote Karte kassieren.“ Der Trainer ist allerdings fest davon überzeugt, dass seiner Mannschaft der Aufstieg gelingt. Mit der Personalplanung für kommende Saison ist er bereits fertig. Unabhängig von der Spielklasse wird der Kader größtenteils aus aktuellen Akteuren des jüngeren U19- und älteren U17-Jahrgangs bestehen. „Sie hätten es verdient, diesen Erfolg auszukosten“, so Kessler.

Und Spieler, die vergangene Saison bei einem Bundesligisten bloß Ersatz waren, seien nicht zwangsläufig Verstärkungen. Ohnehin zähle der Teamgedanke: „Wir wollen eine Truppe haben, die sich im Laufe der Saison findet und zusammenhält. Das hat uns auch diese Saison ausgezeichnet.“

Ein Teil dieser Truppe wird allerdings im Aufstiegsfall nicht in den Bundesliga-Genuss kommen. Für den älteren U19-Jahrgang der Kickers ist nach der Saison Schluss mit Nachwuchsfußball. Sie rücken zu den Profis auf (Tiliudis, Lemmer) oder verlassen den Verein – wie Signorelli (1899 Hoffenheim II). Rechtsverteidiger Marc-André Nopp soll zu Regionalliga-Absteiger SC Hessen Dreieich wechseln.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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